Wandern in Betzenstein Zu Höhlen und Felsen

Klaus Trenz

Die Stadt Betzenstein verfügt über zahlreiche Naturdenkmäler rund um den Ort. Es handelt sich dabei, wie in der gesamten Fränkischen Schweiz, vor allem um imposante Dolomitfelsen mit teils bizarren Ausformungen. Felsdurchbrüche oder Felsentore findet man in Betzenstein teils fast schon alle paar Hundert Meter. Ein nur rund vier Kilometer langer Rundwanderweg führt vom Marktplatz aus zu Felsformationen und Naturdenkmälern unter anderem mit mysteriösen Namen wie Hexentor oder Wasserstein.

Betzenstein - Der Heimatverein Betzenstein hat auch hier gute Arbeit geleistet und den Weg mit einem roten Punkt bestens markiert. Alle Naturdenkmäler sind zugänglich, aber jetzt im Winter sollte man Vorsicht walten lassen, wenn man die Felsen und Höhlen unter die Lupe nimmt. Man sollte auf Eisplatten auf den Stufen zu den Denkmälern und auf glatte und glitschige Stellen achten. Ansonsten ist eine kleine Wanderung im noch immer einigermaßen verschneiten Betzensteiner Laubwald eine anregende und durchaus spannende Angelegenheit. Schon immer haben markante Felsformationen und Höhlen die Fantasie beflügelt und galten als Orte, in denen unheimliche Wesen hausten.

37 Meter lange Durchgangshöhle

Vom Hinteren Tor aus in Betzenstein führt der Weg zur Klauskirche, einer rund 37 Meter lange Durchgangshöhle. Entlang am Freibadzaun und der Pension Windmühle kommt man schnell zum Hexenboden, einer Felsformation nahe der Ortschaft Kröttenhof. Dort befinden sich das Hexentor – ein Felsdurchbruch – und zudem mehrere Kleinsthöhlen. Warum das Felsgebilde Hexentor heißt, kann man erahnen. Es existiert dafür allerdings keine spezifische Sage.

Es geht durch Kröttenhof hindurch und dann rechts ab in Richtung Wald. Dort kann man einen kleinen Abstecher zur Buchnerhöhle machen und gleich darauf folgt das Naturdenkmal Wassersteintor – ebenfalls ein Felsdurchbruch. Wieder ein paar Hundert Meter weiter gelangt man zum Großen Wasserstein, den man nach einigen Stufen nach oben erkunden kann.

Vorgeschichtliche Zufluchtsstätte

Es soll sich dabei um eine vorgeschichtliche Zufluchtsstätte und Jägerstation gehandelt haben. Ein Schild weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass dort 1951 bei Grabungen das kleinste Säugetier der Eiszeit gefunden wurde: Eine Zwergspitzmaus von der Größe einer Hummel.

Am Dolomitmassiv entlang kommt man dann zur Gemeindeverbindungsstraße von Höchstädt nach Betzenstein (Höchstädter Straße), auf der man zurück zum Marktplatz in Betzenstein gelangt.

Ganz Süddeutschland war vor rund 160 bis etwa 150 Millionen Jahre von einem Flachmeer bedeckt. Es lagerten sich Sedimente am Meeresboden ab, die heute die meisten Gesteine in der Fränkischen Alb bildeten. Als sich das Meer im Laufe von Jahrmillionen immer weiter zurückzog, wurden die Flächen zu Beginn der Kreidezeit (vor 145 bis 66 Millionen Jahren) allmählich zum Festland.

Die Kalk- und Dolomitgesteine verwitterten, was man als Verkarstung kennt. Übrig blieben dadurch die teils bizarren Felsgebilde und die vielen Höhlen, wie man sie heute findet.

 

Bilder