„Wenn ein Patient zum ersten Mal stationär ins Bezirkskrankenhaus kommt, ist das für Angehörige ein Schock“, sagt Ursula Geßlein, Vorsitzende des Vereins Angehörige psychisch Kranker, in Bayreuth. Damit diese Angehörigen nicht hilflos sind, aufgefangen werden und auch erfahren, wie sie selber helfen können, hat der Verein zusammen mit Fachpersonal der Bezirkskliniken eine Art Kompass erstellt.

Checklliste mit wichtigen Fragen

Eine Mappe, mit deren Hilfe man sich im Klinikalltag, im Umgang mit Partner oder Elternteil  besser zurecht findet und die Tipps im Umgang mit Kranken enthält. Enthalten ist unter anderem eine Checkliste mit wichtigen Fragen an Ärzte und Adressen für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt. Ziel ist, Patienten und Angehörige zu begleiten, auch nach Ende des Stationären Aufenthalts.

Angehörige schwer belastet

„Angehörige sind durch die Erkrankung einer nahestehenden Person schwer belastet“, sagte Prof. Thomas Kallert, Leitender Ärztlicher Direktor der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, bei Vorstellung der Mappen. Dabei sei ihre Unterstützung bei der Behandlung der Kranken sehr wichtig. Kallert kritisierte, dass es keine verbindliche Regelung gibt, wie Angehörige in die Behandlung einbezogen werden können. Die Mappen, die auch an den anderen Kliniksandorten der Gebo in Oberfranken eingeführt werden, sollten hier Abhilfe schaffen.

Info: Die Rolle Angehöriger psychisch Kranker ist auch Thema eines Vortrags von Thomas Kallert beim Symposium „Aktuelle Kernfragen in der Psychiatrie“ an diesem Freitag ab 9 Uhr im Bezirkskrankenhausein Bayreuth.