Polizei warnt Wenn die Fahrt auf Oberfrankens Straßen tödlich endet

Mehr als zwei von drei Verkehrstoten in Oberfranken sterben auf einer Landstraße. Das Polizeipräsidium Oberfranken warnt vor einer typischen Unfallursache: Ablenkung am Steuer.

Ob gefährliche Ablenkung oder rücksichtslose Raserei, am Ende droht ein solches Trümmerfeld wie bei diesem zerstörten Autowrack, mit dem die bayerische Polizei vor illegalen Autorennen warnt. Foto: Adeline Lehmann

Auf Landstraßen passierten besonders häufig schwere Unfälle, heißt es in der Mitteilung, die das Polizeipräsidium Oberfranken am Mittwoch veröffentlicht hat. Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik 2025 der oberfränkischen Polizei zeige das deutlich: 25 der insgesamt 37 Verkehrstoten seien auf Landstraßen gestorben. Das sei ein alarmierender Hinweis darauf, wie riskant selbst vertraute Strecken sein können.

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Im Jahr 2026 richte die Polizei Oberfranken deshalb den Blick auf typische Unfallursachen auf Landstraßen. Eine davon sei: Ablenkung am Steuer.

Polizei Oberfranken nennt Beispiele für die Gefahr

"Ein aufblinkender Handybildschirm, ein schreiendes Kind auf der Rücksitzbank, das umfangreiche Infotainment-System eines neuen Autos oder der tropfende Kaffeebecher – ein kurzer Blick weg von der Straße reicht häufig schon für eine brenzlige Situation oder einen folgenschweren Unfall", führt das Polizeipräsidium Oberfranken aus. In Zahlen sei es schwer greifbar, aber Ablenkung zähle mittlerweile zu den häufigsten Unfallursachen.

Grafik: Polizei Oberfranken

Die Polizei nennt mehrere Beispiele aus Oberfranken aus diesem Jahr.

Fahrerin im Landkreis Hof von Sitzheizung abgelenkt

Wie wichtig es sei, sich mit der verbauten Fahrzeugtechnik vertraut zu machen, zeige ein Beispiel aus dem Landkreis Hof von Ende Januar. Eine Autofahrerin wollte laut Polizei die Sitzheizung ihres Fahrzeugs einschalten. Da sie dafür den Blick von der Straße abgewandt habe, sei sie von der Fahrbahn abgekommen und habe die Leitplanke touchiert.

Fahrer ließ sich bei Kronach von Holzfällarbeiten ablenken

Auch von Ereignissen neben der Straße solle man sich nicht ablenken lassen, schreibt das Polizeipräsidium. Im Januar war laut Polizei ein 45-Jähriger bei Kronach unterwegs, als sein Blick an Holzfällarbeiten am Straßenrand hängen blieb.

Der Mann habe dabei nicht bemerkt, dass die Ampel von Grün auf Rot schaltete, sei mit einem abbiegenden Fahrzeug kollidiert. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, jedoch entstand laut Polizei ein Sachschaden in Höhe von mehr als 20.000 Euro.

Unfall bei Coburg: Brille fiel in Fußraum

Anfang März habe ein 75-jähriger Autofahrer seinen Renault beschleunigt, als er auf die B4 bei Coburg aufgefahren sei. Dabei sei dem Mann seine Brille in den Fußraum gefallen. Als er danach greifen wollte, so die Angaben der Polizei, verriss er das Lenkrad und touchierte die Leitplanke. Am Fahrzeug entstand ein Schaden in Höhe von rund 1.000 Euro.

Rund 20.000 Euro Schaden wegen Niesen

Das Polizeipräsidium nennt ein weiteres Problemfeld, das keine Ablenkung im klassischen Sinn betreffe. Viele Allergiker würden das Problem gerade zum Frühlingsbeginn kennen: Blumen blühen, Pollen und Blütenstaub liegen in der Luft.

Mitte April musste laut Mitteilung eine 45-jährige Autofahrerin bei Rehau so stark niesen, dass sie von der Fahrbahn abkam und zwei parkende Fahrzeuge beschädigte. Glücklicherweise blieb sie unverletzt, allerdings entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 20.000 Euro.

Appell an Fahrer

Das Polizeipräsidium Oberfranken appelliert in der Mitteilung an Verkehrsteilnehmer: "Hände ans Steuer, Blick auf die Straße und Nebensächlichkeiten bewusst ausblenden. Denn schon wenige Sekunden der Ablenkung können schwerwiegende Folgen haben."