Votum für Druckleitung Mistelbacher Abwasser fließt nach Bayreuth

Die Kläranlage der drei Gemeinden Mistelbach, Gesees und Hummeltal wird im nächsten Jahr durch eine Druckleitung nach Bayreuth ersetzt. Die Anlage soll zurückgebaut und zukünftig gewerblich genutzt werden Foto: Gunter Becker

Die Tage der Mistelbacher Kläranlage sind gezählt: Im Frühjahr soll mit dem Bau einer Druckleitung nach Bayreuth begonnen werden, haben die Vertreter der drei Mitgliedsgemeinden, die die Kläranlage gemeinsam betreiben, am Mittwochabend beschlossen. Die Kosten von rund 1,5 Millionen Euro werden über höhere Gebühren finanziert.

Bayreuth - Die Zukunft der Kläranlage der Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach dauert nur noch wenige Monate: In ihrer Sitzung am Mittwochabend haben die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung bei einer Gegenstimme beschlossen, die Abwasser der drei Mitgliedsgemeinden zukünftig nach Bayreuth zu leiten. Im Frühjahr soll der Bau einer Druckleitung beginnen.

Sanierung der Kläranlage oder Bau einer Abwasserleitung nach Bayreuth: Bereits in der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung am 22. Juni haben sich die Vertreter der drei Gemeinden Mistelbach, Gesees und Hummeltal für die Leitung ausgesprochen, erinnerte Vorsitzender Harald Feulner. Was an den damals noch nicht konkret vorliegenden geringeren Baukosten gelegen haben mag. Und das zurecht: Die Kosten für eine Druckleitung bis zum Gut Geigenreuth belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, die Kosten für eine Sanierung der in den Siebzigerjahren errichteten Kläranlage dagegen auf rund 3,6 Millionen Euro.

Verwaltungsleiter Lutz Lippert bezeichnete die Wahl der Leitungsalternative als eine „goldrichtige Entscheidung“. Man sei mit der Planung im Zeitplan und habe auch solche Probleme wie die Durchquerung eines Flora-Fauna-Habitats lösen können. „Man hat uns keine Steine in den Weg gelegt“, freute sich Lippert über die Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth und dem Wasserwirtschaftsamt. Den Zuwendungsbescheid habe man bereits beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht, die Höhe der Zuschüsse gab er mit mindestens 50 Prozent an.

Mit der Verlegung der vorgeschriebenen doppelwandigen Leitung soll im Frühjahr begonnen werden, berichtete Lippert weiter. Die Trasse werde parallel am Radweg entlang führen. Die Dauer der Bauarbeiten bezifferte er mit rund drei Monaten. Fast doppelt so lange betrage die Bauzeit für das Pumpwerk, das auf dem Gelände der Kläranlage errichtet werde.

Geklärt haben die Vertreter der Gemeinden auch die Finanzierung der Baumaßnahme. Drei Möglichkeiten trug Lippert vor: Von den Bürgern zu zahlende Verbesserungsbeiträge, eine Gebührenfinanzierung oder eine Mischung aus beiden. Von der ersten Variante würden die Vielverbraucher profitieren. Und alle Verbraucher, die zu einem späteren Zeitpunkt Abwasser einleiten.

Eine Finanzierung über die Abwassergebühren würde nicht nur für alle Bürger eine gleichmäßige Belastung bedeuten, sondern auch Geringverbrauchern Vorteile bieten. Feulner plädierte für das Modell Gebührenfinanzierung, da es sich um ein in die Zukunft gerichtetes Projekt handle, an dem sich auch spätere Kunden beteiligen müssen. Eine Einmalzahlung sei hingegen den Bürgern gegenüber ungerecht.

Hummeltals Bürgermeister Patrick Meyer nannte die Erhöhung der Gebühren um 30 Cent pro Kubikmeter als „verkraftbar“. Auch der Mistelbacher Bürgermeister Matthias Mann sprach sich für die Gebührenvariante aus, weil damit mögliche Rechtsstreitigkeiten , die das Modell Verbesserungsbeiträge provozieren könnte, verhindert würden.

Bei einer Gegenstimme gaben die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung grünes Licht für den Bau der Druckleitung und die Gebührenfinanzierung.

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