Je nach Region gibt es Unterschiede, etwa bei den Backwaren und auch bei der Käsesorte. Im südosttürkischen Gaziantep sind die Aufstriche eher scharf, an der Ägäis kommt im Sommer auch Wassermelone zum Frühstück auf den Tisch. Landesweit bekannt ist das Frühstück aus dem osttürkischen Van. Dort wird etwa ein besonderer Schafskäse mit Kräutern serviert.
CHINA
In Peking steigt schon im Morgengrauen Dampf aus großen Metallkörben. Darin liegen Baozi, weiche gedämpfte Brötchen mit einer Füllung aus Fleisch, Gemüse oder Ei. Im Norden Chinas gehören sie ebenso zum Frühstück wie Youtiao, längliche frittierte Teigstangen, die in warme Sojamilch getunkt werden. Werktags muss es oft schnell gehen: Das Frühstück wird in einer kleinen Garküche gekauft und gleich dort oder unterwegs gegessen. Baozi wandern dabei meist in einer kleinen Plastiktüte von den Verkäufern direkt in die Hand der Kunden.
In Shanghai und Umgebung sind Shengjianbao beliebt: saftig gefüllte und auf der Unterseite knusprig gebratene Teigbällchen. In den südchinesischen Metropolen Guangzhou und Shenzhen greifen viele zu Changfen, gedämpften Reisnudelrollen mit Ei, Fleisch oder Gemüse und Sojasoße. Auch Dim Sum mit Tee ist in der Region - sowie in Hongkong - verbreitet. Für ein ausgiebiges Frühstück mit den kleinen Köstlichkeiten aus dem Bambuskorb nimmt man sich aber besonders am Wochenende mit Familie oder Freunden gern Zeit.
ÄTHIOPIEN
Der Duft von gedünsteten Zwiebeln und der scharfen Gewürzmischung Berbere zieht durch die Straßen des Vororts Ayat in der Hauptstadt Addis Abeba. Auf einem belebten Gehsteig, zwischen Geschäften und vorbei drängenden Passanten, sitzen Äthiopier vor einem einfach zusammengezimmerten Holztisch. Auf dem Teller duftet Fir-Fir.
Die Basis des Gerichts ist zerkleinertes Injera, das berühmte sauer-weiche Fladenbrot der äthiopischen Küche, vermengt mit gewürztem Butterschmalz, Chili-Paste und Eintopf-Resten aus Gemüse und Fleisch. Gegessen wird mit den Händen, indem große Stücke Injera in mundgerechte Stücke gerissen und in das Gericht getaucht werden. Dazu wird traditionell frisch gebrühter äthiopischer Kaffee gereicht - tiefschwarz und voller Röstaromen. Vielerorts steigt Weihrauch auf, dessen Duft sich mit den Gewürzen des Fir-Fir zu einer unverwechselbaren Morgenstimmung verbindet.
PERU
In Peru darf es am Morgen durchaus deftig zugehen. Ein Klassiker ist Pan con chicharrón: knusprig gebratenes Schweinefleisch kommt zusammen mit Süßkartoffeln und einer pikanten Zwiebel-Salsa in ein knuspriges Brötchen. Dazu gibt es häufig Kaffee oder Saft. Auch Tamales gehören zu den traditionellen Frühstücksgerichten: Die gefüllten Maisteigtaschen werden in Blätter gewickelt und gedämpft.
Überhaupt ist das Frühstück in Peru eine kleine kulinarische Reise durch das südamerikanische Land: An der Küste gibt es etwa Fischsandwiches wie Pan con pejerrey, in den Anden kommen etwa Quinoa oder Mais auf den Tisch, während im Amazonasgebiet Zutaten wie Kochbananen und Yuca eine größere Rolle spielen. Ein echter Frühstücksklassiker sind zudem Haferflocken, die etwa mit Quinoa kombiniert werden.
ENGLAND
In England und anderen Teilen Großbritanniens riecht es in Pubs und Restaurants schon am Morgen eher nach deftigem Mittagessen. Das sogenannte Full English Breakfast, meistens nur "Full English" genannt, ist alles andere als ein leichter Start in den Tag – es soll vor allem lange satt machen. Auf dem Teller landen typischerweise gebratener Speck, Würstchen und Eier (meist als Spiegelei), dazu Baked Beans in Tomatensoße sowie gegrillte Tomaten, Pilze und wahlweise Black Pudding, eine herzhafte Blutwurst. Dazu werden Toast oder in der Pfanne geröstetes Brot serviert - und natürlich kräftiger Schwarztee oder Kaffee.
Seine Wurzeln hat das gehaltvolle Frühstück wohl bereits im 17. Jahrhundert, richtig populär wurde es aber erst mit der Industrialisierung. Wer früh aufstehen und körperlich hart schuften musste, brauchte eine kräftige Grundlage für den Tag. Heute gilt es als kulinarische Tradition und gehört für viele ausländische Touristinnen und Touristen einfach zu einer Reise nach Großbritannien dazu.
SPANIEN
In Spanien begnügen sich am frühen Morgen viele mit einem Kaffee und einer Scheibe Toast oder Baguette, häufig mit gutem Olivenöl und geriebener frischer Tomate (Pan con tomate). Da das Mittagessen oft erst zwischen 14.00 und 15.00 Uhr eingenommen wird, legen die Spanier später am Vormittag noch eine zweite Frühstückspause ein. Dann stehen oft ein belegtes Baguette (Bocadillo), eine Tortilla oder Gebäck auf dem Speiseplan.
Wer es süßer mag, greift zu Churros con Chocolate: Die knusprig frittierten Teigstangen werden in dickflüssige heiße Schokolade getunkt. Die gehaltvolle Spezialität wird gern zum Frühstück, nach einer langen Partynacht oder auch als Zwischenmahlzeit gegessen. Besonders an kühlen Herbst- und Wintertagen sowie rund um Weihnachten sind Churrerías wie die 130 Jahre alte Chocolatería San Ginés in Madrid schon am frühen Morgen gut besucht. Für viele Familien gehört die köstliche Kalorienbombe fest zum Wochenende dazu.