Vorbach Dorfladen setzt auf Social Media

Robert Dotzauer
Die wöchentliche Dorfladen-Werbung mit Flyern ist auf Dauer zu umständlich und zu teuer, finden Bürgermeister und Gemeinderat. Deshalb soll die Produkt-Werbung künftig über das Internet erfolgen. Foto: /Robert Dotzauer

Unser Einkauf bleibt im Dorf, heißt es in Vorbach. Der Dorfladen der Gemeinde entwickelt sich rasant. Das wirtschaftliche Pontenzial soll nun ein Social-Media-Marketing unterstützen und weiter stärken.

„Mit einer guten Social-Media-Strategie lassen sich ganz neue Werbewege beschreiten, die weit über das klassische Marketing hinausgehen“, sagt Bürgermeister Alexander Goller. Die Präsenz auf sozialen Plattformen verhelfe zu mehr Aufmerksamkeit für Marken und Produkte. Der Gemeindechef empfahl deshalb in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat, das Verteilen der wöchentlichen Werbeflyer für den Dorfladen einzustellen und stattdessen die Online-Werbestrategie zu nutzen. „Die Werbungskosten für Flyer summieren sich auf jährlich etwa 5000 Euro“, stellte Goller fest. „Viel zu viel“. Dieser Meinung sei auch das Dorfladenteam.

Goller legte de Rat ein Angebot der Firma Contrast vor, für den Dorfladen eine Homepage einzurichten und die Voraussetzungen zur Nutzung der Social Media-Kanäle von Facebook und Instagram zu schaffen. Nach Darstellung des Bürgermeisters ein Rundum-Sorglos-Paket. Als einmalige Kosten nannte Alexander Goller für die Neuerstellung einer Homepage knapp 3000 Euro und für das Installieren und Betreuen einer Facebook-Seite und eines Instagram-Accounts 7140 Euro.

Geteiltes Echo

Ein Vorschlag, der im Gremium auf ein geteiltes Echo fiel. Christian Friedrich warnte davor, bei einer Online-Werbung die weniger online-affine Generation zu vergessen. Der Info-Kanal könne auch übertrieben wirken, merkte Sebastian Pittner an. Und Dominik Eckert empfahl, vorsichtig einzusteigen. Seniorenbeauftragte Margarete Kreutzer sah Akzeptanzprobleme bei der älteren Generation. „Muss es denn gleich so umfassend sein“, fragte Manfred Plößner. Stephan Meier wiederum sah viele Vorteile. „Mit dem neuen Medium werden zusätzliche Interessengruppen angesprochen.“ Jedenfalls bringe der Werbeprospekt fast nichts, weil er kaum gelesen werde.

Infrage gestellt wurde vor allem eine neue Homepage. Letztlich einigte sich der Gemeinderat bei einer Gegenstimme von Dominik Eckert für einen Facebook- und Instagram-Auftritt ohne Homepage. Unabhängig vom Internetauftritt plädierte Alexander Thurn für neue Angebotsideen. Ein Alleinstellungsmerkmal mit regionalen Produkten würde den Dorfladen weiter aufwerten, urteilte der FW-Rat.

Glasfaser

Das staatliche Förderprogramm für Glasfaseranschlüsse von Schulen und Rathäusern nutzend, billigte der Gemeinderat ein Angebot des Netzbetreibers Deutsche Telekom zur Einrichtung einer Glasfaserverbindung im Vorbacher Gemeindezentrum in Höhe von 19.523 Euro. Die staatliche Förderung beträgt 17.571 Euro. Nach Abschluss des obligatorischen Angebotsverfahrens und einer Bewertung durch das Planungsbüro vergab das Gremium im Einvernehmen mit dem Schulverband Vorbach-Schlammersdorf auch den Auftrag für die Glasfaseranbindung der Grundschule Oberbibrach. Notwendig werden Kabelarbeiten auf rund 500 Metern Länge. Deshalb summieren sich die Erschließungskosten auf 64.103 Euro. Die Gemeinde erwartet eine staatliche Höchstförderung in Höhe von 50.000 Euro.

Einmal in „Vergabelaune“ beschloss das Gremium in Fortsetzung eines Grundsatzbeschlusses vom Dezember 2021 und nach Bekanntgabe der Angebote des Bayernwerks eine Verbesserung der Straßenbeleuchtung entlang des Gehweges zwischen der Notburgastraße und der Gartenstraße in Oberbibrach. Der Rat entschied sich für die Errichtung von drei Leuchten mit LEDs zum Nettopreis von 11.581 Euro.

Risse werden saniert

Zur Behebung von Straßenschäden wegen Alterung der Asphaltdeckschichten im Bereich der Ortsteile Oberbibrach und Vorbach genehmigte die Ratsversammlung auf Vorschlag des Bürgermeisters eine punktuelle Rissesanierung. Alexander Goller informierte über drei Angebote und empfahl eine Auftragsvergabe an die Firma Stanglmayr aus Weiden als günstigstem Bieter. Der Auftrag mit geschätzten Kosten von etwa 5000 Euro je nach genauem Umfang der Arbeiten beinhaltet eine Sanierung im sogenannten Fräs-Heiß-Pressluftverfahren.

Aus dem Topf der Kleinprojekte des ILE-Regionalbudgets wünscht sich der Gemeinderat die finanzielle Förderung zur Anschaffung einer Tischtennisplatte. Das Spielgerät soll den Spielplatzbereich in Vorbach am Bauhof ergänzen. Davon unabhängig sind Vereinsanträge der Feuerwehr Oberbibrach und der Schützengesellschaft St. Sebastian auf Bezuschussung eines Groß-Sonnenschirmes und ein Förderantrag des Vereins „Selwa g’macht“ für Investitionen im alten Schlachthaus unterwegs.

Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium für einen Antrag zum Bau eines Einfamilienwohnhauses im Baugebiet Dornäcker in Vorbach.

Kommune nicht zuständig

„Die Kommune ist dafür einfach nicht zuständig“, betonte Bürgermeister Goller im Informationsteil der Sitzung mit Blick auf die Wünsche einer Bürgerinitiative zur Verhinderung von Mobilfunkmasten. Das privatrechtliche und privilegierte Bauvorhaben liege außerhalb der Entscheidungshoheit der Kommune, erklärte er mit Hinweis auf eine höchstrichterliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts.

Der Bürgermeister berichtete zudem von dringenden Reparaturarbeiten an der Abwasser-Druckleitung in Höflas. Mit dem Einbau eines neuen Schachtes hofft der Gemeindechef auf eine dauerhafte Behebung der bisherigen Probleme. Verbunden mit der Hoffnung auf den baldigen Bewilligungsbescheid des Wasserwirtschaftsamtes zur Hochwasserplanung in Oberbibrach kündigte Goller die Einberufung der Arbeitsgruppe für März oder April an.

Im Rahmen dieser Agenda sollte auch die Möglichkeit einer Soccer-Arena neben dem Spielplatz auf dem gegenwärtigen Fußballfeld in Oberbibrach abgeklärt werden, empfahl Martin Kräml. Sebastian Pinzer regte an, bei den Überlegungen zum Bau eines Bienenhauses am künftigen Radweg Oberbibrach-Schlammersdorf die passionierten örtlichen Imker Hans Bayerl, Lukas Groher und Florian König in Planung und Betreuung einzubeziehen.

 

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