Weiteres Neuland Medi-Team beim dänischen Serienmeister

Die Nachverpflichtung von Nimrod Hilliard (am Ball) hat den Spielaufbau der Bakken Bears verstärkt. Foto: FEC

BASKETBALL. Weiteres Neuland betritt Medi Bayreuth zum Start in die zweite Gruppenphase des Fiba-Europe-Cups. Nach Lettland, Kosovo und Zypern in der ersten Runde gastiert der Bundesligist auch am Mittwoch in einem Land, das er in seinen zwei Spielzeiten in der Champions League noch nicht besucht hatte. Um 18.30 Uhr beginnt die Partie bei den Bakken Bears im dänischen Aarhus.

 

„Diese Gruppe ist ausgeglichener als in der ersten Phase“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner über die anstehenden Aufgaben im Kampf um die ersten beiden Plätze in Gruppe I, mit denen die Qualifikation für das Viertelfinale verbunden ist. „Eine Mannschaft wie Apoel Nikosia sehe ich da nicht.“ Den Auftaktgegner ordnet er neben den anderen kommenden Rivalen aus Portugal (Benfica Lissabon) und Belgien (Spirou Charleroi) „mittendrin“ ein: „Das ist eine sehr tief besetzte Mannschaft, die auf elf etablierte Spieler zurückgreifen kann.“ Dazu tragen sieben Ausländer im Kader bei, darunter neben vier Amerikanern auch drei Spieler mit etwas ungewöhnlicheren Staatsbürgerschaften: die Flügelspieler Chris Ortiz aus Puerto Rico und Tylor Ongwae aus Kenia sowie Center Michel Diouf aus dem Senegal.

Vor allem aber können die Bakken Bears von allen Bayreuther Gruppengegnern die besten internationalen Referenzen vorweisen. Nachdem sie 2018 das Halbfinale des Fiba-Europe-Cups erreicht hatten (0:2 gegen Avellino/ITA), scheiterten sie in der vergangenen Saison im Viertelfinale am späteren Finalisten S.O. Würzburg mit 76:75 und 70:86. Die aktuelle Runde hatten die Dänen in der Qualifikation zur Champions League mit einem 95:86-Sieg bei Keravnos auf Zypern vielversprechend begonnen, aber dann ging das Heimspiel mit 69:94 verloren. Der Europe-Cup begann danach ebenfalls mit einer Heimniederlage (81:87 gegen Körmend/HUN), aber dann gelang mit fünf Siegen in Folge noch der Gesamtsieg in Gruppe H.

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Seit 2003 immer im Playoff-Finale

Noch viel eindrucksvoller liest sich die Bilanz der Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt Dänemarks innerhalb der nationalen Liga. Seit 2003 ging dort keine Saison mehr zu Ende, ohne dass die Bakken Bears im Finale standen. Zwölfmal holten sie sich dabei auch den Titel (zuletzt wieder dreimal in Folge), nur fünfmal musste man sich in Aarhus mit der Vizemeisterschaft zufrieden geben. In der laufenden Runde der relativ kleinen Liga mit zehn Teams ist der Serienmeister schon wieder mit 9:0 Siegen die einzige ungeschlagene Mannschaft. „Viele Siege geben Selbstvertrauen, und man lernt, erfolgreich mit kritischen Situationen umzugehen“, beurteilt Raoul Korner diese ungewöhnliche Dominanz. Es sei allerdings schwer, daraus einen internationalen Vergleich abzuleiten: „Andererseits haben sie nicht so starke Konkurrenz wie beispielsweise wir. Sie müssen nicht gegen Alba Berlin spielen, wo jeder Fehler bestraft wird.“

Für die Einordnung der Spieler eignen sich folglich am besten die internationalen Statistiken. Am bekanntesten im Bayreuther Lager dürfte Ryan Evans sein, denn der US-Forward hat in der Saison 2016/17 bei Hyeres-Toulon in Frankreich zeitweise zusammen mit Lucky Jones gespielt. Evans führt die Korbschützenliste der Bakken Bears im Fiba-Europe-Cup mit 13,3 Punkten pro Spiel an, genau gleichauf mit dem senegalesischen Center Michel Diouf (30 Jahre; 2,08 m), der bei Burgos in Spanien ebenfalls schon auf deutlich höherem Niveau als in Dänemark aktiv gewesen ist. Beide waren auch schon in der Vorsaison mit ähnlichen Bilanzen dabei. Mitte November wurde der Kreis der ausländischen Spieler noch einmal verstärkt durch Nimrod Hilliard. Der US-Spielmacher kam vom schwedischen Vizemeister Boras, bei dem er zwei Jahre lang bester Scorer war (zuletzt mit 19,6 Punkten und 6,5 Assists im Schnitt). Zuvor hatte Hilliard in Deutschland für den damaligen Zweitligisten Crailsheim gespielt und 9,7 Punkte pro Spiel gesammelt. Bei den Bakken Bears zeichnete er sich bislang in drei FEC-Spielen mit 13,0 Punkten und 6,7 Assists aus.

Trotz der Dominanz in der dänischen Liga spielen die Bakken Bears bei der Besetzung des Nationalteams gar keine so große Rolle. Dessen Leistungsträger stehen nämlich zum größten Teil im Ausland unter Vertrag. In den letzten vier Spielen der EM-Vorqualifikation war niemand aus Aarhus dabei. Immerhin je vier Länderspiel-Einsätze gab es in diesem Jahr aber schon für den 33-jährigen Aufbau-Routinier Adama Darboe und Flügelspieler Darko Jukic (29; 1,99 m). Dabei kamen sie durchschnittlich auf beachtliche 10,3 beziehungsweise 13,0 Punkte.

Info: Im Medi-Aufgebot wird heute erneut Evan Bruinsma fehlen. Grund sind seine Rückenbeschwerden, die auf einen Schlag und einen Sturz im BBL-Heimspiel gegen Bonn zurückgehen.

 

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