Schwimmbad in Arzberg Was wird aus dem Badespaß?

Wäre das Becken voll mit Wasser, dann stünde dieses dem kaufmännischen Leiter der Stadtwerke, René Neudert, Bauamts- und Stadtwerkeleiter Andreas Martin, Bürgermeister Stefan Göcking und Bademeister Stefan Wolf (von links) bis zum Hals. Zurzeit aber werden die Beckenverkleidungen aus Edelstahl gereinigt und viele weitere Arbeiten erledigt, um trotz der ungewissen Perspektive die Öffnung des Arzberger Schwimmbads vorzubereiten.                               Foto: Christl Schemm

Eine abschließende Antwort auf die Frage, ob oder wann das Arzberger Schwimmbad im zweiten Corona-Sommer öffnet, gibt es nicht. Die Stadt muss sich an die Vorgaben halten.

Arzberg - Die Eingangsschranke am Arzberger Schwimmbad steht offen am Dienstagnachmittag. Eine Frau fährt mit dem Motorrad vor, steigt ab und betritt die Anlage. Die Bikerin treibt eine Frage um, die zurzeit viele Menschen beschäftigt: „Wann wird das Freibad wieder geöffnet?“ Die Frau hat Glück. Denn gerade besprechen Bürgermeister Stefan Göcking, Bauamts- und Stadtwerkeleiter Andreas Martin, der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, René Neudert, und Bademeister Stefan Wolf genau diesen Punkt. So erfährt die Motorradfahrerin aus erster Hand, dass es keine abschließende Antwort gibt – nicht geben kann.

Noch ist die Luft frisch. An sonnigen und windgeschützten Stellen jedoch sind die bevorstehenden warmen Sommermonate schon deutlich zu spüren. So ist es kein Wunder, dass viele Menschen im Hinterkopf haben, wie denn wohl die kommende Badesaison aussehen wird. Laut Anke Rieß-Fähnrich, Pressesprecherin des Landratsamts Wunsiedel, gilt derzeit in Bayern die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Hinter dem Regelwerk mit dem sage und schreibe 35 Buchstaben umfassenden Titel verbergen sich die Vorgaben, nach denen sich die Menschen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie richten müssen. Die Verordnung wurde zuletzt bis zum 9. Mai verlängert. Darin heißt es im Paragraf 11 unter Ziffer 5: „Die Öffnung und der Betrieb von Badeanstalten, Hotelschwimmbädern, Thermen und Wellnesszentren sowie Saunen sind untersagt.“

Schlechte Karten

Derzeit sieht es also so aus, als hätten Badefans in Bayern in den nächsten Wochen eher schlechte Karten. Doch das muss nicht zwingend so bleiben. Bürgermeister Stefan Göcking und die für das städtische Schwimmbad verantwortlichen Mitarbeiter halten es nicht für ausgeschlossen, den Badefreundinnen und -freunden wie im vergangenen Jahr ein Corona-gerechtes Angebot für diesen Sommer machen zu können. Wie auch in anderen Orten des Landkreises wird das Schwimmbad in Arzberg seit Anfang April gewartet und gereinigt, allerdings mit wetterbedingten Unterbrechungen. Das Becken wird geputzt, die Liegeflächen werden auf Vordermann gebracht und die Technik wird hochgefahren.

Vor rund 20 Tagen sei das Wasser aus dem großen Becken abgelassen worden, erläutert Bademeister Stefan Wolf. Rund 100 Kubikmeter Wasser rauschten täglich Richtung Kläranlage. Seither werde das mit Edelstahl ausgekleidete Becken gereinigt: mit dem Hochdruckreiniger, aber – wo nötig – auch per Hand mit Bürste und Schwamm. Damit die komplexe Technik wieder in Betrieb genommen werden könne, seien Spezialfirmen im Einsatz. „Das muss alles wieder neu eingestellt werden, um das Wasser sauber zu halten“, weiß Stefan Wolf.

„Wir wollen alles so hochfahren, dass ein normaler Betrieb möglich ist“, sagt Bürgermeister Stefan Göcking. Allerdings sei abzuwarten, ob die Verordnung in gleicher Weise verlängert werde oder ob Schwimmbäder ausgeklammert werden. Generell sei es durchaus möglich, das Freibad unter ähnlichen Bedingungen wie im Sommer 2020 zu öffnen. „Wir hatten damals ein Hygienekonzept ausgearbeitet und dieses dann zusammen mit dem Förderverein eins zu eins umgesetzt“, blickt Göcking zurück.

Geringere Besucherzahlen?

Ob dies auch im zweiten Corona-Sommer so werden kann, ist ungewiss. „Bis zum 9. Mai geht jetzt erst einmal sowieso nichts. Da brauchen wir gar nicht zu diskutieren“, bedauert der Rathaus-Chef. Wenn es später eine Öffnungsperspektive gebe, sei zu mutmaßen, dass Maßnahmen wie die Aufnahme der Kontaktdaten, geringere Besucherzahlen oder die Mundschutzpflicht im Eingangsbereich bleiben oder sogar verschärft werden. Bei einer Öffnungsstrategie müsse möglicherweise auch diskutiert werden, welche Regeln für geimpfte Gäste, Genesene oder Getestete gelten.

Göcking hat großes Verständnis dafür, dass sich die Menschen nach Freizeitaktivitäten wie einem Schwimmbadbesuch sehnen. „Doch die Stadt muss sich an die Vorgaben, die auferlegt werden, halten“, gibt er zu bedenken. Daher sei eine Öffnung um jeden Preis nicht möglich. Dabei geht es dem Bürgermeister bei dem Wort „Preis“ nicht einmal so sehr um die Kosten. Denn das Defizit habe im vergangenen Jahr mit rund 19 3000 Euro im Bereich mancher „normalen“ Jahre gelegen. Die Stadt müsse aber die Verantwortung dafür übernehmen, dass der Badebetrieb sicher ist und kein Infektions-Hotspot entsteht.

 

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