Von namhaftem College Neuer US-Spielmacher für das Medi-Team

Der Zug zum Korb gehört zu den auffälligsten Stärken von Ryan Woolridge (rechts). Nicht zuletzt mit dieser Qualität gehörte er zu den Leistungsträgern im Gonzage-College auf dem Weg zum Gewinn des Conference-Turniers der NCAA. Foto: Imago Images

BASKETBALL. Medi Bayreuth legt bei der Zusammenstellung des Kaders für die Anfang November beginnende Bundesliga-Saison weiterhin ein hohes Tempo vor: Für die mittlerweile schon achte Position im Team von Trainer Raoul Korner und die vierte der maximal sechs Ausländerstellen meldete der Klub nun die Verpflichtung von Ryan Woolridge. Der 23-jährige Amerikaner ist die neue Besetzung der Spielmacher-Rolle und kommt direkt aus der College-Liga von den Gonzaga Bulldogs.

Im Gegensatz zu seinen Landsleuten und künftigen Teamkollegen Dererk Pardon, Matthew Tiby und Frank Bartley bringt Woolridge somit noch keine Europa-Erfahrung mit. Darin sieht Korner aber kein großes Problem: „Da wir mit Basti Doreth bereits über viel Routine auf dieser Position verfügen, macht es für mich absolut Sinn, hier gemäß unserem Motto ,Heroes of tomorrow’ auf Talent und Potenzial zu setzen“, wird er in einer Klub-Mitteilung zitiert. Von den entsprechenden Qualitäten des 1,90 m großen Neuzugangs ist er überzeugt: „Ryan ist ein pfeilschneller, athletischer Point Guard mit guter Größe und exzellentem Spielverständnis. Neben seinem starken Zug zum Korb und seiner guten Übersicht, hat er sich zudem als ausgezeichneter Verteidiger einen Namen gemacht.“ Darüber hinaus sei Gonzaga ein guter Ausgangspunkt für den Sprung nach Übersee: „Das ist ein Top-Programm im amerikanischen College-Basketball, das sehr europäisch spielt. Dadurch erwarte ich weniger Anpassungsprobleme an unsere Liga.“

Erstes Triple-Double seit 27 Jahren

Bevor Ryan Woolridge in der zurückliegenden Saison für die Gonzaga Bulldogs rund 200 Kilometer östlich von Seattle im US-Bundesstaat Washington spielte, war er zunächst drei Jahre lang an der Universität von North Texas in Denton aktiv gewesen. Dort wurde ihm beim Wechsel ein gutes Zeugnis ausgestellt: „Qualität in der Verteidigung mit großer Schnelligkeit und Geschwindigkeit; kann aus dem Dribbling für sich und seine Teamkollegen kreieren.”

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89 Spiele hatte er bis dahin für die Mean Green absolviert und sich zu einem Allrounder entwickelt. Nach durchschnittlich 9,6 Punkten, 4,9 Rebounds und 3,2 Assists in den 21 Spielen seines ersten College-Jahres bei einer Einsatzzeit von 28:30 Minuten steigerte er seine Werte in der dritten Spielzeit im grün-weißen Jersey bei durchschnittlich 32:48 Minuten in 30 Spielen auf 11,7 Punkte, 5,9 Rebounds und 4,8 Korbvorlagen. In diesem letzten Jahr vor dem Wechsel schrieb Woolridge sogar Uni-Geschichte: Beim 80:69-Sieg gegen Indiana State wurden für ihn zwölf Punkte, zehn Rebounds und zehn Assists notiert, womit ihm das erste Triple Double für das Basketball Programm der Mean Green nach 27 Jahren gelang.

Als sogenannter Graduated Transfer wechselte Ryan Woolridge schließlich in der Saison 2019/20 an die Universität von Gonzaga. Für die Bulldogs stand er in allen seinen 33 Spielen in der Startformation und brachte es in durchschnittlich 32:42 Einsatzminuten auf beachtliche Statistikwerte von 10,1 Punkten, 4,5 Rebounds, 4,2 Assists sowie 1,4 Ballgewinne. Damit hatte er wesentlichen Anteil daran, das Gonzaga die Westcoast-Conference der NCAA mit 15 Siegen bei nur einer Niederlage dominierte und dann auch das Conference-Turnier mit 84:66 im Finale gegen das kalifornische Saint Mary’s College gewann. Waren es im Endspiel nur vier Punkte, die Woolridge zum Turniersieg beisteuerte, so hatte er am Vortag im Halbfinale eine entscheidende Rolle gespielt. In 38 Spielminuten gegen die Universität von San Francisco führte er sein Team mit 16 Zählern zum knappen 81:77-Erfolg.

Die Chance auf eine nationale Meisterschaft mit den Bulldogs im NCAA-Turnier blieb dem Neu-Bayreuther jedoch verwehrt. Nur zwei Tage nach dem Erfolg im Conference-Finale sagte die NCAA das Turnier aufgrund der Corona-Pandemie erstmals seit der Gründung im Jahr 1939 ab.

Abschied von James Robinson

Die Verpflichtung von Ryan Woolridge bedeutet den Abschied des bisherigen US-Spielmachers James Robinson. „James hat zwei Saisons für uns einen tollen Job gemacht“, betont Trainer Raoul Korner. „Die Entscheidung, mit einem anderen Spieler in die nächste Spielzeit zu gehen, ist mir nicht leicht gefallen, da er auch menschlich absolut top ist. Wir bedanken uns ausdrücklich bei James für sein großes Engagement und wünschen ihm nur das Allerbeste.“