Nina Titus von Radio Mainwelle ist nämlich das Kurier-Christkind, und in diesem Auftrag besucht sie in der Vorweihnachtszeit viele Kinder und nimmt die Wunschzettel entgegen. „Am meisten Spaß am Christkind sein sind die leuchtenden Kinderaugen“, sagt Titus, „es ist für die Kinder einfach etwas Besonderes das Christkind zu treffen“. Sie zuppelt ihre weißen Engelsflügel zurecht und streicht den Tüllrock glatt – gleich darf sie aussteigen und allen Kindern ein Geschenk überreichen.

Rund 1000 Menschen warten in Mistelgau gespannt auf das Kurier Christkind. Es ist der letzte Einsatz für Nina als Christkind in diesem Jahr. In der Vorweihnachtszeit war sie schon viel unterwegs: im Rotmain-Center, im Hagebaumarkt, am Stadtparkett, im Klimsalabim und in der Sparkasse. Immer im weißen Engelskleid mit Flügeln und Locken. In Mistelgau hat das Christkind für alle Kinder Geschenktüten dabei. „Da sind Gummibärchen, Plätzchen und Überraschungseier drin“, sagt Babette Ebel vom Edeka Schneider, wo die Geschenktüten gepackt wurden.

Aber nicht nur die Kinder bekommen Geschenke vom Christkind, auch Nina hat von den Kleinen immer wieder selbstgemalte Bilder oder Basteleien bekommen. „Das ist total süß. Oft malen die Kinder das Christkind oder schreiben ‚frohe Weihnachten‘“, sagt Nina.

Ein Geschenk sei ihr besonders in Erinnerung geblieben. Ein Junge hatte eine Schachtel mit selbstgeklopften Fossilien dabei. Sie sollte sich eine daraus aussuchen, erzählt sie. Sie habe sich einen kleineren Stein ausgewählt, der Junge bestand aber fest darauf, dass sie sich einen ganz großen Stein nimmt – sie sei ja immerhin das Christkind.

An die wirkliche Existenz des Christkinds glauben die Kinder besonders dann, wenn sie es auch sehen können. Fast alle Kinder wollen ein Foto machen. Als Nina in der Menschenmenge in Mistelgau die Geschenktüten verteilt, kommt ein Junge mit großen Augen auf sie zu. Er sagt nichts, schaut sie nur ganz ungläubig an und berührt das weiße Kleid. Er dreht sich zu seiner Mutter um und sagt: „Es ist echt, ich habe es berührt“. Dann streicht er dem Christkind noch mal über den Arm und läuft freudestrahlend weg.

Genau wegen solchen Begegnungen sei das für sie der „schönste Job im ganzen Jahr“, erzählt Nina. Früher sei sie mit ihrer Oma zur Eröffnung des Christkindlesmarktes in Bayreuth gegangen und dort habe sie schon immer das Christkind bewundert. Dass sie es einmal selbst werde, habe sie natürlich nie geglaubt. Auch wenn sie die beste Voraussetzung dafür schon von Geburt an mitbringt: Nina hat nämlich am 24. Dezember, also an Heiligabend, Geburtstag.

Zwischen hunderten von Kindern hört man Nina immer wieder sagten „Frohe Weihnachten, was wünscht du dir denn vom Christkind?“ Auf der Wunschliste der Kinder stehe – wie fast immer in den drei Jahren in denen Nina schon das Christkind ist – Playmobil und Lego. Die Mädchen würden sich häufig Puppen und Zubehör wünschen.

Was dieses Jahr neu war – das kannte selbst das Christkind noch nicht – ist ein Lol-Puppenhaus. Besonders berührt habe sie, wenn die Kinder sich mehr Zeit mit der Familie wünschen. „Das kam tatsächlich recht häufig“, sagt Nina.

„Das war heute wirklich einer der schönsten Momente als Christkind, wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Kinder und Familien kommen“, sagt Nina als sie wieder zurück in den roten Hubschrauber in Mistelgau steigt. Sie winkt noch einmal lächelnd in die Menge und der Hubschrauber lässt das Christkind wieder fliegen.