Vieles ist neu auf dem Platz: Vorfreude bei den Schaustellern, beim Festwirt und den Organisatoren Volksfest: Männer, Herzstücke und Bier

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Die Bayreuther, die Stammgäste beim Volksfest sind, werden sich am Freitag erst einmal ein bisschen umgewöhnen müssen: Die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH (BMTG) hat den Platz umgekrempelt. Das Festzelt steht in der Mitte des Platzes. Die großen Überschlagsgeschäfte stehen nicht mehr an den Kopfenden. Viele Schausteller mussten deshalb von ihrem gewohnten Platz an einen neuen. Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen.

Einen Neustart wollte die BMTG. "Weil wir den Zuschlag bekommen haben, wollten wir uns neu positionieren und auch auf dem Volksfest etwas Neues machen. Obwohl wir natürlich jedes Jahr besser werden wollen", sagt Manuel Becher, der Geschäftsführer der BMTG, im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Festzelt, sagt Becher, sei "Herzstück eines Volksfestes, das gehört deshalb auch in die Mitte. Das war auch der Grund, dass sich auf dem Platz alles andere in Bewegung gesetzt hat". 

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Das Riesenrad, das es erstmals seit drei Jahren wieder gibt, steht beispielsweise an der Äußeren Badstraße, nicht mehr an einem der Kopfenden unterhalb des Parkplatzes des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG). "Die großen Laufgeschäfte wie die größte mobile Geisterbahn der Welt haben jetzt die Position an den Kopfenden der Wege übers Volksfest eingenommen", sagt Becher. "Damit man sich lang damit befassen kann, wenn man drauf zu läuft."

Schausteller ziehen alle mit

Becher sagt, dass "einige Schauspieler wahnsinnig glücklich sind, dass wir das so machen. Andere wollen es sich erst mal anschauen, wie es läuft. Weil sich die Stammgäste ja auch erst einmal umorientieren müssen. Aber alle stehen hundertprozentig hinter dem neuen Konzept". Das bestätigt Gudrun Sommerer, die Vorsitzende der Bayreuther Schausteller: "Ich denke, die Kollegen nehmen das positiv an. Viele sind neugierig, wie das funktioniert." Sie persönlich freue sich sehr auf den Beginn des Volksfestes. "Ganz einfach, weil das hier mein Lieblingsplatz ist."

Neuer Lieblingsplatz für den Festwirt

Einen Lieblingsplatz hat Jochen Mörz bekommen. Der Festwirt, der in diesem Jahr mit dem Bayreuther Volksfest bereits sein sechstes Fest bespielt und direkt aus Traunstein kommt, sagt: "Der Platz in der Mitte ist um einiges besser als der im Ecke. Es macht schon Sinn, dass das größte Geschäft zentral steht. Optisch macht das was her. Das erzeugt wesentlich mehr Volksfest-Charakter als bisher. Besser hätte das die BMTG nicht machen können."

Mörz hat sich bei einem weiteren Punkt durchgesetzt: Bier gibt es nur noch "in den beiden Biergärten und den beiden Festzelten", wie Becher sagt. "Ich habe das moniert. So, wie es im vergangenen Jahr gelaufen ist, hat mir das nicht gefallen. Wenn man überall Bier verkauft, braucht man kein Festzelt", sagt Mörz, der froh ist, dass er wieder Peter Wackel verpflichten konnte, am Freitag kommender Woche das Festzelt zum Wackeln zu bringen. "Das war nicht einfach. Wir kennen uns seit Jahren und her hat ein paar Termine umgeschichtet, dass er dabeisein kann."   

Die Misswahl bekommt eine Misterwahl

An einem der Höhepunkte des Volksfestes, der im vergangenen Jahr eher nicht mehr so gut funktioniert hat, haben die Organisatoren auch gedreht: Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird nicht nur die Miss Volksfest gewählt, sondern auch ein Mister Volksfest dazu. Mörz formuliert den Rückblick zurückhaltend: "Im vergangenen Jahr war die Moderation sehr laut. Und die Abhandlung des Abends war aus meiner Sicht auch nicht die richtige. "Dass in Bayreuth ein Mister Volksfest neben der Miss gesucht wird, sei eine gute Idee. "Das machen wir auf anderen Festen auch. Das hebt das Niveau der Veranstaltung."

Nadine Badewitz und Christian Höreth werden die Miss- und Mister-Wahl moderieren, von der sich BMTG-Geschäftsführer Becher viel verspricht. "Die Mädels sollen auch etwas zu sehen bekommen, wir hatten ja bislang immer einen sehr hohen Männeranteil im Zelt", sagt Becher. Der Donnerstagabend soll kurzweilig werden, mit Männern und Frauen im Wechsel auf dem Laufsteg. Ein strafferes Programm, "damit die anderen 70 Schausteller auf dem Platz an dem Abend auch ihr Geschäft machen", sagt Becher.

Jungs haben sich schon beworben

Nadine Badewitz bereitet sich in jedem Fall schon eifrig auf die Mister-Wahl vor, die sie moderieren wird. "Ich schaue mir viele Bilder von hübschen Männern an, damit ich ordentlich Vergleiche ziehen kann", sagt sie. Obwohl sie schon viele große Live-Veranstaltungen moderiert hat, ist sie sich sicher: "Aufgeregt bin ich sicher an diesem Abend. Aber Christian Höreth ist ein Moderationspartner, der es gut versteht, einem die Aufregung zu nehmen."

Nadine Badewitz tippt darauf, dass sich weniger Männer als Frauen trauen werden, auf den Laufsteg im Festzelt zu gehen und sich dem traditionell großen - und aussagefreudigen - Publikum zu präsentieren. Wobei, wie Manuel Becher sagt, nicht nur erste weibliche Bewerbungen vorliegen, sondern auch schon erste Männer Interesse bekundet haben, sich zum Mister Bayreuth küren zu lassen. Die Misswahl-Fans werden kaum Pausen bekommen: "Während die Mädels sich umziehen, kommen die Jungs auf die Bühne", sagt Badewitz.

Übrigens: 1991 wurde eine Frau zur Miss Volksfest gekürt, die eigentlich ein Mann war. Der Kurier hat Michelle Mayer 23 Jahre später aufgespürt und sich mit ihr über ihren legendären Auftritt unterhalten.