Vor allem Süden Bayerns betroffen Warnung vor neuem Starkregen

Markus Brauer//AFP
Dieses spezielle Schuhwerk ist derzeit in den Hochwassergebieten Süddeutschlands, wie hier in Passau, absolut unentbehrlich. Foto: dpa/Armin Weigel

Chancen auf Sommerwetter haben derzeit nur die Menschen in der Mitte Deutschlands. Und die Hochwassergebiete sollten weiter in Hab-Acht-Stellung bleiben. Die gute Nachricht: Der Hochwassernachrichtendienst (HND) in Bayern erwartet in den kommenden Tagen eine weitere Entspannung der Lage an der Donau.

 
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Nach den Unwettern der vergangenen Woche drohen in Teilen Süddeutschlands nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach erneut schwere Regenfälle.

So ist die aktuelle Lage in Bayern

  • Süden: Im Süden Bayerns kann es am Freitagabend (7. Juni) vereinzelt erneut zu Gewittern und Starkregen kommen. Die meteorologischen Modelle gingen derzeit für die Zeit von Samstagabend (8. Juni) bis Montagmittag (10. Juni) von Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter aus, sagt DWD-Meteorologe Dirk Mewes. Unklar sei derzeit noch, wo genau die Niederschläge fallen werden. Daneben könne es auch Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Kilometern pro Stunde geben.
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken den teilweise überfluteten Kemptener Ortsteil Hinterbach zu sichern, nachdem ein provisorischer Damm des Kollerbachs gebrochen ist. Foto: dpa/Davor Knappmeyer
  • Donau: Der Hochwassernachrichtendienst (HND) in Bayern erwartet in den kommenden Tagen eine weitere Entspannung der Lage an der Donau. Mehrere Pegelstände sollten noch am Freitag unter die höchste Meldestufe vier sinken, wie der HND in seinem Lagebericht mitteilt.

Zur Info: Die blauen Symbole auf der Karte zeigen Orte und Regionen, die von den Überschwemmungen der vergangenen Tage besonders betroffen sind.

  • Niederbayern: In Niederbayern würden die Wasserstände aber voraussichtlich langsamer zurückgehen. Das Landratsamt in Straubing teilt mit, man rechne damit, dass der Pegelstand dort am Samstagmorgen wieder unter Meldestufe vier falle. Größere Städte in Niederbayern sind Landshut, Passau, Straubing und Deggendorf.
Radler fahren durch eine überflutete Straße. Im Bereich der bayerischen Gemeinde Baar-Ebenhausen war ein Damm an zwei Stellen geborsten. Foto: dpa/Armin Weigel
  • Alpenrand: Wegen der vor allem in Süden Bayerns erwarteten Schauer und Gewitter, die teils Starkregen bringen können, rechnet der HND am Montag (10. Juni) am Alpenrand zwar wieder mit steigenden Pegelständen. Das Risiko, dass erneut die Meldestufen drei und vier erreicht werden und im Zuge dessen größere Überschwemmungen bebauter Gebiete drohen, bezeichnen die Experten aber als gering.
  • Regensburg: Die Wasserstände an der unteren Donau in Bayern sinken. So lag der Pegelstand an der Eisernen Brücke in Regensburg nach Daten des Hochwassernachrichtendienstes (HND) von Freitag, 8 Uhr, noch bei 5,57 Metern. Das ist weiter über der höchsten Meldestufe 4, die bei 5,50 Metern liegt. Laut Prognose müsste der Wasserstand aber im Laufe des Freitags die Schwelle unterschreiten. In den vergangenen Tagen hatte der HND Wasserstände von bis zu 6,17 Metern gemessen.
Menschen stehen in der Altstadt an der Steinernen Brücke in Regenburg und schauen sich das Hochwasser an. Foto: dpa/Peter Kneffel
  • Straubing: In Straubing wies der Pegel am Freitagmorgen einen Stand von 6,80 Metern auf, Tendenz ebenfalls sinkend, aber noch weit über der Meldestufe 4.
  • Passau: Im hochwassergeplagten Passau stand das Wasser der Donau 8,60 Meter hoch, Tendenz leicht sinkend, aber ebenfalls noch über der höchsten Meldestufe, die hier bei 8,50 Metern liegt.
Teile der Altstadt von Passau sind vom Hochwasser der Donau noch immer überschwemmt. Foto: dpa/Armin Weigel
  • Kehlheim: An der oberen Donau bis einschließlich Kelheim sinken die Wasserstände weiter. Wenngleich die Donau in Kelheim weiter deutlich über der Meldestufe 4 liegt. Meldestufe 4 beschreibt ein Ausmaß der Überflutung bebauter Gebiete in größerem Umfang oder den erforderlichen Einsatz von Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang.

„Noch kein Grund zum Aufatmen“

Trotz der Entspannung der Hochwasserlage entlang der Donau sieht Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber noch keinen Grund zum Aufatmen. „Es kann noch keine Entwarnung gegeben werden“, betont der Freie-Wähler-Politiker. „Am Wochenende drohen regional wieder große Niederschläge. Die Behörden und Warndienste bleiben in Alarmbereitschaft und beobachten die Situation genau.“

Dinkelscherben: Ganze Wiesen und Felder sind nach den anhaltenden Regenfällen überschwemmt und haben sich zu großen Seen gebildet. Foto: onw-images/Marius Bulling/dpa

So ist die aktuelle Lage in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg rechnet der DWD auch überregional mit Regen. Am Sonntag und Montag würden dann erneut steigende Wasserstände erwartet. Ob Warnschwellen in Bezug auf Hochwasser oder Stark- oder Dauerregen überschritten werden, lasse sich noch nicht sagen, erklärt DWD-Meteorologe Dirk Mewes.

Ein Landwirt geht über ein überschwemmtes Wintergerstenfeld im baden-württembergischen Rudersberg.. Foto: dpa/Marijan Murat
Hochwasserschäden sind an einer Brücke im baden-württembergischen Klaffenbach zu sehen. Foto: dpa/Marijan Murat

Es würden nicht die Regenmengen der vergangenen Woche erreicht, so Mewes weiter. Dennoch könne es wegen der bereits angeschwollenen Gewässer und der durchfeuchteten Böden erneut zu erheblichen Gefahren kommen, auch für Leib und Leben. Auch Murenabgänge seien denkbar, zumal bereits in den Tagen zuvor örtlich mit Gewittern und heftigen Schauern gerechnet werden müsse.

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