Am Ende lassen sich die Bayreuther fast zu Ovationen hinreißen, ja: es klingen sogar ein oder zwei „Bravos“ in den Raum. Befänden wir uns in einer weltlichen Konzerthalle, würden sich die Zuhörer kaum so zurückhaltend benehmen. In der Stadtkirche aber gelten andere Regeln. Dabei war die Begeisterung unüberhörbar – und völlig verständlich. Denn wieder einmal galt es einen Bayreuther Musiker zu feiern, den man schon oft mit dem Wort „Doyen“ bezeichnet hat: Viktor Lukas dieser Doyen, ein „Ältester“, der auf einem bestimmten Gebiet hervorragt. Und dies nicht nur, weil ihm der liebe Gott der Musik bis ins hohe Alter die manuelle (und peduelle) Fähigkeit belassen hat, auf jenem Instrument komplexe Werke zu spielen, an dem er viele Jahre lang gelehrt und musiziert hat. Lukas also schenkt der Musica Bayreuth ein Benefizkonzert – und den Bayreuthern für die irdische Gegengabe weniger Euro ein gleichsam himmlisches Konzert.