Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hieß es: "Die amerikanische Seite beschädigt mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen". Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA müsse von beiden Seiten eingehalten werden. Klar sei auch: "Europäische Gesetzgebung und Handelspolitik entstehen in transparenten, rechtsstaatlichen Verfahren, und darauf durch unangekündigte Strafmaßnahmen gegen Schlüsselindustrien Druck auszuüben, ist unangebracht."
Experte: Social-Media-Beiträge sind kein Gesetz
Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: "Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen hält, werden sich bestätigt sehen." Allerdings müsse man beachten, dass Social-Media-Beiträge kein Gesetz seien.
Im vergangenen Sommer hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
Angespanntes Verhältnis
Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst. Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.
Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.
Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. Der US-Präsident kritisiert die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer beim Krieg gegen den Iran. In den vergangenen Tagen ging Trump etwa Kanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal an, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.