Viele Eltern kaufen ihren Kindern Eigentumswohnungen In Bayreuth gibt es zu wenig Studentenwohnungen

Von Martina Bay

Wohnraum für Studenten ist knapp. Deswegen bauen Privatinvestoren Appartments nur für Studenten. Die Zinsen sind niedrig. Für viele Eltern lohnt sich der Kauf einer Immobilie. Bestimmte Vermieter haben dadurch einen Nachteil.

Viel Zeit bleibt den Handwerkern nicht mehr. Am 15. Oktober wollen die Studenten in ihr neues Appartment am Josephsplatz einziehen. Möbel werden zusammengeschraubt, Küchen müssen noch eingebaut werden. "Den Einzugstermin schaffen wir", sagt Alexander Orthmann, Geschäftsführer von Uni Apart. Die Investorengruppe hat am Josephsplatz 269 möblierte Ein-Zimmer-Wohnungen gebaut. Die Eigentumswohnungen fangen bei 19,5 Quadratmetern an. Die größten sind 30 Quadratmeter groß.

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"Es gibt ein Mangel an adäquatem Wohnraum. Wir sprechen die Gruppe an, die über freies Eigentum verfügt", sagt Orthmann. Eine Wohnung kostet zwischen 79.500 und 100.000 Euro. "Es gibt eine hohe Nachfrage an Eigennutzern", sagt Orthmann. Viele würden die Wohnung für ihr Kind kaufen und würden die Wohnung danach weitervermieten. 90 Stellplätze gibt es insgesamt. Ein Tiefgaragenplatz kostet 45 Euro im Monat, ein Stellplatz 25 Euro. "Alle Studenten verfügen über ein Auto", sagt  Orthmann.

Eltern investieren vermehrt in Immobilien

Auch in der Heinrich-Fickenscher-Straße steht ein neues Studentenwohnheim mit 43 Eigentumswohnungen. "Die Zinsen sind niedrig, die Leute investieren wieder in Eigentum", sagt Eike Kühn. Der Projektleiter von der Firma Riedel Bau baute die Einzelappartments für die Deutsche Wertimmobilien (DeWi) Gruppe in Bayreuth. "Zehn bis zwölf Wohnungen stehen noch zum Verkauf", sagt Kühn. Die billigsten Wohnungen kosten 89.000 Euro, die teuersten 120.000.

Alexander Gebelein ist Makler. Er sieht die privaten Studentenwohnungen kritisch. „Ich frage mich, ob die Nachfrage überhaupt da ist. In der Breite entsteht für Studenten sehr wenig“, sagt Gebelein. Es gebe jetzt teure Studentenappartments, aber sonst nicht nicht viel für Studenten. Nach Ansicht von Gebelein sind die Studenten für den Immobilienmarkt insgesamt keine Konkurrenz. Gebelein vermutet aber, dass es durch die neu entstandenen Wohnungen schwerer für Vermieter werde, die Zimmer in einem schlechteren Zustand vermieteten.

Von den insgesamt 11.670 Studenten, die für das Wintersemester an der Universität Bayreuth eingeschrieben sind, reicht der angebotene Wohnraum durch das Studentenwerk Oberfranken nicht. Sechs Wohnheime mit 1145 Wohnplätzen bietet das Studentenwerk Oberfranken an. Die durchschnittliche Miete liegt bei 190 Euro warm. Die Zimmer sind 15 bis 23 Quadratmeter groß.

Studenten mit kleinem Budget können mieten

Die Studentenwohnanlage Röhrensee vermietet Zimmer an Studenten, die sich keine Eigentumswohnung leisten können. "Die Ein-Zimmer-Wohnungen richten sich an Studenten, die bedürftig sind", sagt Wolfgang Döring. Dazu gehören Studenten, die BAföG beziehen oder deren monatliches Einkommen unter dem BAföG-Satz liegen. Die monatliche Warmmiete liegt bei rund 280 Euro. "Die Studenten rennen uns die Bude ein", sagt Döring. Alle Zimmer seien schon belegt, er habe 200 Bewerbungen auf dem Tisch liegen. Die Studentenwohnanlage Röhrensee ist neu gebaut worden, ab August wurden die Zimmer vermietet.

Nach Ansicht von Döring ist die Wohnungssituation angespannt. "Es gibt wenig Angebote, Eltern sind verzweifelt, viele Studenten kommen von weit her", sagt Döring. Wenn eine Wohnung mehr als 400 Euro koste, ein Student aber nur rund 600 Euro zur Verfügung habe, sei es sehr schwierig. Bei den Eigentumswohnungen am Josephsplatz wären noch Zimmer frei. Dort seien 40 Prozent bislang verkauft.