Weltwassertag 22. März Wasser aus der Leitung? Na klar!

Es ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel und bedarf größter Aufmerksamkeit. Die Bayreuth hätten das Glück, bedenkenlos das Wasser aus der Leitung trinken zu können, sagt der Wasserversorger Stadtwerke.

Helena Skrobranek ist unter anderem für die Trinkwasserlabore der Stadtwerke zuständig Foto: /red

Wasser – eines der wichtigsten Lebensmittel der Welt. Darauf weist der Weltwassertag der Unesco hin, der seit 1993 jedes Jahr am 22. März das Augenmerk auf dieses wichtige Gut der Natur und seine Schutzwürdigkeit richten soll. Zum Weltwassertag 2018 hat die UN-Weltwasserdekade begonnen, die bis März 2028 andauert und mit der die Vereinten Nationen besonders auf die Themen Wasser und Gewässerschutz aufmerksam machen.

Nach der Werbung weiterlesen

Auch die Bayreuther Stadtwerke machen auf ihre Weise auf das Thema aufmerksam. Mit einem Szenario, das Pressesprecher Jan Koch skizziert: Helena Skrobranek ist unter anderem zuständig für das Trinkwasserlabor der Stadtwerke Bayreuth. Ihr Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung: eine besorgte Mutter, die wissen möchte, ob das Bayreuther Trinkwasser aus der Leitung auch für ihr Baby geeignet ist. Skrobranek lächelt und versichert der Frau, dass das Trinkwasser auch für Babys geeignet sei. „Solche Anfragen kommen häufiger bei mir an. Man merkt, dass manche Leute skeptisch sind, was schade ist, weil unser Trinkwasser eine Top-Qualität hat. Obendrein ist es relativ weich, weswegen man in Bayreuth Geräte wie Wasserkocher und Kaffeemaschinen seltener entkalken muss.“

Die Qualität passt

Damit die Qualität passe, legten sich die Stadtwerke ins Zeug: Denn jeder gelieferte Liter Trinkwasser – im Jahr sind es immerhin gut fünf Milliarden – müsse die Vorgaben der Trinkwasserverordnung erfüllen. Das schreibe unter anderem regelmäßige Wasserproben vor. „Jedes Jahr untersuchen wir rund 1000 Proben – wir machen damit weit mehr als der Gesetzgeber vorschreibt“, betont Skrobranek. Ein Teil davon werde von externen und speziell zugelassenen Laboren untersucht.

„Die Probenorte sind mit dem Gesundheitsamt abgestimmt“, sagt Helena Skrobranek. Die Wasserleitungen in der Stadt zählten hier ebenso dazu wie Wasserwerke, Hochbehälter, Tiefbrunnen und Endverbrauchsstellen im Netz der Stadtwerke. Auch die Stadtwerke-Trinkbrunnen auf dem Markt und vor dem Rathaus untersuche das Unternehmen regelmäßig. „Unser Ziel ist es, immer ein möglichst repräsentatives Bild rund um unsere Wasserqualität zu bekommen.“

Großer Aufwand bei der Kontrolle

Das sei mit einigem Aufwand verbunden. „Es gibt keine Sensorik, über die wir Live-Daten bekommen könnten. Das heißt, geschultes Personal muss nach genauen Vorgaben Proben nehmen, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird. In der Kühltasche wird die Probe ins Labor gebracht, wo unter anderem die Mikrobiologie untersucht wird.“Nach rund zwei Tagen stehe das Ergebnis fest: „In fast allen Fällen ist alles in bester Ordnung“, versichert Skrobranek. „Und wenn wir einmal eine auffällige Probe haben, gehen wir dem Problem auf den Grund – natürlich in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.“

Ein Problemfeld tue sich bei der Wasserversorgung dennoch auf. Denn die Stadtwerke seien als Wasserversorger nur bis zum Wasserzähler der Häuser für die Trinkwasserqualität verantwortlich. „Danach stehen die Hauseigentümer in der Verantwortung, was auch sinnvoll ist, weil die Stadtwerke keinen Einfluss darauf haben, was in der Hausinstallation passiert“, wird Skrobranek zitiert.

Eigenes Wasser prüfen lassen – geht im Labor

Will jemand das Wasser aus dem eigenen Wasserhahn überprüfen lassen, dem empfiehlt Helena Skrobranek die Labore in der Region. „Wir können das für unsere Kunden leider nicht leisten, weil wir nicht die nötigen Kapazitäten haben.“

Ob sie das Bayreuther Trinkwasser auch selbst trinke? „Absolut, zu Hause und bei der Arbeit. Es schmeckt mir gut und mir ist es persönlich wichtig, dass es deutlich nachhaltiger als Flaschenwasser ist.“ Trinkwasser aus der Leitung brauche keine Verpackung, die häufig aus Plastik ist. Und der Transport entfalle komplett.

Fünf Milliarden Liter Wasser pro Jahr

Die Stadtwerke Bayreuth versorgen laut Koch das gesamte Stadtgebiet mit Wasser. Rund fünf Milliarden Liter verbrauche die Stadt pro Jahr. Die stammen zu einem Teil aus der Ködeltalsperre der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), aus Quellfassungen im Fichtelgebirge und aus insgesamt zwölf Tiefbrunnen. In den Wasserwerken auf dem Eichelberg und im Löchleinstal veredeln die Stadtwerke das Rohwasser, indem es gefiltert und überschüssige Kohlensäure entfernt wird, und leiten es zu insgesamt drei Hochbehältern. Sie liegen auf den Anhöhen der Hohen Warte und dem Eichelberg. Dort können die Stadtwerke gut 24 Millionen Liter Trinkwasser zwischenspeichern. Durch den Höhenunterschied entsteht ein natürlicher Druck, der das Wasser ohne weitere Pumpen zu den Menschen in der Stadt fließen lässt. Lediglich für die höheren Lagen Bayreuths benötigen die Stadtwerke Bayreuth Pumpstationen. Insgesamt betreut das Unternehmen ein Rohrleitungsnetz mit einer Länge von 340 Kilometern. Die Qualität des Trinkwassers überprüfen zum einen Experten der Stadtwerke und zum anderen externe und speziell hierfür zugelassene Labore.