Viele im Auto unterwegs 29 000 Berufspendler fahren täglich nach Bayreuth

Eine der Pendler-Hauptachsen: die Hochbrücke in Bayreuth Foto: Er/ Waha

Wenn die Blechlawinen rollen. Rund 29 000 Berufspendler fahren durchschnittlich jeden Tag von außerhalb in die Stadt Bayreuth auf die Arbeit. Die meisten sind mit dem Auto unterwegs.

Dies geht aus der Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Partei Die Linke zu Berufspendlern in Bayern hervor. Von den 5,54 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Freistaat pendelten demnach 3,6 Millionen (65 Prozent) im Jahr 2020 über Stadt- und Gemeindegrenzen zur Arbeit, antwortete das Bundessozialministerium im September 2021. Im Laufe der vergangenen Jahre nahm die Zahl der Pendler demnach leicht, aber kontinuierlich zu. Meist wird im Freistaat das Auto oder Motorrad bei der Fahrt zur Arbeit benutzt (71 Prozent), gefolgt vom Fahrrad (zehn), der U-Bahn, Straßenbahn und Eisenbahn (acht), dem Fußweg (sieben) und dem Bus (drei Prozent).

11,7 Kilometer Wegstrecke: Die durchschnittliche Entfernung zwischen dem Wohn- und dem Arbeitsort Bayreuth betrug laut Statistik 11,7 Kilometer. Die Stadt zählte im Jahr 2020 rund 47 500 sozialversicherungspflichtige Beschäftige, darunter waren rund 29 000 Einpendler. Dies entspricht einer Quote von 60,3 Prozent. Damit liegt Bayreuth unter allen kreisfreien Städten und Landkreisen im Freistaat auf Platz 20.

Viele Auspendler im Landkreis: Der Landkreis Bayreuth zählte 44 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Darunter waren 29 000 Auspendler, was einer Quote von 66 Prozent entspricht. Bayernweit liegt der Landkreis bei der Quote auf Rang neun, ergab die Antwort auf die Anfrage.

Einpendler aus dem Landkreis: Der Stadt Bayreuth liegen bereits aktuellere Zahlen aus dem Juni 2021 vor. Demnach kamen die meisten Einpendler aus den Landkreisen Bayreuth (15 500), Kulmbach (4200) und Hof (1100). Die meisten Auspendler fuhren in die Landkreise Bayreuth (2800) und Kulmbach (1200) sowie nach Nürnberg (600). Beide Kategorien wiesen in den vergangenen Jahren eine steigende Tendenz auf, so Rathaus-Pressesprecher Joachim Oppold.

Stadt gut erreichbar: „Als Oberzentrum in einem eher ländlich geprägten Raum und eines der wirtschaftlichen Leistungszentren Oberfrankens ist Bayreuth ein wichtiger Arbeitsplatzschwerpunkt in der Region“, erläuterte er. Dies drücke sich in einer hohen Einpendlerquote aus. Die Stadt sei überörtlich gut erreichbar (regelmäßige Zugverbindungen von Nürnberg, Weiden, Hof und Lichtenfels/Kulmbach; Lage an den Autobahnen 9 und 70 sowie den Bundesstraßen 2, 22 und 85) und verfüge über eine Vielzahl von Unternehmen und Verwaltungseinrichtungen, die Arbeitsplätze für die Menschen aus Stadt und Region bieten.

Die Stadt als Job-Magnet: So zählt Bayreuth mit aktuell rund 74 000 Einwohnern etwa 48 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der Landkreis wiederum hat bei rund 103 500 Einwohnern etwa 24 500 Beschäftigte. Hinweis: Diese Daten sind aktueller als die der Anfrage, sie stammen von Juni 2021. „Allein diese Zahlen zeigen, wie groß die Arbeitsplatzzentralität von Bayreuth ist – was natürlich entsprechende Pendlerströme auslöst“, erläuterte Oppold.

Viele öffentliche Einrichtungen: Die Stadt verfüge über zahlreiche öffentliche Einrichtungen (Universität, Stadtverwaltung, Landratsamt, Gerichte, Polizei, Schulen, Kliniken). Von den rund 48 500 Beschäftigten sind 37,6 Prozent im Bereich Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen tätig (Stand: Mitte 2021).

Nahverkehr wird verbessert: Zu den von den Pendlerinnen und Pendlern verwendeten Verkehrsmitteln liegen der Stadt keine Angaben vor. Doch werde an einer stetigen Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs Stadt-Umland gearbeitet, versicherte Oppold. Aktuell werden parallel Nahverkehrspläne von Stadt und Landkreis aufgestellt. Seit Ende 2021 werde eine Verbesserung des Busverkehrs zwischen Bayreuth und der Gemeinde Eckersdorf (30-Minuten-Takt wochentags) umgesetzt. Weitere Umlandgemeinden (unter anderem Mistelbach, Hummeltal, Gesees, Goldkronach) seien neuerdings entsprechend angebunden. Ebenfalls verbessert werden sollen die Stadt-Umland-Verflechtungen für Rad-Pendler. Dazu wurde von Stadt und Landkreis ein Radpendlerroutenkonzept erarbeitet, das in den nächsten Jahren „schrittweise umgesetzt“ werden soll.

Die Situation im Landkreis: Strukturell begründet, weise der Landkreis Bayreuth mit seiner geringen Arbeitsplatzdichte seit jeher eine negative Pendlerbilanz mit hohen Auspendlerquoten auf, erläuterte die Pressesprecherin im Landratsamt, Karen Goerner-Gütling. „Dabei beobachten wir einen ungebrochenen Trend zu günstigem Wohnraumangebot im Bayreuther Umland, ohne dass damit arbeitsplatzstrukturelle Effekte einher gehen.“ Vielmehr liege der Mittelpunkt des regionalen Arbeitsmarktes – öffentlicher Dienst, Universität, Bildungsangebote – auch weiterhin im Oberzentrum Bayreuth. Die Pendlerbeziehungen würden vom Auto dominiert. Die Politik des Landkreises sei darauf ausgerichtet, speziell im Bereich des Personennahverkehrs und des Radverkehrs entsprechende Angebote zu setzen. Das Busangebot des Landkreises „30-Minuten-Takte im Umland“ ziele in diese Richtung.

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