Vorgehen, Beschreibung und Fluchtweg bei Überfällen ähnlich wie bei einem Serientäter in Niedersachsen "Supermarkt-Killer" in Franken?

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Der Täter, der in der Region binnen einer Woche drei Supermärkte überfallen hat, ähnelt in Beschreibung und Vorgehensweise einem als „Supermarkt-Killer“ gesuchten Mann. Dieser hat im Dezember vergangenen Jahres in einem Supermarkt in Hannover ein Blutbad angerichtet.

Haben die Supermarkt-Überfälle in der Region etwas zu tun mit einem Mord nach einem Überfall in Hannover 2014? Foto: Ralf Münch Foto: red

In Hannover gibt es eine ganze Reihe von Verfahren, die dem Täter zugeschrieben werden: Insgesamt sind es 43 Überfälle, „die wir scharf beobachten, weil wir Ähnlichkeiten sehen“, wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge aus Hannover dem Kurier bestätigte. „Dazu könnten auch die drei Überfälle gehören“, die innerhalb einer Woche in Kulmbach, Pegnitz und Hof stattfanden.

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Zu dem tödlichen Überfall auf einen Supermarkt an der Weizenfeldstraße in Hannover kam es Ende des Jahres. Die Vorgehensweise des Täters ist dabei ähnlich wie bei den Supermärkten in der Region: Kurz vor Ladenschluss kommt er mit einer Waffe in den Supermarkt, bedroht die Kassiererin und verlangt das Geld aus der Kasse.

Auch die Beschreibung des Mannes ist ähnlich. Es ist eher klein, etwa 1,60 Meter groß, korpulent, hat kurze, rotblonde Haare. Und er spricht Deutsch mit osteuropäischem Akzent. Von dem Überfall in Hannover gibt es sogar ein Video. Als ein Kunde bei dem Überfall einschreiten will, kommt es zu einer Rangelei, der Räuber erschießt den Mann. Auf seiner Flucht nach draußen schießt er einen zweiten Mann nieder.

Als am Freitagfrüh eine „Wichtige-Ereignis-Meldung“ bei den Ermittlern aus Hannover auf dem Tisch lag, glühten die Telefonleitungen nach Bayern. „Wir sind mit den Kollegen im ganzen Bundesgebiet in Verbindung“, sagt Anne Höfer, Sprecherin der Polizei in Oberfranken. „Es werden Informationen ausgetauscht“, eine Sonderkommission oder Ermittlergruppe gebe es nicht.

Allerdings steht – trotz „Parallelen von Beschreibung und Vorgehensweise“ – noch nicht sicher fest, dass es sich wirklich um den gleichen Täter wie in Hannover handelt. Schon Anfang des Jahres gab es Hinweise darauf, dass mutmaßlich derselbe Mann auch in Lünen und Dortmund zugeschlagen hat.

Dazu müssen erst Spuren abgeglichen werden, auch die aus Hof, Kulmbach und Pegnitz. Sicher seien ihm 14 Verfahren zuzuordnen, so Oberstaatsanwalt Klinge aus Hannover: „Wegen klarer Spurenlage“, also auch wegen genetischer Fingerabdrücke an den Tatorten. Noch sind nicht alle Spuren an den fränkischen Tatorten abgeglichen. Erst dann könnte man, so Höfer, sagen, dass es überall der gleiche Täter war oder ob es sich um eine „zufällige Gleichheit“ handelt. Da der Räuber in einem Supermarkt in Hof auch einen Schuss abgegeben hat, verbessert sich die Chance auf eine Bestätigung. Allerdings liege noch kein ballistisches Gutachten vor, so Klinge, das die Munition mit der aus Hannover vergleicht. „Das dauert.“

Inzwischen sind die fränkischen Ermittler am Tatort in Pegnitz ein Stück weitergekommen. Durch den Einsatz von Personensuchhunden am Donnerstagabend hätten sie inzwischen Erkenntnisse zum Fluchtweg des Mannes ergeben, so Polizeisprecherin Höfer. Auch eine Anwohnerin habe hierzu eine wichtige Mitteilung gemacht.

Bayreuther Kriminalbeamte waren noch am Freitag in Pegnitz vor Ort und führten umfangreiche Zeugenbefragungen durch. Zudem verteilten sie Flyer mit der Beschreibung des Räubers und des möglichen Fluchtwegs, insbesondere an Personen und Haushalte im Bereich des Tatortes und anschließenden Fluchtwegs.

Nachdem die Personensuchhunde am Donnerstag in den späten Abendstunden die Spur des flüchtigen Straftäters aufgenommen haben, führten sie die Polizisten hinter dem Supermarkt über einen Grünstreifen auf die Robert-Koch-Straße bis zum Mühlweg. Im Bereich des dortigen Sägewerks verliert sich die Spur des Mannes. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Räuber dort mit einem Fahrzeug seine Flucht fortgesetzt hat.