Für 13 Kommunen in Ober- und Unterfranken sowie den Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz übernimmt der Freistaat nun rund 90 Prozent der Kosten zweier Grundlagenstudien. Damit soll geprüft werden, ob ein Beitritt der Kommunen zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) beziehungsweise zum Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken (VVM) sinnvoll und wirtschaftlich ist. Für Landrat Klaus Peter Söllner, der zusammen mit seinen Kollegen aus Hof, Kronach, Wunsiedel und Tirschenreuth sowie Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz der Übergabe der Förderbescheide beiwohnte, war es ein ganz hervorragender Tag: „Weil unsere langjährigen Bemühungen jetzt in eine konkrete Phase gehen.“ Söllner verwies auch auf die Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder, in der er darlegte, dass Bayern im Bereich des ÖPNV neue Wege gehen und auch einen einheitlichen ÖPNV-Tarif, ein bayernweites Ticket sowie einheitliche Verbundstrukturen schaffen wolle.

Als Unterzeichner der Nordost-Oberfranken-Erklärung aus dem Mai 2018 habe ihn und die anderen Kommunalpolitiker dieser Aufbruch für den ÖPNV mutig und zuversichtlich gestimmt. Er bezeichnete es als „ganz wichtige Grundlage“, dass schon im ersten Regierungsprogramm neue ÖPNV-Angebote gemacht worden seien, welche die Ballungszentren untereinander und mit den ländlichen Regionen vernetzten. Schon unmittelbar danach seien vom Freistaat Eckpunkte zur Förderung von Verbundintegrationen in ganz Bayern auf den Weg gebracht worden. Auf deren Grundlage basiert nun auch der Förderbescheid über 2,5 Millionen für die Landkreise Kulmbach, Hof, Coburg, Kronach, Wunsiedel und Tirschenreuth sowie die Städte Hof und Coburg. Die Kosten der Grundlagenstudie für die VGN-Erweiterung belaufen sich laut Landrat Söllner auf etwas mehr als 2,72 Millionen Euro - gefördert werden davon fast 2,5 Millionen Euro. Der Landkreis Kulmbach übernimmt demnach künftig eine Koordinationsfunktion für das gesamte Förderverfahren.

„Wir wollen und müssen die neuen Chancen für den ÖPNV und Schienennahverkehr (SPNV) und die Menschen in unserer Region nutzen“, betonte der Kommunalpolitiker. Für ihn ist die jetzige Förderung „ein Paradigmenwechsel“. „Bayern will jetzt alles tun, damit auch die peripheren Landkreise in Oberfranken-Ost und Oberfranken-Nord ein Teil des Verkehrsverbundes VGN werden.“

Verantwortlich für die Koordination unter den Aufgabenträgern und die Abstimmung mit dem bayerischen Verkehrsministerium zeichnet Michael Beck aus dem Landratsamt Kulmbach. Beck gibt sich überzeugt davon, dass die jetzige Herkulesaufgabe zum Ziel führt: „Es machen sich alle auf den Weg, auch die Unterfranken.“

Der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär will ein enger Verbündeter sein. „Wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen“, fordert er. „Das Ziel lohnt sich: ein gemeinsamer Verkehrsraum von Hof über Kulmbach und Bayreuth bis Nürnberg.“ Und Kronachs Landrat Klaus Löffler kommt zum Ergebnis: „Aus Sicht des Landkreises Kronach wird es durch einen VGN-Beitritt möglich, mit einem Ticket von Ludwigstadt in der Rennsteig-Region bis nach Nürnberg und darüber hinaus bis nach Greding zu fahren“, schildert er. „Gerade auf langen Fahrtstrecken ist das VGN-Tagesticket preislich attraktiv.“ Durch eine Zugehörigkeit zum VGN bekomme die Metropolregion Nürnberg für die Kreisbevölkerung noch einmal einen spürbaren Aspekt, sie würde dadurch konkret erfahrbar.“