Verwaltung muss nach Flächen suchen Park+Ride in Bayreuth?

Von Frank Schmälzle

Täglich rollt die Blechlawine. Pendler wohnen im Umland, arbeiten in Bayreuth und parken die öffentlichen Parkplätze und Wohnstraßen zu. Braucht Bayreuth also Park+Ride-Flächen? Nein, sagt die Stadtverwaltung. Doch, sagt die Mehrheit der Stadträte im Bauausschuss. Jetzt muss die Verwaltung nach passenden Flächen suchen. Aber bringt's das wirklich?

Das Parkhaus an der Oberfrankenhalle hat fast immer Platz. Das aber löst das Parkproblem nicht, sagen die Park+Ride-Befürworter. Weil Parken dort zu teuer ist. Foto: Archiv Foto: red

Was gegen Park+Ride spricht: "Uns geht es zu gut", sagt Stadtbaureferent Hans-Dieter Striedl. Wer sich ein wenig in Bayreuth auskennt und morgens früh genug dran ist, findet einen Parkplatz. An der Leopoldstraße, an den 99 Gärten und an ein paar anderen geheimen Ecken in der Stadt. Und wer es in Kauf nimmt auf den Bus umzusteigen, parkt in den Wohnstraßen in Meyernberg, auf dem eigentlich für Besucher gedachten Parkplatz am Klinikum oder auf dem kleinen Parkplatz am Altstadtbahnhof. Striedl sagt weiter: Park+Ride macht in Bayreuth wenig Sinn. Weil man im Bus im selben Stau steht, durch den man sich sonst eben im Auto hindurchquält. Keine Zeitersparnis also und auch nicht billiger. Teurer wird es für die Stadt. Der Stadtbaureferent warnt vor den Kosten. Mit einem Parkplatz irgendwo am Stadtrand, sei es ja nicht getan. Wenn die Stadtbusse die Parkplätze häufiger anfahren, muss das bezahlt werden. Und ein engerer Bustakt wäre Voraussetzung, damit Park + Ride funktioniert. Übrigens: Im Parkhaus Oberfrankenhalle sind immer Plätze frei.

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Zwei Flächen sind bereits für Park + Ride-Plätze in den Plänen der Stadt vorgesehen. Einer nahe der Autobahnanschlussstelle Bayreuth-Nord. Der andere an der Dr. Konrad Pöhner-Straße. Der Haken daran: An beide Flächen kommt die Stadt derzeit nicht ran, weil sie ihr nicht gehören.

Die Grünen sagen: Park+Ride ist Verkehrspolitik von gestern. Draußen auf dem Land weisen die Kommunen billiges Bauland aus. Schlafkommunen wachsen so vor sich hin, die auch noch von der Infrastruktur der Stadt profitieren. "Die Hälfte der Schüler an Bayreuther Schulen kommen aus dem Umland", sagt Sabine Steininger. Wenn die Stadt jetzt Park+Ride anbietet, geht das so weiter. Und die Stadt schwächt das, was wirklich Sinn macht: den öffentlichen Personennahverkehr zwischen Stadt und Land auszubauen.

Was für Park+Ride spricht: Man kommt nicht dran vorbei, sagt CSU-Stadtrat Klaus Klötzer, der den Park+ Ride-Antrag gestellt hat. Die Pendler kommen nun mal mit dem Auto. Und sie parken, wo sie Platz finden und wo sie sparen können. Deshalb sind Parkhäuser keine Lösung. Weil die Stadt nur zwei Flächen in Betracht zieht, die gerade nicht verfügbar sind, das Thema einfach zu den Akten zu legen - das ist Klötzer zu einfach. Am Westende der Stadt, rund um den Schlachthof, gibt es Flächen, die passen würden. Und im Osten, bei Aichig und an der Königsallee, ebenfalls.

Dass Park+Ride in Bayreuth funktioniert, das zeigt der Missbrauch. Beispiel: Klinikum. Früh um 6 Uhr ist der Parkplatz leer, sagt auch Christa Müller-Feuerstein (SPD). Und um 10 Uhr ist er knallvoll. Die Pendler parken kostenlos und steigen in den Stadtbus. Helmut Parzen (CSU) sagt: Andere Städte machen es Bayreuth vor. Dort funktioniert Park+Ride. Und Ernst-Rüdiger Kettel (BG) sagt: Das eine tun und das andere nicht lassen. Geeignete Flächen für Park+Ride suchen und zugleich die Verbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr verbessern.

Das Ergebnis: Einen Probelauf mit einer geschotterten Parkfläche lehnt Stadtbaureferent Striedl ab. Weil dann ja immer noch die Kosten für den engeren Bustakt blieben. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe schlägt vor: Die Stadträte sollen den Bericht der Verwaltung, die Park+Ride nicht will, zur Kenntnis nehmen. Und die Verwaltung bekommt den Auftrag nach geeigneten Flächen zu suchen. Den Bericht nehmen alle Stadträte im Bauausschuss ohne Gegenstimme zur Kenntnis. Und die Verwaltung muss jetzt nach Park+Ride-Flächen suchen. Dagegen sind nur die beiden Grünen-Stadträte Sabine Steininger und Stefan Schlags. Wie schnell das geht? Bleibt abzuwarten. Klötzer hatte seinen Antrag im Mai dieses Jahres gestellt.