Wenn Demokratie kippt Opus 45 bringt in Bayreuth Weimar auf die Bühne

Weimar zerfällt, Worte werden Waffen: Opus 45 bringt die letzten Jahre der Republik auf die Bühne – eindringlich, musikalisch, unbequem.

„Deutschland, siehst du das nicht ...“ Opus 45 tritt in Bayreuth auf. Foto: Daniel Haeker Photography

Geschichte als Wucht, nicht als Schulstoff: Das Ensemble Opus 45 kommt zurück nach Bayreuth – gemeinsam mit Schauspieler Roman Knižka. Am Freitag, 24. April, bringen sie ihr neues Programm auf die Kulturbühne Reichshof. Beginn: 19.30 Uhr.

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Der Titel ist eine Ansage: „Deutschland, siehst du das nicht? – Untergang der Weimarer Republik (1929–1933)“. Dahinter steckt mehr als ein Konzert. Opus 45 verbindet Literatur und Musik zu einem dichten, emotionalen Abend – irgendwo zwischen Lesung, Konzert und politischem Statement.

Texte von Tucholsky bis Kurt Weill

Die Textauswahl hat Gewicht: Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Mascha Kaléko, Viktor Klemperer, Sebastian Haffner und Dorothy Thompson. Dazu Musik von Hanns Eisler, Kurt Weill und anderen – ergänzt durch Swing, Schlager und die Comedian Harmonists.

Im Zentrum steht die Endphase der Weimarer Republik: politischer Zerfall, Radikalisierung, Gewalt – aber auch kulturelle Blüte. Der Abend stellt eine unbequeme Frage: Was lernen wir heute daraus?

Opus 45 ist kein Nischenprojekt. Musiker aus großen Orchestern – von der Hamburgischen Staatsoper bis zur Dresdner Philharmonie – stehen hier gemeinsam auf der Bühne. Die Mischung aus Musik und Text hat dem Ensemble ein eigenes Format verschafft, das es so in der deutschen Konzertlandschaft kaum ein zweites Mal gibt.

Ausgezeichnet wurde das Projekt zuletzt mit dem Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee.

Tickets gibt es an der Theaterkasse Bayreuth und online.