Waldstockverein hat saniert Mehrere Tausend Arbeitsstunden

Frank Heidler
Nach dem Umbau und der Sanierung erstrahlen die WC-Anlagen im Böheim-Gebäude in neuem Glanz. Der größte Teil der Baumaßnahme wurde in einem Dreivierteljahr erledigt. Handwerker und Helfer waren über Monate im Einsatz. Foto: red/Frank Heidler

Beim Waldstockverein in Pegnitz wurde ordentlich angepackt - Umbau- und Sanierungsarbeiten im Böheim-Gebäude sind nach einem Dreivierteljahr fast beendet.

Pegnitz - Die Einweihungs-Fete muss noch warten: Dennoch ist der Vorsitzende des Waldstockvereins, Johann Badstieber, beim Rundgang durch den sanierten und umgebauten Toilettenbereich mehr als zufrieden. „Die Arbeiten sind bis auf ein paar Kleinigkeiten abgeschlossen.“

Wer genau hinsieht, entdeckt noch ein paar kleinere Baustellen. Von der Decke hängen weiße Stromkabel, an denen bald Lampen befestigt werden. „Lampen und Lüftung sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet, das ist heute Standard“, sagt Badstieber.

Die Türblätter müssen noch abgeschliffen und neu gestrichen werden. Auch an den Türrahmen nagte der Zahn der Zeit. Die Farbe ist teilweise abgeblättert. „Wir haben noch Wandfarbe übrig und sind nur noch nicht dazu gekommen, das zu erledigen.“ Selbstverständlich werden noch die alten und unansehnlichen Aufkleber von den Türblättern abgespachtelt.

Historische Emaille-Schilder

Ganz sicher aber werden dort die historischen Emaille-Schilder mit der Aufschrift „Damen“ und „Herren“ wieder ihren Platz finden und für historischen Charme sorgen.

Ein Dreivierteljahr hätten diese Abbruch-, Umbau- und Sanierungsarbeiten gedauert. „Mit Pausen“, wie Badstieber korrekterweise anmerkt. „Die Trennwände für die Toiletten wurden erst im Dezember 2021 geliefert.“ Aber jetzt ist es endlich geschafft.

Gerade bei den groben Arbeiten wie Mauerdurchbrüchen konnte sich Badstieber auf die Unterstützung von „fünf bis zehn Helfern“ aus dem Waldstockverein verlassen. „Unser harter Kern.“

Mehrere Tausend Arbeitsstunden

Bei der Frage nach den geleisteten Arbeitsstunden musste der Vorsitzende jedoch passen. „Das waren viele, viele Stunden, wahrscheinlich mehrere Tausend.“ Alles in der Freizeit ehrenamtlich geleistet. Dazu noch diverse Handwerkereinsätze, gerade bei den Elektroarbeiten und dem Austausch maroder Fenster.

Aufgestellt wurden Trockenbauwände, die WC-Fußböden wurden völlig neu aufgebaut. Die gute Nachricht gerade für Besucherinnen der Veranstaltungen: „Wir haben jetzt drei Damen-Toiletten.“ Vorher war es eine einzige. Also keine so langen Schlangen in den Tanz- und Konzertpausen bei Waldstock-Veranstaltungen im Gebäude der Böheim-Brauerei mehr.

50.000 bis 60.000 Euro

Die Gesamtkosten der kompletten Maßnahme schätzt der Vorsitzende auf „50.000 bis 60.000 Euro“. Der Löwenanteil wird dabei aus einem Zuschuss in Höhe von 43.000 Euro bestritten. Die hochwillkommene Finanzspritze stammt aus dem bundesweiten Förderprogramm „Neustart Kultur“, das in der Corona-Krise durch die Bundesregierung aufgelegt worden war. Natürlich war vor Auszahlung des Zuschusses auch ein kleiner Eigenanteil der Pegnitzer fällig.

Förder-Milliarde

Nachdem die erste Förder-Milliarde aus dem „Neustart Kultur“ schon nach wenigen Monaten aufgebraucht war, machten die Bundespolitiker gleich eine zweite Milliarde locker. Von dieser Riesensumme machen die Pegnitzer Waldstock-Bedürfnisräume natürlich nur einen Mini-Bruchteil aus.

Nicht unerheblich zum Gelingen des Vorhabens hat auch der Gebäudeeigentümer, Getränkehändler Martin Weiß aus Auerbach, beigetragen. „Ich habe in mein eigenes Gebäude investiert“, bestätigt er.

Eigentümer investiert ebenfalls

Den Fenstereinbau und die Trennwände hat Weiß aus eigenen Mitteln bestritten. Den Aufwand schätzt der Waldstock-Vorsitzende Johann Badstieber auf etwa 15.000 Euro. Beide Seiten, Waldstockverein und Gebäudebesitzer, betonen die „gute Zusammenarbeit“.

Trotz aller guten Nachrichten zum Umbau kann der Verein noch nicht mit neuen Veranstaltungen durchstarten. „Die Räume werden im Augenblick mehr oder weniger privat genutzt“. Mehr sei unter Corona nicht möglich, bedauert der Waldstock-Vorsitzende.

Und dabei machen auch die übrigen Räume im Böheim-Gebäude einen einladenden Eindruck. So wurde im „Schalander“ der Brauerei durch den Waldstock-Verein eine ganze Küchenzeile eingebaut. „Das ist unser Vereinsheim.“ Nicht zu übersehen auf der weißen Schrankfläche sind zwei großformatige rote Firmen-Embleme „Böheim-Brauerei“. Dazu der Vorsitzende: „Wir haben schon immer Böheim-Bier bei unseren Veranstaltungen getrunken“. Und ausgeschenkt, versteht sich.

Ein Stockwerk höher, im eigentlichen Tanz- und Konzertraum, zieht ein ausgestopfter Dachs die Blicke von Besuchern auf sich. „Der stand bei Waldstock in der Kaffee-Bar“, erklärt Johann Badstieber. Unmittelbar daneben auf einer jetzt ausgeschalteten Leuchttafel, wird in blassroten Lettern für eine längst vergangene Neon-Party der Q-Stufe des Gymnasiums geworben.

Kleiner Büroraum

Sogar einen kleinen Büroraum können die Waldstock-Verantwortlichen künftig nutzen. Dieser misst jedoch nur etwa fünf bis sechs Quadratmeter Grundfläche. „Da können wir die Verwaltung für unsere Veranstaltungen erledigen.“ Noch stehen die meisten Akten jedoch bei Vereinskassier Michael Weber zuhause, bis das Regal aufgebaut ist.

Eines ist Johann Badstieber und seinen Mitstreitern beim Umbau schon jetzt klar: „Ohne Corona und den ruhenden Veranstaltungsbetrieb hätten wir gar nicht die Zeit gehabt, eine solche Umbaumaßnahme durchzuziehen.“

 

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