Viel los in Marktredwitz Wein auf Bier schmeckt fein

Die Marktredwitzer stellen alte Trinkregeln auf den Prüfstand. Hunderte Besucher kommen zum Pfarrhoffest.

So idyllisch und gut besucht kann ein Pfarrhof sein. Das Weinfest lockte viele Gäste an. Foto: Stadt Marktredwitz/Susanne Menzel

Seit Generationen ist das eine Glaubensfrage. Gemüter erhitzen sich, wenn es um Trinkgewohnheiten geht: Ist Wein auf Bier wirklich fein? Oder ist eher der Ratschlag zu befolgen: Bier auf Wein – das lass’ sein? Wissenschaftlich ist keine dieser Theorien haltbar. Vielmehr verhält es wohl so, dass die Reihenfolge, in der Freunde eines gepflegten Seidleins oder eines süffigen Schoppens zu sich nehmen, nicht entscheidend dafür ist, wie groß der Kater am Morgen danach ausfällt.

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Natürlich sind bei einem Weinfest auch Bier und Radler erlaubt. Foto: pr

Diese Redewendungen stammen wohl eher aus dem Mittelalter, die Marktredwitzer leben aber im Hier und Jetzt. Und die Gegenwart sah am Wochenende so aus: Am Freitag gönnten sich viele Festgänger eine Freimaß beim Antenne-Bayern-Event im Marktredwitz, am Samstagabend brachen nicht nur die Mega-Feierwütigen perfekt erholt und vorzüglich gelaunt zum Weinfest im idyllisch beleuchteten Pfarrhof auf – ganz nach dem Motto „Wein auf Bier, das rat’ich dir“. Die Veranstalter von der Stadt Marktredwitz wurden an diesem Abend förmlich überrannt. „Auf die Rawetzer kann man sich halt verlassen – und auch auf viele Auswärtige“, laut die Bilanz der überglücklichen Susanne Menzel vom Veranstaltungsmanagement der Stadt einen Tag nach dem überaus gelungenen Spätsommerfest. Die Besucherzahl wird 600 bis 700 geschätzt.

Für das stimmungsvolle Ambiente gab es von allen Seiten reichlich Lob: Tischdekorationen mit Decken, Blumen und Kerzen bildeten den Rahmen für eine Feier mit Stil. Für die wunderbare Illuminierung des Pfarrhofs sorgte die Firma „SLS – Sound & Light Seidel“.

„Die Geschmeidigen“ kommen an

Zu den Ingredienzen für ein Fest, das im allerbesten Sinne den Rahmen sprengt, gehörte natürlich auch die Musik. Und da landeten Susanne Menzel und Kerstin Brunner einen Volltreffer: Die „Geschmeidigen“ nennen sich die Musiker, die für die Gäste und für ein Weinfest stets die richtigen Lieder auswählten. Austria-Pop, Rock- und Pop-Klassiker, Filmmusik und Chanson. Kurz und gut: Die Band kam bei Alt und Jung sehr gut an. Da stießen die Besucher gerne mit einem Glas der erlesenen Weine an. Den ganzen Abend waren die Stände von der Weinhandlung Hahlweg von Schmuck und Feinkost Gerstner, von der Bar „615“ von der „Genusskiste by Fichtelburger“ und vom „Lodl“ in Lorenzreuth gut frequentiert.

Es war wohl schon nach Mitternacht, als die Besucher bei romantischem Mondschein den Heimweg antraten. Aus gut informierten und redseligen Weinfestgänger-Kreisen war am Sonntag zu hören, das es wohl nicht wenige Gäste gab, die am Tag danach auf ein Konterbier setzten: Bier auf Wein – das ist halt doch fein.