Minister: "Brauchen Fachkräfte, die hier ausgebildet werden"
Wissenschaftsminister Gremmels hingegen spricht sich schon länger für ein Umdenken an den Hochschulen aus. Er appelliert an sie, angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage die Ausgestaltung und Anwendung bestehender Zivilklauseln zu diskutieren. "Die geopolitischen Veränderungen erfordern, dass wir die sicherheitspolitische Lage neu bewerten", erklärt der SPD-Politiker. "Mir war und ist dabei wichtig, die Forschungsfreiheit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu wahren und die Autonomie der Hochschulen zu achten", betont er.
Angesichts zusätzlicher Milliarden für die Bundeswehr sollte darauf geachtet werden, dass möglichst viel davon zu Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Deutschland beitrage. "Dazu brauchen wir auch Fachkräfte, die hier ausgebildet wurden und die hier studiert haben." Der Ort für diese Debatten seien die Hochschulen selbst. "Sie sind - wie es grundgesetzlich garantiert ist - in der Wahl der Inhalte von Lehre und Forschung sowie der Partner für Forschungsprojekte frei", unterstreicht Gremmels.
Vier von 14 Hochschulen mit Zivilklausel
Laut dem Ministerium haben aktuell vier der 14 öffentlichen Hochschulen in Hessen eine Zivilklausel in ihren Grundordnungen verankert - neben der Uni Kassel die Goethe-Universität Frankfurt, die TU Darmstadt und die Hochschule Geisenheim. Dort sind derzeit keine Änderungen vorgesehen. Auf Anfrage erklärten die drei Hochschulen, dass sie nicht anstreben, die Zivilklausel abzuschaffen.