Ob das nach Wunsch klappt, ist fraglich. Einiges spricht auch dafür, dass die Rezepturen der 1990er und 2000er Jahre - Bolton gehörte zu den Architekten des Irak-Kriegs 2003 - nicht mehr in vollem Maße ihre alte Wirkung entfalten. Siehe Venezuela: Der maßgeblich von Bolton vorgetragene Versuch eines Regimewechsels über den Interimspräsidenten Juan Guaidó verpuffte bisher. Wenn Trump, Bolton und Pompeo beinahe im Chor verkünden, Maduro werde dennoch gehen müssen, fühlen sich einige US-Kommentatoren an Syrien erinnert, wo die Trump-Regierung dem Präsidenten Baschar al-Assad den Sturz vorausgesagt hatte, dieser aber mittlerweile längst wieder fest im Sattel sitzt.
Und sie stellen Fragen: Wo ist die Strategie? Wo führt das hin? Warum verprellt der US-Präsident Verbündete, darunter die alten Getreuen aus Europa? Und warum hofiert er Diktatoren wie Kim Jong Un ("Wir haben uns verliebt")? Als Trump antrat, war sein Credo noch, sich aus internationalen Konflikten so weit wie möglich herauszuhalten, nicht mehr den Weltpolizisten zu spielen, vor allem aber keine Regimewechsel anzustreben und schon gar nicht mit militärischer Gewalt. Davon scheint die US-Außenpolitik derzeit recht deutlich entfernt. "Der Nationale Sicherheitsberater John Bolton tut mit Hilfe seines Waffenbruders Außenminister Mike Pompeo alles was möglich ist, um einen Krieg mit dem Iran anzuzetteln" schreibt der Politikwissenschaftler Paul Pillar vom Zentrum für Sicherheitsstudien an der Georgetown University in Washington in seinem Blog.