Wehrleute kollabieren 500.000 Euro Schaden nach Feuer bei Ireks

Foto: Melitta Burger

KULMBACH. Bis an den Rand ihrer Kräfte waren zahlreiche Feuerwehrleute am Mittwochnachmittag bei Löscharbeiten beim Kulmbacher Nahrungsmittelunternehmen Ireks gefordert. Dort war, wie Kreisbrandmeister Yves Wächter berichtet, in einem Gebäude, in dem unter anderem eine dreistöckige Filteranlage untergebracht ist, ein Feuer ausgebrochen. Der Sachschaden wird nach ersten Erkenntnissen auf rund 500 000 Euro geschätzt. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Ireks von Mittwochabend hervor.

In ihrer schweren Schutzkleidung hatten es die Feuerwehrleute in sengender Hitze alles andere als leicht. Gleich vier Einsatzkräfte erlitten einen Kreislaufkollaps und mussten ärztlich behandelt werden.

Der Alarm aus der Ireks ging um 14.35 Uhr ein. Zunächst war nicht klar, wie umfangreich das Feuer war. An den Brandort sei schwer heranzukommen gewesen, sagt Yves Wächter. Zwei Drehleitern wurden eingesetzt. Sechs Atemschutztrupps bekämpften das Feuer von innen.

Ausgegangen war das Feuer wohl von einer Schnecke, die zu einem Gerät gehört, in dem Mehl verarbeitet wird. Schnell fraßen sich die Flammen über die Isolierung aufwärts, breiteten sich über drei Stockwerke bis zum Dach aus.

Eine Stunde dauerte der Einsatz, als plötzlich mehrere Rettungswagen und Notärzte mit Blaulicht bei dem international tätigen Backmittelhersteller vorfuhren. Auch das gemeinsame Einsatzleitungsfahrzeug von Maltesern und BRK wurde vor der Ireks positioniert. Der Grund: Zwei Feuerwehrleute hielten dem kräftezehrenden Einsatz bei 37 Grad Celsius im Schatten nicht stand, ihr Kreislauf kollabierte.

Die Sanitäter und Ärzte waren gerade dabei, als ein weiterer Feuerwehrmann und später noch ein vierter ebenfalls wegen eines Schwächeanfalls Hilfe brauchten. Glücklicherweise, berichtet Yves Wächter, ist keinem der Retter etwas Schlimmeres zugestoßen. Sie alle wurden vor Ort sofort behandelt, mit genügend Flüssigkeit versorgt und konnten sich dann ausruhen. Ins Krankenhaus musste keiner gebracht werden.

Landrat Klaus Peter Söllner und Oberbürgermeister Henry Schramm waren, als die Nachrichten vom Brand in der Ireks immer ernster wurden, zum Brandort geeilt. Beide zollten den Wehrleuten ihren Respekt. „Man kann die Feuerwehrleute nur bewundern“, betonte Söllner. „Wir können stolz sein, dass wir so tüchtige Einsatzkräfte haben.“

Aufgrund der Höhe der Gebäude herrschten auf dem Ireks-Gelände besondere Umstände. Das habe man nun bei diesem aktuellen Feuer sehen können, das sich über mehrere Stockwerke ausgebreitet habe. Wegen des Qualms im Inneren des Gebäude müsse mit Atemschutz gearbeitet werden. Das zusammen mit der schweren Schutzkleidung und den hohen Außentemperaturen habe bei einigen der Helfer zu gesundheitlichen Problem geführt.

Gegen 16.30 Uhr, berichtet Kreisbrandmeister Yves Wächter, konnten die Drehleitern wieder abgebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Maschine auf 30 Grad heruntergekühlt. Die Feuerwehr konzentrierte sich dann noch darauf, den Brandort mit Hilfe einer Wärmebildkamera auf möglicherweise noch vorhandene Glutnester zu überprüfen und Nachlöscharbeiten durchzuführen.

Im Einsatz waren neben der gesamten Kulmbacher Feuerwehr auch noch weitere Wehren aus dem Landkreis, zwei Notärzte, fünf Rettungswagen und auch der Einsatzleiter Rettungsdienst. Zahlreiche Feuerwehr-Führungskräfte waren ebenso an den Brandort in der Lichtenfelser Straße geeilt wie der Fachberater des Technischen Hilfswerks.

 

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