Bessere Ausbildung
Piroska: „Ein Elektriker braucht einen Meister, um sich selbstständig zu machen. Wirte müssen einen Dreivierteltag zur Schulung, dann kaufen sie ein paar Würstchen und machen ein Lokal auf. Ich selbst habe auch keine gastronomische Ausbildung, aber in meiner Küche stehen zwei ausgebildete Köche. Ich finde, es müsste vorgeschrieben werden, dass zumindest ein Mitarbeiter eine gastronomische Ausbildung hat, damit ein gewisser Hygienestandard gewährleistet ist. In Ungarn sind die Standards viel höher, da wird man nur mit Leidenschaft Wirt. Dann könnte man sich auch diese ganzen Schulungen sparen, die man jährlich machen muss, zum Beispiel zur Hygiene. Ein Elektriker bekommt doch auch nicht jedes Jahr gesagt, dass es Plus- und Minusanschlüsse gibt.“
Bürokratie-Abbau
Piroska: „Es muss Regelungen geben, deswegen verstehe ich den bürokratischen Aufwand schon. Aber man müsste ihn vereinfachen, insbesondere, weil vieles sehr schwammig ist. Am Anfang hieß es, man muss die Arbeitszeit-Listen unterschreiben, jetzt muss man das doch nicht mehr. Am Anfang mussten sie tagesaktuell sein, jetzt hat man eine Woche Zeit. Das ist nervig.“
Und zum Schluss: Ist das Piroska Csarda zukunftssicher?
Piroska: „Das weiß ich nicht, wir sind ja noch in der Etablierungsphase. Ein Problem ist, dass sich das Publikum sehr stark auf Feiertage, Wochenenden und bestimmte Wochen konzentriert. Das zu kalkulieren ist schwierig. Außerdem müssen wir schauen, ob die ganzen All-you-can-eat-Sachen uns auf dem Land das Wasser abgraben. Auch von der anderen Seite bekommen wir Druck: Mit den inhabergeführten Gasthäusern der Fränkischen Schweiz können wir preislich nicht mithalten. Aber wir haben viele treue Stammgäste, deshalb blicke ich optimistisch in die Zukunft.“
Das "Piroska Csarda"
Sitzplätze: 60 innen, 100 außen
Bier: Schnupp (Altdrossenfeld)
Preis für ein Seidla: 2,50 Euro
Klientel: bunt gemischt
Über die zehn Punkte zur Rettung der fränkischen Wirtshäuser haben bereits Kathrin und Wolfgang Sponsel vom Gasthof "Zur alten Eisenbahn" in Wadendorf sowie Daniela Böttger vom "Waldrasthaus Karches" in Bischofsgrün mit uns gesprochen.