Keime im Wasser Fehler entdeckt: Problem in Spülleitung

Die Einspülleitung, die sich vom Untergeschoss bis auf die gelben Filtertürme zieht, ist wohl die Ursache für den Keim-Eintrag ins Trinkwasser im Wasserwerk am Eichelberg. Foto: Eric Waha/Eric Waha

Problem erkannt: Jetzt steht fest, wo das Problem ist, das die Ursache ist für die Keimbelastung des Trinkwassers aus dem Wasserwerk am Eichelberg, dem aktuell mit Chlorzusatz beigekommen wird. Gechlort wird weiter.

Die fieberhafte Suche nach dem Problem hatte Erfolg: Im Wassserwerk der Stadtwerke am Eichelberg ist jetzt die Ursache gefunden, die eine Verkeimung des Trinkwassers ausgelöst hat, der mit Chlorzusatz beigekommen wird. Es lag in der Spülleitung vom Tank für das Filtermaterial zu den Filtern selbst. Das sagt Jan Koch, Pressesprecher der Stadtwerke, am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung. Das bedeutet aber nicht, dass damit aufgehört werden kann, dem Wasser weiter Chlor nach den scharfen Grenzwerten der Trinkwasserverordnung zuzusetzen.

Ursachenforschung abgeschlossen

„Die Ursachenforschung ist abgeschlossen“, sagt Koch im Kurier-Gespräch. „Der Prozess hat sich über eine ganze Woche hingezogen und hat uns intensiv beschäftigt. Wir waren – und sind in diesem Aufgabengebiet unterwegs.“ Vor einer guten Woche, am Dienstag, 8. November, hatte man bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass die Belastung mit coliformen Keimen – die nicht zur Gruppe der Ecoli-Bakterien gehören, wie Koch betont – über dem Grenzwert lag, sofort war dem Wasser Chlor zugesetzt worden, um dem – nicht gesundheitsschädlichen – Keim den Garaus zu machen. Zeitgleich hatte man bei den Stadtwerken mit der Ursachenforschung begonnen.

Zubringer-Leitung zum Filter ist schuld

Die Kreise, die man zog, waren groß, wie Koch weiter sagt: Man hatte außerhalb der Anlage gesucht, man hatte die Zubringer-Leitungen untersucht, man hatte die Tiefbrunnen untersucht, was glücklicherweise alles nach und nach ausgeschieden sei. „Das Ergebnis war: Das Wasser kommt sauber im Wasserwerk am Eichelberg an“, von dem aus der südöstliche Teil des Bayreuther Netzes über die sogenannte Eichelberg-Zone mit Trinkwasser versorgt wird.

Neues Filtermaterial frei von Belastung

Mit sorgfältiger Beprobung wurde das Problem mehr oder weniger Millimeter für Millimeter im Wasserwerk selbst eingekreist. Koch: „Nachdem wir einen der Filter beprobt haben, war das Problem da.“ Es hatte diesbezüglich eine Veränderung gegeben, dass „neues Filtermaterial eingebracht worden war“. Die Hypothese, dass es am Material liegen könne erledigte sich aber bei entsprechender Untersuchung. „Es gab kein auffälliges Ergebnis.“

In der Verbindung zur Anlage

Allerdings habe man dann „in letzter Konsequenz herausgefunden, dass es die Spülleitung“ sein müsse, die das Silo mit dem trockenen Filtermaterial – Gewicht: zwölf Tonnen – mit der Anlage mit den je 80 Tonnen Filtermaterial fassenden Filtern verbindet. „Man kann trotz einer vorschriftsmäßigen Nutzung der Anlage nicht abschließend sagen, wie das zustande kommen konnte“, sagt Koch.

Belastung noch im Filter

Über die Leitung wurde die Keimbelastung jedoch in die Filter gebracht: Während der eine Filter kaum Belastung aufweist, sei der andere stärker belastet. Deshalb muss auch das Chloren des Wassers fortgesetzt werden und kann nicht – wie ursprünglich beabsichtigt – zeitnah wieder eingestellt werden, sagt Koch auf Nachfrage. „Wir wollen natürlich so schnell wie möglich zur gewohnten Qualität des Wassers ohne Chlor zurück. Aber aktuell können wir uns nicht dazu äußern, wann das so weit sein wird.“ Man könne erst dann mit dem Zusatz des Chlors aufhören, wenn die komplette Anlage frei von Belastung ist.

Spülen, spülen und spülen

Was nicht ganz so einfach ist, denn: 80 Tonnen Jurakalk-Kügelchen haben „eine riesige Oberfläche“, die entsprechend gespült werden müsse, „um die Keimbelastung rauszubringen“. Der Spülprozess unter Zugabe von Chlor und Sauerstoff, um das Filtermaterial aufzuwirbeln, müsse immer wieder wiederholt werden.

Wasser kann normal verwendet werden

Das Wasser könne aber ganz normal verwendet werden, es entspreche der strengen deutschen Trinkwasserverordnung. „Wir halten derzeit auch die Grenzwerte ein“, sagt Koch, die über ein „Messnetz, das wir über den gesamten Bereich gespannt haben, auch täglich beprobt werden“.

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