VGN: Günstige Tarife auch fürs Land

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Der Landkreis Lichtenfels ist drin. Der Landkreis Bayreuth ist drin. Und einige Landkreise mehr - nur der Landkreis Kulmbach nicht. Dabei würde der dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gerne angehören. Wenn da die Kosten nicht wären. Eine neue Resolution soll jetzt Abhilfe schaffen.

Foto: Archiv/Ute Eschenbacher Foto: red

Das Ringen um den VGN geht weiter: Der Beitritt des Landkreises Kulmbach zum VGN ist seit Jahren Thema im Kreistag. Bislang sind alle Anläufe stets an der Finanzierungsfrage gescheitert. Die ersten fünf Jahre würden Kosten in Höhe von rund drei Millionen Euro auf den Landkreis zukommen. Mehrfach hatte der Landkreis in der Vergangenheit dafür um eine Sonderförderung gebeten. Konkret ergingen in den Jahren 2013, 2014 und 2016 Anfragen an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sowie das Wirtschafts-, Innen- und Heimatministerium. Der Freistaat lehnte jedoch bisher eine Ausgleichszahlung für den Schienenverkehr ab.

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Regionalverkehr statt Nahverkehr

Die FDP-Kreisräte Veit Pöhlmann und Thomas Nagel brachten jetzt eine neue Variante ins Spiel, wie eine Finanzierung möglicherweise klappen könnte. Neben dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und dem privatwirtschaftlich finanzierten Fernverkehr sollte der FDP zufolge eine neue Verkehrsebene geschaffen werden. Diese Kategorie sei der Regionalverkehr (ÖPRV), der über die Landesplanung eingeführt werden soll. Damit würde es künftig eine weitere Abstufung zwischen Fernverkehr und ÖPNV geben.

Kosten steigen mit der Entfernung

Michael Beck, Verkehrsexperte des Landratsamts, erläuterte den FDP-Antrag vom April dieses Jahres am Montag im Kreistag. „Ziel ist, den beitrittswilligen Landkreisen, die sehr weit vom Kern der Metropolregion Nürnberg entfernt liegen, dennoch einen Beitritt zu ermöglichen.“ Denn: Der Ausgleich für den Schienenverkehr steigt mit zunehmender Entfernung zum Zentrum der Metropolregion.

In der Resolution wird der Freistaat aufgefordert, in dem Gebiet der Metropolregion Nürnberg zeitnah die Voraussetzung für einen ÖPRV zu schaffen. Kulmbach liege zirka 127 Kilometer von Nürnberg entfernt. Als Nahverkehr gelte lediglich eine Entfernung bis zu 50 Kilometer und etwa eine Stunde Fahrzeit.

Mobilität als Aufgabe der Landesentwicklung

Mit der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms biete sich ein neuer Ansatz, so Beck. Für die Metropolregion Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach ergebe sich daraus der Auftrag einer großräumigen Verkehrsentwicklung. Denn anders als im Großraum München werde das Nürnberger Verkehrssystem nicht gleichermaßen ausgebaut. Um dem Mobilitätsbedürfnis der Bewohner dieser Entwicklungsräume nachzukommen, seien diese mit mehr Mitteln auszustatten.

Günstigere Tarife für den ländlichen Raum

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) sagte, dass das Vorhaben nicht leicht durchzusetzen sei. „Das ist ein dickes Brett, das wir da bohren.“ Denn die Resolution ziele auf etwas ab, das es so noch nicht gebe.FDP-Kreisrat Veit Pöhlmann brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen eine Tarifunterstützung. In dieser Frage geht’s ums Geld.“ Letztlich gehe es darum, den Bürgern im ländlichen Raum ähnliche Tarifkonditionen zu gewähren wie jenen, die zum Münchner Verkehrsverbund gehören. Der Landkreis würde mit dem VGN-Beitritt eine Dauerbelastung eingehen, „die wir so nicht einsehen, obwohl wir einen Eintritt wollen“. Über solche Entfernungen könne der Landkreis den Schienenverkehr nicht allein finanzieren. Dieser Missstand lasse sich jedoch über das Landesentwicklungsprogramm und eigene Landesmittel dafür beheben, so Pöhlmann. Auch SPD und CSU stimmten im Kreistag der Resolution zu.