Viele knappe Ergebnisse „Das liegt denen gar nicht“

Reichlich Gesprächsstoff lieferte der vergangene Spieltag der Basketball-Bundesliga. Auf einige knappe Ergebnisse und ein Spitzenspiel mit weniger knappem Ausgang blicken wir zusammen mit Bastian Doreth zurück.

Basketball - Wenn die eine Mannschaft zwölf Spiele in Folge gewonnen hat und die andere neun, dann sollte man nicht nur eine hochklassige Begegnung erwarten dürfen, sondern vor allem auch eine ausgeglichene mit Hochspannung bis zur letzten Sekunde. Doch davon konnte keine Rede sein, als Tabellenführer Riesen Ludwigsburg am 16. Spieltag der Bundesliga beim Verfolger Baskets Oldenburg zu Gast war. Wie berichtet, bestanden die Schwaben den vermeintlichen Härtetest noch sicherer, als es der ohnehin recht klare Endstand von 89:75 aussagt. Schließlich hatten sie schon mit bis zu 26 Punkten Unterschied geführt (59:33/22.), obwohl der zu den Leistungsträgern zählende Barry Brown nach nur gut sechs Einsatzminuten wegen einer Verletzung am Bein ausgefallen war.

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Bastian Doreth zeigt sich davon aber gar nicht so sehr überrascht. „Ich denke, dass die Ludwigsburger Spielweise den Oldenburgern so gar nicht liegt“, sagt der Kapitän von Medi Bayreuth. „Wenn man sie spielen lässt, sind sie enorm stark, aber sie mögen es nicht, wenn sie ständig so physisch unter Druck gesetzt werden. Das war auch unser Plan, als wir in Oldenburg gespielt haben.“ In dieser Partie reichte es für die Bayreuther zwar nicht zum Sieg, aber trotz geschwächter Besetzung (ohne Pointguard nach der Trennung von Ryan Woolridge und ohne Frank Bartley) gestatteten sie dem offensivstärksten Team der BBL damals nur einen Arbeitssieg mit 80:73. Bis zum vergangenen Sonntag war das die geringste Punktausbeute der Oldenburger in einem Punktspiel dieser Saison.

Geschwächte Bamberger kommen Sieg gegen München nahe

Während das eine Schlagerspiel des Wochenendes deutlich ausging, verlief das andere viel spannender als erwartet. Trotz eines stark dezimierten Aufgebots, in dem sogar der 18-jährige Aufbauspieler Elias Baggette für gut zweieinhalb Minuten debütierte, brachte Brose Bamberg den FC Bayern München beim 92:93 an den Rand einer Niederlage. Beinahe hätte ein kurios umkämpfter Ball in den letzten fünf Sekunden noch eine gute Chance zum Sieg eröffnet.

„Unter den Vorzeichen hätte das Ergebnis deutlicher ausfallen sollen, aber die Bamberger haben richtig gut gespielt“, sagt Doreth, der aber auch die Leistung der Münchner respektiert. „Die Bayern richten gerade den Fokus auf die Euroleague und versuchen, die Aufgaben in der BBL mit möglichst wenig Aufwand zu lösen. Jetzt haben sie in dieser Woche mal kein internationales Spiel, müssen aber trotzdem dreimal antreten, um das nationale Programm durchzubekommen. Die Belastung ist schon extrem.“ In der BBL müsse sich der Ex-Meister zudem immer mit der Rolle des Gejagten abfinden: „Auch wenn Ludwigsburg Tabellenführer ist: Alle wollen die Bayern schlagen. Einigen Spielern merkt man an der Körpersprache an, dass sie auch mental etwas müde sind. Aber sie finden doch immer wieder einen Weg, um trotzdem zu gewinnen.“

„Begeistert“ von den Braunschweigern

Am meisten beeindruckt zeigt sich der Medi-Kapitän aber gar nicht von einer der Spitzenmannschaften, sondern vom Tabellenelften: „Von den Braunschweigern bin ich begeistert. Das ist eine tolle Mannschaft.“ Das jüngste Team der Liga, dessen Kader nach dem Abgang des drittbesten Punktesammlers Bryon Allen nur noch zwei Ausländer angehören, meldete sich aus der bereits zweiten Corona-Quarantäne der Saison eindrucksvoll mit einem leidenschaftlich erkämpften 94:92-Sieg gegen die höher eingeschätzten Ulmer zurück. „Vor allem freut es mich sehr, dass mein früherer Teamkollege Lukas Meisner so eine starke Rolle dort spielt.“ Der Jung-Nationalspieler erzielte mit 25 Punkten (6/11 Dreier) eine Karrierebestleistung und steigerte seinen Saisonschnitt damit auf starke 14,8 Zähler. Auch der ebenfalls aus Bayreuth gekommene US-Spielmacher James Robinson leistete als ordnende Hand der Youngster mit zwölf Punkten und vor allem neun Assists einen wertvollen Beitrag.

Zu den Gewinnern gehörte auch der nächste Gegner von Medi Bayreuth: Die BG Göttingen holte mit 87:82 in Würzburg wertvolle Punkte für den Anschluss ans Mittelfeld. Die Unterfranken blieben damit auch im siebten Heimspiel sieglos, obwohl Alex King im reifen Alter von 35 Jahren mit 22 Punkten ein persönlicher Rekord gelang.

Die Reihe der knappen Ergebnisse an diesem Wochenende hatte Medi Bayreuth eröffnet. „Es war sicher eines unserer besten Spiele, gegen eine gute Mannschaft“, sagt Bastian Doreth über den 95:92-Sieg nach Verlängerung in Hamburg. „Wir haben von Anfang an konzentriert das durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten.“ Man habe damit rechnen müssen, dass die Gastgeber irgendwann mit einem Lauf dagegen halten würden: „Aber es war gut, wie wir darauf reagiert haben.“ Nach zwei Siegen in Folge könne man am Mittwoch „voller Selbstvertrauen“ gegen die BG Göttingen antreten. Allerdings dürfe man dabei nicht nachlässig werden: „Das ist eine gefährliche Mannschaft, die viele Dreier wirft. Man kann das mit Chemnitz vergleichen, und wenn wir so spielen wie dort, haben wir gute Chancen.“ es

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