Volkshochschule In Bayreuth werden Dozenten gesucht

Die Kurse der Volkshochschule sind beliebt. Besonders Sprachen und Gesundheit verzeichnen gute Teilnehmerzahlen. Nur wer soll den Unterricht geben?

Das Büffeln für den Deutschtest hat sich gelohnt. Foto: dpa/Sven Hoppe

Das Schlimmste scheint überstanden: Während der Pandemie seien die Teilnehmerzahlen zeitweise um zwei Drittel eingebrochen, berichtete Boeckstiegel, der erst im Juli des Vorjahres sein Amt antrat. Der Unterricht sei nur eingeschränkt möglich gewesen. Die Kurse seien in Kleingruppen gehalten oder in den digitalen Raum verlagert worden.

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Sonderkonjunktur für Deutsch als Fremdsprache

Obwohl sich die Teilnehmendenzahlen leicht erholten, sei der Stand von vor der Pandemie noch nicht erreicht. Im Jahr 2022 wurden 105 000 Doppelstunden gezählt. Was ungefähr 85 Prozent des Niveaus von vor der Pandemie entspreche. Dies sei vor allem einer „Sonderkonjunktur“ bei der Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache zu verdanken. Hier leiste die VHS wertvolle Integrationsarbeit.

Eindeutig die höchste Zahl an Anfragen gebe es im Bereich Deutsch als Fremdsprache aufgrund des Zuzugs aus der Ukraine. So würden über die VHS die Prüfungen für den Einbürgerungstest vorbereitet. Fünf Kurse seien über das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) angeboten worden. Alphabetisierungskurse für Zugewanderte sowie Integrationskurse an den Berufsschulen I und II würden ebenfalls über die VHS laufen. Der Deutschunterricht solle den Berufseinstieg erleichtern. Weil Lernwerkstätten fehlten, sei das Stadtgartenamt eingesprungen. „Dort wurden die Jugendlichen mit offenen Armen empfangen.“

Sprachen und Gesundheit beliebt

Doch vor allem die Lehrkräftesituation sei angespannt: „Der Aufwand der Kursleitendenakquise steigt beträchtlich“, sagte Boeckstiegel. Dem hohen Bedarf nach Deutschkursen stehe kein entsprechendes Angebot an Lehrkräften gegenüber. Dabei gebe es weniger freiberufliche Lehrkräfte und zugleich sei deren Fluktuation hoch. Nachfolger für ältere Dozenten zu finden, sei schwierig und auf dem Arbeitsmarkt kein Ersatz zu finden. „Das betrifft alle Fachbereiche, aber insbesondere die Sprachen und die Gesundheit.“

18 Fremdsprachen habe die VHS derzeit im Angebot, erläuterte Boeckstiegel weiter. Bei seltener unterrichteten Sprachen wie Polnisch, Arabisch, Chinesisch und Russisch sei eine geringere Nachfrage zu verzeichnen. Wegen mangelnder Anmeldungen hätten sie zuletzt ausfallen müssen.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) merkte an, dass womöglich die Voraussetzungen für eine Dozententätigkeit zu hoch seien. Es sei bedauerlich, wenn Deutsch als Fremdsprache nicht ausreichend angeboten werden könne.

Die Honorare spielten eine wesentliche Rolle, wenn es um Stellenbesetzungen gehe, sagte der VHS-Leiter. Diese sollten eigentlich alle zwei Jahre um fünf Prozent erhöht werden. Ansonsten sei über eine Erhöhung der Kursgebühren nachzudenken. Im Aufbau sei außerdem der Bereich Gesellschaft, wo mit den städtischen Dienststellen und den Lehrstühlen an der Universität eine Zusammenarbeit angestrebt werde.

Ein Themenschwerpunkt war laut Boeckstiegel zuletzt Nachhaltigkeit und fairer Handel. So wurden zum Beispiel eine Slow Fashion Week und ein Veganuary angeboten. Auch das Thema Wasser und Dürre und mit dem Klimawandel einhergehenden Veränderungen wurden thematisiert.