Waldbrand bei Theta Großaufgebot an Einsatzkräften rettet Kühnleite

COTTENBACH/THETA. Es hätte sich zu einem riesigen Flächen- und Waldbrand ausbreiten können. Durch den Einsatz von rund 300 Feuerwehrfrauen- und Männern unter extrem schwierigen Bedingungen ist ein Waldbrand zwischen Cottenbach und Theta in der Nacht zum Mittwoch aber vergleichsweise glimpflich ausgegangen.

Die Rauchsäule des Feuers ist auch in Bayreuth zu sehen am Abendhimmel. Auch der Kreisbrandrat Hermann Schreck hat dem Einsatzleiter Matthias Potzel von der Cottenbacher Feuerwehr gesagt, dass er die Rauchsäule über dem Wald auf der Anfahrt von Weidenberg gesehen habe.

Es ist ein Brand, der sich offensichtlich schnell ausgebreitet hat in einem sehr schwer zugänglichen Gelände. Der Einsatzleiter spricht von „massiven roten Flammen“, als er der Revierförsterin Karin Eckert-Hetzel, die gegen 22 Uhr an die Straße unterhalb des Brandortes geeilt kommt, einen kurzen Lagebericht gibt.

Viele Güllefässer im Einsatz

Auf der Straße zwischen Cottenbach und Theta reiht sich schon kurz nach der Erst-Alarmierung wenige Minuten vor 21 Uhr ein Feuerwehrfahrzeug ans andere, unablässig rollen die Traktoren mit angehängten Güllefässern vom Main bei Heinersreuth Richtung des Umschlagplatzes, wo das Wasser in einen riesigen Vorratssack gepumpt und dann weiter Richtung Brandort im Wald geschickt wird.

„Wir haben bestimmt zwischen 20 und 30 Güllefässer hier im Einsatz“, sagt Potzel. Die Landwirte helfen der Feuerwehr bei dem massiven Wasser-Engpass aus der Patsche. „Wir haben zwei Schlauchleitungen mit je rund 1,5 Kilometer Länge vom Cottenbacher Löschweiher herauf gelegt“, sagt Potzel. Am Main ist die Speichersdorfer Feuerwehr mit einer Hochleistungspumpe in Station gegangen.

Insgesamt rund 500 Feuerwehrleute aus der Stadt Bayreuth und dem gesamten Landkreis sind an den Einsatzort geeilt, schätzt der Kreisbrandrat Hermann Schreck, um den „massiven Waldbrand“, wie Potzel es nennt, zu bekämpfen. „Alles, was ein Tanklöschfahrzeug hat, ist hier.“

Wehrleute haben Großes geleistet

Die Meldung ist um 21.06 Uhr bei den Feuerwehrmännern eingegangen, sagt der Feuerwehrmann und Bindlacher Gemeinderat Alfred Lautner, der ebenso wie alle seine Feuerwehr-Kollegen in die Löschmontur gesprungen ist, statt den Abend vor dem Fernseher ausklingen zu lassen, wo er bis zum Eingang der Meldung gesessen war.

Gegen 22.20 Uhr sagt Matthias Potzel auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es sicher die Nacht durch dauern werde, den Brand in Schach zu halten und mit den Nachlöscharbeiten voran zu kommen. „Was wir jetzt brauchen, ist Manpower, um in dem großen Gelände die Glutnester rauszugraben.“

Die Försterin Karin Eckert-Hetzel ist am Tag nach dem Brand angetan von der Leistung der Feuerwehrleute. Wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, hätten die Mitglieder der Wehren, die an den Brandort geeilt waren, Großes geleistet. „Das ist ein extrem steiler Hang mit Einbuchtungen, ein wirklich schwieriges Gelände. Da hinaufzusteigen mit dem schweren Schlauch, das ist wirklich Schwerstarbeit. Zudem hat die Feuerwehr ja noch lange auch am Hang gegraben, um die Wurzelstöcke abzulöschen.“

Verblüffend: die Bäume an der Kühnleite, wie das Areal heißt, stehen noch. Und die „Kronen sind noch grün benadelt“, wie Eckert-Hetzel sagt, trotz der Tatsache, dass das Feuer nach oben durchgebrochen gewesen sein muss. „Ich habe schon Fälle erlebt, in denen sich Bäume nach einem solchen Brand erholt haben.“ Die Revierförsterin schätzt die Fläche, auf dem der Brand gewütet hat, auf rund 2000 Quadratmeter – doppelt so groß wie ursprünglich angenommen. Erholten sich die Bäume, sei der Schaden gering, stürben die Bäume ab, rechnet Eckert-Hetzel mit einem Sachschaden von rund 3000 Euro.

In mehrfacher Hinsicht riesiges Glück

Grundsätzlich aber, sagt Karin Eckert-Hetzel, habe man in mehrfacher Hinsicht riesiges Glück gehabt: „Dass der Brand so früh entdeckt wurde, dass die Feuerwehr mit so viel Manpower und so schnell vor Ort war und so viel Wasser an den Brandort gebracht werden konnte.“

Gebrannt habe demnach neben der Rinde der Bäume hauptsächlich Reisig und Streu, das nach dem „Durchforsten des Kiefern-Altbestandes im Februar oder März liegen geblieben war“, wie die Försterin sagt – bewusst liegen geblieben ist, „weil das Biomasse ist. In den Nadeln und im Reisig ist die Nährstoffkonzentration des Baumes. Man will, dass das wieder in den Nährstoffkreislauf zurückkommt.

Die Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute korrigiert die Pressesprecherin der Feuerwehr des Landkreises, Carolin Rausch auf Anfrage unserer Zeitung nach unten: Statt der ursprünglich geschätzten 500 Kräfte könne man realistisch von rund 300 ausgehen, die vor Ort von zwei Seiten gegen den Brand gekämpft hätten.

„500 wären es gewesen, wenn alle Fahrzeuge, die da waren, voll besetzt gewesen wären“, sagt Carolin Rausch. Bemerkenswert sei gewesen, dass die Bindlacher Feuerwehr neben diesem Einsatz und zweier Brandnachschauen in der Nacht noch zu zwei „weiteren Einsätzen binnen zwölf Stunden gerufen wurde: einem Zimmerbrand in einem Bindlacher Hotel und einem Brand nahe der Solaranlage am Bindlacher Berg“, wie Rausch sagt.

Dort habe ein Landwirt mit einem nicht angemeldeten Feuer Material verbrennen wollen. Das Feuer und die Wiese, die schon zu brennen begonnen habe, habe die Feuerwehr gleich mit abgelöscht.

Wie Alexander Czech, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, am Mittwochnachmittag sagt, sei neben zahlreichen Polizeikräften auch der Polizeihubschrauber im Einsatz gewesen, um mit der Wärmebildkamera den Einsatz von oben zu unterstützen.

Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch, sagt Czech.

 

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