Unklar ließ Seehofer, was der Zweck des Treffens ist. Wie aus der Landesleitung zu hören ist, soll die Initiative zu dem Treffen von Guttenberg ausgegangen sein, laut „Süddeutscher Zeitung“ war es genau andersherum.
Steht Karl-Theodor zu Guttenberg vor einem Comeback in der CSU? Der einstige politische Senkrechtstarter, der wegen einer abgeschriebenen Doktorarbeit seinen Titel an der Uni Bayreuth verloren hatte und 2011 als Verteidigungsminister zurückgetreten war, trifft sich demnächst mit CSU-Chef Horst Seehofer. Eine entsprechende Aussage Seehofers im „Münchner Merkur“ wurde am Freitag von der Parteizentrale nicht dementiert, dürfte also zutreffen.
Unklar ließ Seehofer, was der Zweck des Treffens ist. Wie aus der Landesleitung zu hören ist, soll die Initiative zu dem Treffen von Guttenberg ausgegangen sein, laut „Süddeutscher Zeitung“ war es genau andersherum.
Nach der Werbung weiterlesen
Der 43-Jährige, der mit seiner Familie in den USA lebt, eine Beratungsfirma für Start-up-Unternehmen gegründet hat und nur hin und wieder zum Urlaub in seine oberfränkische Heimat kommt, hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach in der Politik zurückgemeldet. Im Februar sorgte ein Treffen Guttenbergs mit ausgewählten CSU-Politikern auf Einladung des niederbayerischen CSU-Chefs Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europaparlament, für Aufsehen. Im April referierte Guttenberg auf Einladung der Deutschen Presse-Agentur vor bayerischen Journalisten auf Schloss Elmau im Vorfeld des G7-Gipfels über die Weltlage.
Er war nach eigener Aussage eigens für diesen Termin aus den USA angereist. Seine Leidenschaft für Politik habe er nicht verloren, aber er habe keine Lust, sich diesen Extremen wieder auszusetzen, sagte er damals. Die Kurier-Nachfrage, ob er eine Rückkehr in die aktive Politik ausschließe, beantwortete Guttenberg so: „Ich habe gedacht, dass solche Sätze im deutschen Journalismus nicht mehr vorkommen.“ Und weiter: „Aus heutiger Sicht schließe ich es aus.“
Jetzt, drei Monate später, macht Seehofer sein Treffen mit Guttenberg zu einem Zeitpunkt öffentlich, da der CSU-Chef schon erste personelle Vorplanungen für die Wahlen 2017/18 trifft. Er will eine Mannschaft aufstellen, in der neben den stellvertretenden Parteivorsitzenden und den führenden CSU-Fraktionsleuten weitere profilierte Köpfe vertreten sind. Außenpolitisch hat die CSU personell nicht viel zu bieten.
Für die ersten Plätze der Bundestags-Wahlliste ist die CSU auf der Suche nach zugkräftigen Namen. Ob Guttenberg, von Seehofer nach dessen Rückzug angeblich als Glühwürmchen verspottet, nach der Plagiatsaffäre dazugehören kann? Zumindest in der CSU, so glaubt man in der Landesleitung, wären 70 Prozent für eine Rückkehr des Barons.