Weltfriedenstag Friedenskunst aus Blumenkästen

Ein Zeichen für den Frieden und gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine wurde am La-Spezia-Platz in Bayreuth gesetzt. Mit einer temporären Natur-Kunst-Aktion lenkte die Stiftung Verbundenheit die Aufmerksamkeit auf den andauerenden Krieg an Europas Außengrenze.

Vor 300 Jahren sind Oberfranken in die Ukraine ausgewandert. In Transkarpatien haben sie sich niedergelassen. Die Stiftung Verbundenheit mit Sitz in Bayreuth will ihre Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland zeigen. Sie arbeitet im Auftrag des Auswärtigen Amtes an der Einbindung dieser Gemeinschaften in die deutsche Außenpolitik. Nicht nur mit der Ukraine und ehemaligen Staaten der Sowjetunion, in der Deutsche leben. Vom 19. bis 22. September veranstaltet sie das Jugendforum Europa-Lateinamerika mit Vertretern deutschsprachiger Gemeinschaften in Lateinamerika und Europa.

Blumenkästen für den Frieden

Der Ratsvorsitzende der Stiftung, der frühere Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk, stellte am 21. September, dem Weltfriedenstag, dazu eine Natur-Kunst-Aktion vor. Den Internationalen Tag des Friedens riefen die Vereinten Nationen (UNO) ins Leben. In Bayreuth werde er nun ebenfalls mit den Teilnehmern des Forums am La-Spezia-Platz begangen. Diese hatten gut 25 Blumenkästen mit Herbstpflanzen bepflanzt. Daraus formten sie gemeinsam ein „Peace“-Zeichen. Die gelben „Beedabei“-Blumenkästen stammten von den Nürnberger Künstlern Peter Kalb und Gisela Bartulec, die das Projekt unterstützten.

Mit der symbolischen Kunst im öffentlichen Raum sollte an den „schrecklichen Angriff“ Russlands auf die Ukraine erinnert werden, so Koschyk. Die Verbundenheit mit den Ukrainern müsse weiterhin bestehen bleiben, appellierte er an die Zuhörer. Es sei wichtig, dass die Stadt Bayreuth am Weltfriedenstag die Fahnen der Ukraine und Europas gehisst habe. Geflüchtete Frauen aus der Ukraine sangen gemeinsam mit dem Zamirchor die ukrainische Nationalhymne. Der Chor unter Leitung von Barbara Baier setzte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach für die Völkerverständigung mit der Ukraine ein.

Spenden zugunsten eines Kinderkrankenhauses

Die Stiftung Verbundenheit hatte zu Beginn des Krieges eine humanitäre Brücke an Hilfen aus Oberfranken für Transkarpatien etabliert. Derzeit werden Spenden für ein Kinderkrankenhaus in Mukatschewo gesammelt. Die Kinderkrebsstation und die Frühgeborenenstation sollen unterstützt werden. So waren die Blumenkästen nur als zwischenzeitliche Installation zu verstehen. Wer wollte, konnte sich einen gegen eine Spende mit nach Hause nehmen. 70 000 Euro sammelte die Stiftung bereits für die Ukraine, sagte Koschyk auf Nachfrage. Sieben Hilfstransporte seien losgeschickt worden und Menschen wurden evakuiert. Ein weiterer Hilfstransport mit Hilfe des Klinikums werde vorbereitet.

Kraft und Mut, um weiter zu kämpfen

Zu den Gästen der Stiftung, die abends eine Diskussion im Iwalewahaus hielt und einen Filmvortrag zeigte, gehörte Julia Taips. Sie ist die stellvertretende Bürgermeisterin der 80 000-Einwohner-Stadt Mukatschewo. Dabei dankte sie der Stiftung für die Hilfe über die humanitäre Brücke. „Das gibt uns Kraft und Mut, weiter zu kämpfen.“ Dabei gehe es um Freiheit und Frieden in Europa und der ganzen Welt.

In ihrer Heimatstadt seien 40 000 Binnenflüchtlinge angekommen. Im Winter werden noch mehr erwartet. Für sie würden Wohnungen, Zimmer in Studentenwohnheimen und in leer stehenden Häusern gesucht. Auch im Krankenhaus würden die Geflüchteten behandelt. Doch der ukrainische Staat habe keine finanziellen Mittel dafür. „Unser Volk ist sehr mutig, wir sind stark und wir werden das überstehen“, sagte sie kämpferisch und warnte zugleich: „Der Krieg steht an der Tür zu Europa.“

Ohne Skrupel und menschliche Regung

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) verurteilte in einer Ansprache Putins Angriff auf die Ukraine und die Teilmobilmachung in Russland. „Ohne Skrupel und menschliche Regung“ gehe der russische Staatspräsident vor. Dabei seien alle Verträge zum jetzigen Status der Ukraine legal geschlossen worden. In Deutschland könne jeder seine Meinung sagen im Gegensatz zu Russland, wo nur noch die Stimmen der Hardliner zu hören seien. Auch hierzulande seien in der jüngeren Geschichte Verbrechen begangen worden. „Wir müssen eine wehrhafte Demokratie sein und sichern, was wir erreicht haben“, betonte Ebersberger. Die Wiedervereinigung sei friedlich verlaufen. Doch ohne Verteidigungsmöglichkeiten seien Frieden und Sicherheit in Europa in Gefahr. „Wir müssen dafür sorgen, dass man weiterhin in Frieden in Europa leben kann. Dazu gehören leider Waffen, um den Frieden zu sichern“, sagte der Oberbürgermeister.

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