Dann stellen sich die Tigers um 20 Uhr bei den Heilbronner Falken vor, ehe dann am darauf folgenden Sonntag die Heimpremiere gegen die Frankfurter folgt.
Die neue Saison in der DEL2 wirft ihre Schatten bereits kräftig voraus: Am kommenden Samstag (10. September) um 19.30 Uhr startet die Spielzeit mit dem „Summer Game“ zwischen den Löwen Frankfurt und den Kassel Huskies in der Commerzbank-Arena. Für den Aufsteiger EHC Bayreuth wird es dann am Freitag, den 16. September, ernst.
Dann stellen sich die Tigers um 20 Uhr bei den Heilbronner Falken vor, ehe dann am darauf folgenden Sonntag die Heimpremiere gegen die Frankfurter folgt.
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An dieser Stelle präsentieren wir die Bayreuther Konkurrenten und starten mit den Teams, denen im Titelrennen am meisten zugetraut wird.
Bietigheim Steelers
Der klare Favorit auf die Meisterschaft in Deutschlands zweithöchster Spielklasse kommt in diesem Jahr aus dem baden-württembergischen Bietigheim. Noch im Jahr 2012 entgingen die Steelers erst in der Abstiegsrunde dem Abstieg in die Oberliga, um danach ein absolutes Spitzenteam zu formen.
Trainer Kevin Gaudet setzt seitdem stets auf einen kleinen Kader, der allerdings mit Topspielern in allen Bereichen gespickt ist. Aufgrund immer wieder auftretender Verletzungen musste Bietigheim in der Vergangenheit oft mit nur zweieinhalb Reihen antreten, erreichte aber dennoch herausragende Erfolge: In den Jahren 2013 und 2015 errang man den Meistertitel, 2014 und 2016 unterlagen die Steelers im Finale Bremerhaven, beziehungsweise den Kassel Huskies.
Vor allem in der Offensive tummeln sich große Namen wie David Wrigley, der verletzungsbedingt in der vergangenen Hauptrunde nur 37 Spiele absolvieren konnte, dabei aber 64 Scorerpunkte auflegte und auf Platz vier der besten Punktesammler der Liga lag.
Große Sorgen bereiten den Verantwortlichen im Ellental zwei langwierige Verletzungen. So fallen Verteidiger Markus Gleich und Liga-Topscorer Justin Kelly, dem vergangene Saison in 52 Hauptrundenspielen satte 85 Scorerpunkte gelangen, für unbestimmte Zeit aus.
Zudem fand ein spürbares Umdenken bei der Kadergestaltung statt: Den Verantwortlichen ist es gelungen, einige junge und talentierte Spieler wie Max Lukes oder Benjamin Zientek zu verpflichten, die sich neben all den Topleuten weiterentwickeln sollen. Dazu kommt die Kooperation mit dem ERC Sonthofen in der Oberliga Süd, die Talenten beider Klubs helfen soll.
Eine gewisse Gefahr bietet die Altersstruktur des Kaders: Fast alle Leistungsträger zählen mehr als 30 Lenze, in den kommenden Jahren wird ein größerer Umbruch anstehen. Zudem steigt die Verletzungsanfälligkeit, die in Bietigheim ohnehin schon gewohnt häufig alle Planungen über den Haufen geworfen hat. Sind alle Spieler aber fit und können längere Ausfälle vermieden werden, führt der Weg zum Titel in diesem Jahr nur über Bietigheim.
Ravensburg Towerstars
Im südlichen Baden-Württemberg hat sich seit einigen Jahren ein Team etabliert, das stets mit dem Anspruch, einen der vorderen Plätze zu belegen, in die Saison geht. In den letzten acht Jahren gelang fünfmal der Einzug ins Halbfinale und 2011 sogar der Titelgewinn. Auch in diesem Jahr sind die Ansprüche große, hat man doch – zumindest mittelfristig – das Ziel DEL im Blick.
Unumstrittener Leader der Mannschaft ist der US-Amerikaner Brian Roloff, der in sein drittes Jahr in der Spielestadt geht. Zuletzt legte er seinen Kollegen satte 51 Tore (Ligatopwert) auf, was seinen Wert verdeutlicht. Der DEL-erfahrene Mittelstürmer (Augsburg) soll das Team in der kommenden Saison mindestens ins Halbfinale führen.
Große Hoffnungen setzt man in die beiden kanadischen Neuzugänge Cam Reid und Riley Brace, die mit starken Statistiken aus der ECHL an den Bodensee wechselten. Die Carciola-Brüder Adriano und Fabio sind nach zwei Jahren wieder vereint und sollen neben den Kontingentstürmern für die wichtigen Tore sorgen. In der Defensive führen die Routiniers Alexander Dück und Lukas Slavetinsky einige junge Spieler, dazu gesellen sich mit Raphael Kapzan und Sören Sturm zwei weitere gestandene Zweitliga-Verteidiger.
Als riskant kann sich die Rochade auf der wichtigen Position zwischen den Pfosten erweisen: Mit Jonas Langmann und Niko Stark, der aus dem Selber Nachwuchs stammt, setzt man am Bodensee auf zwei junge Torhüter. Das bisherige Duo Christian Rohe (Karriereende) und Matthias Nemec (SC Riessersee) hat den Verein verlassen. Langmann, die letzten drei Jahre Backup in Bremerhaven, hat sich den Nummer-1-Status mit guten Leistungen verdient.
Überraschend war dagegen die Verpflichtung von Stark, der als großes Talent gilt, die letzten beiden Jahre aber im Nachwuchsbereich der Selber Wölfe auflief und nur zu insgesamt drei Oberligaeinsätzen kam. Diese Konstellation könnte im Verlauf der Saison die Achillesferse der Towerstars werden, besonders im Fall von langwierigen Verletzungen. Ein Ersatz mit deutschem Spielerpass dürfte dann kaum zu finden sein.
Dresdner Eislöwen
Lange Jahre galten die Dresdner als Wackelkandidat in der DEL2, zu großen finanziellen Problemen gesellte sich vor einigen Jahren ein marodes Hallendach. Seit jedoch Volker Schnabel hinter den Kulissen die Fäden zieht, schreitet die Konsolidierung zügig voran, und beinahe nebenbei stellt sich auch noch sportlicher Erfolg ein.
Das wichtigste Pfund im Kampf um die vorderen Tabellenplätze dürfte die komplett eingespielte Abwehr der Eislöwen sein. Alle sechs Verteidiger spielten bereits letzte Saison in Dresden, Routinier Petr Macholda geht in seine vierte Saison an der Elbe. Besonders Mirko Sacher stand nach konstant starken Leistungen auf einige Notizzetteln der Konkurrenz, sein Verbleib in Dresden kann beinahe als kleiner Coup gewertet werden.
Zwischen den Pfosten wird Rückkehrer Kevin Nastiuk die klare Nummer eins sein. Nach zwei Jahren in Dresden wechselte er zur vergangenen Saison nach Berlin, wo er aber nur zu sechs Einsätzen kam. Diese mangelnde Spielpraxis gilt es schnellstmöglich abzuschütteln, denn als Backup steht mit Förderlizenz-Torwart Hannibal Weitzmann nur ein unerfahrener Mann zur Verfügung.
In der Offensive hat man sich hochkarätig verstärkt und mit Alexander Höller (Crimmitschau) und Martin Davidek (Ingolstadt) Erfahrung und Klasse verpflichtet. Der ganz große Hoffnungsträger ist aber der dritte Neue: Brendan Cook, zuletzt in Italien aktiv, ist in der DEL2 kein Unbekannter, war er doch drei Jahre in Bremerhaven aktiv und erzielte immer mindestens 28 Tore in der Hauptrunde. Seine Verpflichtung kann durchaus als Königstransfer bezeichnet werden, was natürlich auch einen gewissen Druck mit sich bringt.
Schwachpunkt des Eislöwen-Teams kann der sehr schmale Kader werden: Zwar hofft man auf breite Unterstützung durch Kooperationspartner Köln, ist so aber immer abhängig vom guten Willen des DEL-Vereins. Nur sechs Verteidiger stehen fest im Kader, dazu zehn Stürmer, von denen man bei Marcel Rodman hoffen muss, dass er nach schwerer Verletzung in der Vorsaison zu alter Stärke zurück findet.
EC Kassel Huskies
Der amtierende Meister der DEL2 hat einen mittelgroßen Umbruch hinter sich, geht aber erneut mit dem Anspruch in die Saison, die Hauptrunde wieder im Vorderfeld der Liga zu beenden.
Bei der wichtigsten Personalie des Sommers gelang den Nordhessen die Weiterverpflichtung von Torhüter Markus Keller, der sich in der vergangenen Saison mehr und mehr steigerte und in den Playoffs noch über sich hinauswuchs und entscheidenden Anteil am Finalsieg gegen Bietigheim hatte. Backup wird mit dem gebürtigen Kasseler Mirko Pantkowski ein junges Talent.
Mit Eric Stephan, Sören Sturm und vor allem Routinier Sven Valenti gab es in der Defensive doch einen gewissen Aderlass, der nicht zu unterschätzen ist. Besonders Valentis Rolle auf und vor allem neben dem Eis muss mit neuem Leben gefüllt werden. Immerhin konnte Alexander Heinrich gehalten werden, dazu kommt mit Corey Mapes (Düsseldorf) ein Neuzugang, der entstandene Lücken schließen soll.
Offensiv schmerzt der Abschied von Jamie MacQueen (Berlin), doch auch hier stehen mit Manuel Klinge und Michael Christ zwei Identifikationsfiguren bereit, um die es ein Team aufzubauen gilt. Mit Feodor Boiarchinov und André Gerartz hat man junge, hungrige Spieler verpflichtet.
Entscheidend wird aber sein, wie die Kontingentspieler einschlagen. Jack Downing macht seine ersten Schritte in Europa, ist also die berühmte Wundertüte. Brett Wysopal hat sich im ersten Vorbereitungsspiel schwer verletzt und droht die gesamte Saison auszufallen. Routinier und Rückkehrer Philipp Schlager wird viel Verantwortung übernehmen müssen, gilt dabei aber mehr als Kämpfer und überzeugt nicht unbedingt im Scoring.
Kassel muss erneut kräftig am Team schrauben und hofft, erneut weit vorne zu landen. Trainer Rico Rossi hat in den vergangenen beiden Jahren bewiesen, dass er ein erfolgreiches Team formen und damit auch die „Großen“ der Liga mehr als nur ärgern kann. Das erneute Personalroulette kann aber die Stolperfalle für die neue Saison werden.
kno