Wasserzweckverband Es wird teurer in Sanspareil

Oft im roten Bereich: Die Jahresrechnungen der Wasserversorgung 
Sanspareil seit dem Jahr 1999. Grafik: Julia Frankenberger

SANSPAREIL. Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Sanspareil-Gruppe hat jetzt die überörtlichen Prüfungen der Jahresrechnungen der letzten zwanzig Jahre festgestellt und genehmigt: am Ende bleibt eine Unterdeckung in Höhe von mehr als 150 000 Euro. Diese muss nun ausgeglichen werden.

Eigentlich stand nur die Bekanntgabe und Feststellung der Jahresrechnungen an. Allerdings wurden die Jahresrechnungen seit 1999 vorgelegt. In den ersten Jahren führte Georg Stübinger noch den Vorsitz, deshalb veranlasste der aktuelle Vorsitzende des Zweckverbandes, Günther Pfändner, die Feststellung und Entlastung. In den folgenden Jahren bis heute hatte Pfändner den Vorsitz.

Obwohl die Wasserversorgung kostendeckend geführt werden muss, weisen die Jahresabschlüsse Minusbeträge auf. Im Jahr 2017 hielt sich das Minus von einem Fehlbetrag in Höhe von rund 2400 Euro noch in Grenzen. Am massivsten war der Fehlbetrag im Jahr 2005: Damals machte der Zweckverband ein Minus in Höhe von mehr als 91 000 Euro.

Einige Jahre verliefen kostendeckend oder mit einem Plus. Doch am Ende bleibt eben ein sattes Minus (Grafik)

In den Jahren bis 2006 kam ein Minus in Höhe von mehr als 201 000 Euro zusammen, im nächsten Kalkulationszeitraum ein Minus von rund 39 000 Euro. Die Jahre 2011 bis 2014 verliefen positiv: Die Bürger hätten durch eine Senkung des Wasserpreises eine Entlastung erfahren können. Im aktuellen Kalkulationszeitraum gibt es bereits eine Unterdeckung in Höhe von 28 000 Euro – das Jahr 2018 und das Jahr 2019 mit dem Bau der Leitung nach Alladorf für 530 000 Euro ist noch nicht einbezogen.

Pfändner betonte in der öffentlichen Sitzung, dass es bislang noch nie eine überörtliche Prüfung der Jahresrechnungen gegeben hatte und dass diese noch nie festgestellt worden waren. Auch eine Entlastung wurde bislang nie vorgenommen. Dennoch war die Erledigung dieses Tagesordnungspunktes eine reine Formsache. Einstimmig stellten die Mitglieder des Zweckverbandes die Jahresrechnungen fest und entlasteten den Vorsitzenden. Karin Barwisch aus Hollfeld regte an, die Kalkulation des Wasserpreises künftig alle vier Jahre neu zu überdenken und anzupassen. „Dann ist der Schock für die Bürger nicht so groß“, sagte Barwisch. Der Zweckverband beschloss, dass die Unterdeckung ausgeglichen werden solle. In vier bis sechs Wochen wird Arno Bitterwolf von der gleichnamigen Kommunalberatung eine überarbeitete Gebührenkalkulation ausgearbeitet haben – die Mitglieder des Zweckverbandes können dann neu über die Wasserpreise entscheiden. Außerdem werden Verbesserungsbeiträge kalkuliert und auch eine Entschädigungssatzung werde erstellt, so Bitterwolf.

Bitterwolf betonte, dass seine Mahnungen, die er schon im Vorjahr vorgetragen hatte, die kalkulatorischen Kosten an die Realitäten anzupassen, nicht an Kritik an dem Zweckverbandsvorsitzenden zu verstehen gewesen seien. „Es steht mir nicht an, Kritik zu üben.“

Pfändner wehrte sich gegen Negativschlagzeilen und verwies stattdessen darauf, dass die künftigen Maßnahmen jetzt unter die Kategorie „Härtefall“ fallen würden. Dies sorge für voraussichtlich 840 000 Euro Zuschuss für die Erneuerung von Leitungen und rund 461 000 Euro für die Erneuerung der Hochbehälter. Dies sei ein Fördersatz von siebzig Prozent. „Das ist Geld, das wir den Leuten nicht abnehmen müssen.“ Die Bürger sollten durch die Investitionen nicht über die Maßen belastet werden, sagte er gegenüber dem Kurier. Konkret sind Summen von sechs Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und 70 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche im Gespräch.

 

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