Volksfest „Godzilla“ in Kulmbach

Das Kulmbacher Volksfest war am Montagnachmittag gut besucht. Das schöne Wetter lockte bereits am Wochenende zahlreiche Besucher an. Foto:  

Am Montagnachmittag ist auf dem Kulmbacher Volksfest einiges los. Kleine Schlangen bilden sich vor den Getränkeständen und den verschiedenen Fahrattraktionen. Dass die Leute nach zwei Jahren Corona-Pause wieder richtig Lust auf ein wenige Trubel haben, habe das Wochenende gezeigt, wie die Schausteller erzählen.

„Wir sind glücklich, nach zwei Jahren Pandemie wieder unsere Arbeit machen zu können“, sagt Jennifer Schmelter, Inhaberin des Action House. Ihre Attraktion ist ein circa 300 Quadratmeter großer Spaßparcours mit verschiedenen Elementen wie Rutschen oder Laufbändern. „Mit dem Wochenende waren wir zufrieden. Wir hatten gutes Wetter und das zog natürlich die Leute hierher“, sagt Schmelter. Gerade nach zwei Jahren Corona-Pause sei es umso schöner, wieder auf Festen präsent zu sein.

Godzilla ist 40 Meter hoch

Das Action House betreibt sie seit knapp sechs Jahren. Dass das Geschäft zwei Jahre davon stillstehen muss, damit hat sie nicht gerechnet. „Es war schon eine unerklärliche Situation für uns. Mein Mann musste sich einen anderen Job suchen.“ Umso schöner sei es natürlich, endlich wieder der Leidenschaft nachgehen zu können. „Wir sind glücklich und zufrieden – bis jetzt.“ Und das soll die restliche Volksfestwoche auch so bleiben. Daher hofft sie auf weiterhin gutes Wetter und vor allem auf den Familientag am Mittwoch. An diesem Tag kosten alle Fahrten die Hälfte.

Vor dem Fahrgeschäft „Godzilla“ sammeln sich am Montagnachmittag regelmäßig Jugendliche. Sie wollen die größte Attraktion des Volksfestes ausprobieren und sich in bis zu 40 Meter Höhe wie ein Propeller um die eigene Achse drehen lassen. „Bisher läuft es gut“, sagt Betreiber Patrick Sachs. „Vor allem am Wochenende war viel los“, ergänzt er. Nach den zurückliegenden unsicheren zwei Jahren sei es eine Freude zu sehen, dass die Besucher Spaß an seinem Fahrgeschäft haben.

Das Personal fehlt

Corona stellte auch sein Leben auf den Kopf. „Das war eine komplette Lebensumstellung. Wir wussten von heute auf morgen nicht, wie es weitergehen soll.“ Nach dem erfolgreichen Wochenende blickt er aber wieder etwas entspannter in die Zukunft. Das Kulmbacher Volksfest ist seine erste Station in diesem Jahr. Weitere Stationen sind für ihn und seinen „Godzilla“ in diesem Jahr noch Heidenheim, Schwandorf und Speyer. Doch zunächst liegt sein Fokus noch auf Kulmbach.

Der Autoscooter ist ein Klassiker auf vielen Volksfesten und darf daher auch in Kulmbach nicht fehlen. Egal wie viel gerade los ist, komplett still steht keins der Autos. Ganz zur Freude von Roland Schramm. Schramm besucht das Kulmbacher Volksfest bereits seit 30 Jahren mit seinem Fahrgeschäft. Noch länger ist er Schausteller. Und in all der Zeit habe er noch nie so eine schwierige Phase erlebt wie in den vergangenen zwei Jahren. „Es war schon sehr anstrengend. Wir haben immer alles repariert, instandgehalten und vom TÜV abnehmen lassen. Wir wollten jederzeit einsatzbereit sein, wenn es wieder losgeht.“ Hinzu komme, dass er in der Zeit auch Personal verloren hat, welches jetzt fehle.

Als Dachdecker gearbeitet

„Noch länger hätte das mit der Zwangspause nicht gehen dürfen. Man ist ja auch mit Herz und Seele dabei“, sagt er offen. Dass das Publikum in den zwei Jahren nicht die Lust an seinem Fahrgeschäft verloren hat, freue ihn deswegen umso mehr. „Wir waren vorher schon in Bayreuth und in Coburg. Und genauso wie hier wurde es gut angenommen.“

Kevin Otto musste sich während Corona einen Job als Dachdecker suchen. Anders wäre es nicht gegangen, erzählt der Betreiber des Sportler Treffpunkt. Für ihn und seine Frau Sandra Otto ist Kulmbach bereits die zweite Station in diesem Jahr, auf der sie mit ihrer Schießbude sind. Die erste in Bayreuth sei aus seiner Sicht bereits ein Erfolg gewesen. „In Kulmbach läuft es bis jetzt auch gut. Am Freitag war das Feuerwerk und am Wochenende war das Wetter ja super. Da kommen die Leute natürlich.“ Seine Familie ist seit jeher eine Schaustellerfamilie, wie er erzählt. Seit zehn Jahren betreibt er die Schießbude. Seine Eltern haben noch einen Autoscooter, der aktuell in Coburg auf dem Fest Vogelschießen steht. „Auch dort nehmen die Leute es gut an, hat mir meine Mutter erzählt.“ Das könne auch gerne so bleiben, ergänzt er. Er wisse aber auch, dass das vor allem von einem Faktor abhängt, dem Wetter.

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