Weltelite versammelt Anne Haug startet in Europa-Auswahl

Im Auftrag Europas unterwegs: Anne Haug. Foto: PTO

Ein einzigartiges Wettkampf-Format und reichlich Antrittsgeld: Mit diesen Qualitäten lockt der Collins-Cup die Triathlon-Weltelite in die Slowakei. Auch die Bayreutherin Anne Haug ist dabei als Mitglied der Europa-Auswahl.

Mannschaftswettkämpfe im Triathlon sind auf der Kurzdistanz längst etabliert. Da gibt es sie vom regionalen Ligabetrieb bis hin zur Weltmeisterschaft. Ein Format völlig anderer Art bietet jedoch der Collins-Cup, den die Profi-Organisation PTO an diesem Samstag zum zweiten Mal im slowakischen Samorin ausrichtet. Dort messen sich Auswahlmannschaften von Europa, den USA und dem Rest der Welt, wobei schon allein die anhand der PTO-Weltrangliste gestaffelten Antrittsgelder in einer Gesamthöhe von 1,5 Millionen US-Dollar (gleichmäßig verteilt auf Frauen und Männer) eine Vollversammlung der Weltelite garantieren – mitten drin: die Bayreutherin Anne Haug für Europa.

Die Aufgabe für die jeweils sechs Frauen und Männer in jeder Auswahl besteht in der Bewältigung einer verkürzten Mitteldistanzstrecke über zwei Kilometer Schwimmen, 80 km Radfahren und 18 km Laufen. Dabei werden ab 13 Uhr im Abstand von zehn Minuten zwölf getrennte Rennen gestartet – jedes mit nur einer Person aus jedem Team. Für den Sieg in jedem Dreiervergleich gibt es drei Punkte für die Mannschaftswertung, für den zweiten Platz zwei und für den dritten einen. Eine Gesamteinzelwertung gibt es nicht, aber die individuelle Zeit ist trotzdem von Bedeutung. Es gibt nämlich Bonuspunkte für die Größe des Abstands zu den direkten Konkurrenten: 0,5 für zwei Minuten, 1,0 für vier Minuten und 1,5 für sechs Minuten. Wer also beide um mehr als sechs Minuten hinter sich lässt, kann maximal sechs Zähler sammeln.

Mindestens ebenso wichtig wie gute Zeiten ist allerdings eine kluge Zusammenstellung der einzelnen Rennen, die erst bei der Eröffnungszeremonie erfolgt und in abwechselnder Wahl der Teamkapitäne vorgenommen wird (für Europa die früheren Weltklasse-Athleten Normann Stadler aus Weilheim und Natascha Badmann aus der Schweiz). Wer nämlich beispielsweise die/den Zweitschnellste(n) gegen die/den Beste(n) aufbietet, hat am Ende Punkte verschenkt – schließlich hätte sie/er jedes andere Rennen gewonnen, nur dieses eine eben nicht. Aber zu große Abstände kann man sich andererseits auch nicht leisten.

Bei der Premiere dieses Wettbewerbs vor einem Jahr an gleicher Stelle, rund 25 Kilometer südöstlich von Bratislava, wurde die Europa-Auswahl ihrer Favoritenrolle mit 42,5 Punkten gerecht vor den USA mit 31,5 und dem „Rest der Welt“ mit 25,5. Anne Haug absolvierte die Strecke damals in 3:37:49 Stunden, wobei sie wegen technischer Probleme beim Wechsel auf das Rad etwa eine halbe Minute verlor. Das war im Gesamtvergleich die siebtbeste Zeit und reichte in ihrem Rennen nur zum zweiten Platz hinter der Amerikanerin Jackie Hering (3:35:26) und exakt eine Minute vor Jeanni Metzler aus Südafrika. Tagesschnellste war Taylor Knibb (USA), die in 3:30:10 sogar die fünfmalige Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf aus der Schweiz um fast 17 Minuten distanzierte.

INFO: Der Collins Cup wird im Fernsehen live bei Eurosport übertragen.

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