Vieles neu Der FC Bayreuth startet durch

Vorstandswechsel beim FC nach 18 Jahren: Jürgen Langner (rechts) folgt auf Thomas Hacker. Langner übernimmt einen Verein, der viel vor hat und bei dem gerade durch den Freistaat rund 1,5 Millionen Euro investiert werden. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Auf dem Gelände des FC Bayreuth rollen die Bagger, türmen sich die Haufen mit dem Aushub. Äußeres Zeichen dafür, dass der 1910 gegründete Verein vor dem Beginn einer neuen Zeitrechnung steht. Das zeigt sich nach innen auch mit einem neuen Mann an der Spitze. Alles andere als ein Unbekannter: Jürgen Langner hat bei der jüngsten Hauptversammlung das Steuer von Thomas Hacker übernommen, der den Verein durch eine schwere Zeit gelenkt hat. 

Thomas Hacker und Jürgen Langner stehen auf dem Wall, der den Hauptplatz des FC Bayreuth umgibt, und schauen auf die Bau-Aktivitäten auf dem Gelände. „Tut sich ganz schön was bei uns“, sagt Hacker, der nach 18 Jahren an der Spitze des Vereins „nur noch Basis-Mitglied“ ist, wie er sagt.

„War ja schon rund vier Jahre lang angekündigt“, sagt er, dass er irgendwann wegen seiner vielen anderen Aktivitäten auf dem lokalen und überregionalen politischen Parkett den Vorsitz abgeben werde. Jetzt war der Zeitpunkt reif: Jürgen Langner, seit 2007 Stellvertreter Hackers und oft in den vergangenen Jahren schon das Sprachrohr nach außen, ist einen Platz aufgerückt.

Verein in schwieriger Situation übernommen

Hacker hatte vor 18 Jahren einen Verein übernommen, der „in einer schwierigen Situation war. Der Erbpachtvertrag sollte nicht mehr verlängert werden, der Verein hatte erhebliche Altverbindlichkeiten angehäuft“, sagt Hacker. Rund 80.000 Euro Schulden lasteten auf dem Verein. Ergebnis einer Phase, in der versucht worden sei, mit großen Ambitionen in höheren Ligen „das große Rad zu drehen, wozu der Verein aber nicht in der Lage war“, sagt Hacker. „Wir haben versucht, den Verein wieder auf gesunde Füße zu stellen.“ 

Als eine der ersten Maßnahmen hatte sich der FC damals eine Kooperation im Fußballbereich mit dem BSV gesucht und gemeinsam den FSV aus der Taufe gehoben. Tischtennis wurde „reine FC-Abteilung, der Jürgen hat damals schon weitere Abteilungen aufgebaut: die Cheerleaders und in der Folge die Football-Abteilung“, sagt Hacker. Maßnahmen, die geholfen hätten, den Verein zu verjüngen und neue Mitglieder, die man sich sonst wohl eher nicht erschließen hätte können, an die Friedrich-Ebert-Straße zu holen. 

„In den vergangenen sechs Jahren – so lange hat das gedauert – haben wir dann die Kooperation mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG), dem Freistaat und der Stadt geschnürt“, sagt Hacker. Ein Projekt, „von dem jeder was hat“.

Denn: Für eine Summe von rund 1,5 Millionen Euro, die der Freistaat für die staatliche Schule übernimmt, werden von jetzt an bis September die Sportanlagen komplett umgekrempelt und erneuert: Auf dem FC-Gelände werden ein großer und ein kleiner Hartplatz gebaut, Anlagen für Weitsprung, Kugelstoßen und „eine 400-Meter-Laufbahn mit drei Bahnen“, wie Langner sagt. „Alles Tartan.“

Also eine amtliche Sportanlage, die da zusätzlich zu den drei Plätzen entstehen wird. Ein neuer Erbpachtvertrag liegt auch vor. Für die nächsten 25 Jahre. Hacker: „Also alles in allem ein guter Zeitpunkt für den Wechsel.“ Mit den Baumaßnahmen rund um den großen Rasenplatz ist es allerdings nicht getan: Man werde die Toilettenanlagen in Angriff nehmen, müsse auch ans Flutlicht für den Hartplatz ran, sagt Langner.

Gute Chance für neuen 
Schub für den Verein

Langner will den Kurs, den er vor zwölf Jahren eingeschlagen hat, fortsetzen: „Mir schwebt eine neue Abteilung vor, angeregt durch die neuen Sportanlagen: Leichtathletik können wir damit verstärkt anbieten, ebenso wäre aus meiner Sicht interessant, die Generation 50 plus für Sport zu motivieren.“

Mit der äußerlichen Erneuerung sehe er „eine gute Chance, dem FC neuen Schub zu geben. Grundsätzlich sind wir derzeit sehr zufrieden mit der Entwicklung. Aktuell haben wir rund 270 Mitglieder“, sagt Langner. Mitglieder, die auch Interesse an der Entwicklung des Vereins hätten, das habe sich bei der Hauptversammlung gezeigt: „Der Saal war voll, vor ein paar Jahren saßen wir mit zwei Handvoll Mitgliedern da“, sagt Hacker.

Langner möchte auch wieder an die Wurzeln des Vereins ran: „Eine eigene Fußballabteilung möchte ich auch wieder auf die Beine stellen.“ Der FC sei ja schließlich „in München drunten“ noch mit einer Abteilung gemeldet, die den Spielbetrieb zur nächsten Saison wieder aufnehmen könnte. „Ist noch Zeit bis Anfang Mai, eine Mannschaft zu melden. Mal sehen, was passiert“, sagt Langner.

Vor dem Hintergrund müsse man sich auch Gedanken über die jüngsten Aussagen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Spielvereinigung (SpVgg) Bayreuth, Wolfgang Gruber, zu einer möglichen Kooperation von FSV und SpVgg machen, sagt Langner: „Der FSV bringt ja nicht fünf Plätze mit – drei davon gehören uns. Da müsste man schon erst mal mit dem Stammverein reden. Und das ist der FC.“ 

 

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