Vom Freistaat gefördert Die Bayreuther Tafel fährt jetzt E-Bike

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Bislang fahren die ehrenamtlichen Helfer der Tafel Bayreuth mit Klein-Lastwagen kreuz und quer durch die Stadt und die Region, um überschüssige Lebensmittel einzusammeln und an bedürftige Menschen weiterzugeben. Ab sofort ist auch ein Lasten-Dreirad mit Elektro-Unterstützung im Einsatz – dank einer Förderung des Freistaats.

Wachablösung: Bislang fuhr die Tafel alle Bäcker mit einem Transporter an. Künftig kommt bei einigen in der Innenstadt das neue Lasten-Dreirad mit Elektro-Unterstützung zum Einsatz. Bei der ersten Station vor der Bäckerei Hulinsky trafen sich (von links) Felix Weidner , Klaus Wührl-Struller und Alfred Stritzl. Foto: Andreas Harbach

Bayreuth - Samstag, kurz vor zwölf vor der Bäckerei Hulinsky. Felix Weidner, der Fahrzeugverantwortliche der Tafel, und Alfred Stritzl haben mit ihrem Transporter direkt vor dem Haus geparkt. Bislang war das Teil der samstäglichen Tour. Doch das wird in Zukunft anders. Denn bei Hulinsky und zwei weiteren Bäckereien wird in Zukunft das Lasten-Dreirad Station machen, mit dem Tafel-Vorstandsmitglied Klaus Wührl-Struller gerade durch die Fußgängerzone angeradelt kommt.

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Erst mal eingewöhnen

Und damit gleich demonstriert, wo der Vorteil des neuen Gefährts liegt. „Man kommt vor allem in der teils doch engen Innenstadt schnell überall hin“, sagt Wührl-Struller, der einer von vier bis fünf Tafel-Helfern ist, die laut Weidner in das Fahren mit dem Dreirad eingewiesen werden. Denn: „Man muss sich schon ein bisschen eingewöhnen. Den Wind heute merkt man zum Beispiel schon“, sagt Wührl-Struller.

Kein Wunder, ist doch hinten eine große Box montiert, die laut Weidner zwölf bis 16 Brotkisten aufnehmen kann. „Ideal also für zwei, drei Bäcker in der Stadt, die alle um zwölf Uhr schließen und deshalb zeitlich eng getaktet angefahren werden müssen.“

150 Kilo Nutzlast

70 Kilo wiegt allein das Rad, die Nutzlast ohne Fahrer liegt laut Weidner bei 150 Kilo. Gut, dass dem Piloten beim Strampeln ein kräftiger Elektromotor hilft. Der Akku reicht je nach Grad der Unterstützung für 60 bis 100 Kilometer, weiß Weidner, früher Mitinhaber des Radhauses Hensel und Koller. Ein weiterer Vorteil aus seiner Sicht: Es handle sich um ein Fahrrad, könne also auch vom Fahrradhändler gewartet und repariert werden und müsse damit nicht in eine Spezialwerkstatt.

Kostenpunkt: 9200 Euro

9200 Euro hat das Lastenrad gekostet, doch nur einen sehr kleinen Teil davon musste die Tafel beisteuern, sagt Weidner. Der Grund: Den Löwenanteil übernimmt der Freistaat. Vergangene Woche kam Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) extra nach Bayreuth, um je eines dieser aus deutscher Produktion stammenden Räder an elf Tafeln aus ganz Bayern zu übergeben. Die Fördersumme insgesamt: 100.000 Euro.

Pilotprojekt

Dass die Räder an Tafeln in sehr unterschiedlich großen Städten und Gemeinden gingen, hat seinen Grund. Denn es handelt sich um eine Art Pilotprojekt. Es soll herausgefunden werden, wo sich das umweltfreundliche Transportmittel als Ergänzung eignet und wo es vielleicht sogar Transporter mit Verbrennungsmotor ganz ersetzen kann.