Weniger Abiturienten Im Raum Bayreuth fehlen Hunderte Auszubildende

Die IHK schlägt Alarm: Die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse ist eingebrochen. Vor allem eine Gruppe Schul-Absolventen fehlt.

Viele Betriebe suchen noch nach Auszubildenden für dieses Jahr. Foto: dpa/Sebastian Willnow

Jörg Lichtenegger, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Oberfranken (Bayreuth) und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth, ist mehr als besorgt. „Um ein Drittel auf 303 ist die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse bei den IHK-Ausbildungsunternehmen im Raum Bayreuth im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen“, wird er in einer Mitteilung der Kammer zitiert, und er ergänzt: „Gleichzeitig gibt es im Raum Bayreuth aber noch knapp 640 unbesetzte Ausbildungsplätze!“

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Umstellung von G12 auf G13

Dass die Abiturienten auf dem Ausbildungsmarkt fehlen, bekämen die Ausbildungsunternehmen im Raum Bayreuth deutlich zu spüren. „Durch die Umstellung von G12 auf G13 gibt es im Schuljahr 2024/2025 spürbar weniger Abiturienten“, macht Torsten Schmidt deutlich, Leiter Berufsausbildung der IHK. Dies bleibe nicht ohne Auswirkungen auf die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber.

„Egal welchen Schulabschluss man hat, was wirklich zählt, ist der Mut, den ersten Schritt in die eigene Zukunft zu wagen. Eine Ausbildung ist der perfekte Startpunkt, auf dem man später noch weiter aufbauen kann. Als junger Mensch muss man sein ganzes Leben nicht jetzt schon perfekt durchgeplant haben. Wichtig ist, dass man einfach losgeht und die ersten Schritte macht. In unserer Region warten unzählige Chancen bei tollen Unternehmen. Die Möglichkeit, direkt ab September mit einer Ausbildung zu starten, gibt es noch bei vielen Unternehmen – auch bei uns“, sagt Anton Fuchs, Geschäftsführer der Schlaeger Kunststofftechnik GmbH und Mitglied des IHK-Gremiums Bayreuth.

Hoffnung bleibt

Allerdings hat Lichtenegger noch Hoffnung. „Es tut sich weiterhin viel auf dem Ausbildungsmarkt“, sagt er. Denn nach Angaben der Agentur für Arbeit gab es im Raum Bayreuth Ende Juni 338 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber und gleichzeitig 640 offene Ausbildungsstellen. „Das bedeutet, dass auf jeden, der noch einen Ausbildungsplatz sucht, rechnerisch 1,9 freie Ausbildungsplätze kommen“, rechnet Lichtenegger vor.

180 Ausbildungsberufe

Sein Appell an Schulabgängerinnen und Schulabgänger: „Sind Sie noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, dann stecken Sie auf keinen Fall den Kopf in den Sand. Etliche Unternehmen suchen noch Azubis! Er rät außerdem, auch weniger nachgefragte Berufe zu prüfen: „Fast die Hälfte aller Bewerbungen entfällt auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe. Insgesamt bieten unsere Ausbildungsunternehmen aber oberfrankenweit 180 verschiedene Ausbildungsberufe an.“

Noch besonders viele freie Ausbildungsstellen gibt es im Raum Bayreuth aktuell in den Handelsberufen, bei den Kaufleuten für Büromanagement, den IT-Berufen, den Bankkaufleuten, der Gastronomie und der Mechatronik.

Torsten Schmidt verweist darauf, dass von den 8795 Ende Juni oberfrankenweit gemeldeten Ausbildungsplätzen 68 Prozent auf IHK-Ausbildungsberufe entfallen. Vor zwei Jahren seien es erst 64 Prozent gewesen.