„Der Gegenstand hatte keinen gefährlichen Inhalt“, berichtete Anne Höfer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth. Die Technische Sondergruppe des Landeskriminalamtes hatte den Gegenstand auch mit technischer Hilfe überprüft und festgestellt, dass er harmlos ist. Nach Informationen unserer Zeitung stand der rechteckige Gegenstand hochkant neben der Paketstation, man konnte von außen einen Elektrowecker erkennen. Ein rotes und ein schwarzes Kabel führten in die Paketstation.

Paketboten wollten am Nachmittag die Packstation routinemäßig bestücken, da war ihnen das seltsame Fundstück aufgefallen. Sie hatten ihre Vorgesetzten über die Entdeckung informiert und diese wiederum alarmierten die Polizei. Ihr Lieferfahrzeug ließen die Paketboten neben der Packstation stehen.

Die Polizei wurde kurz vor 14.30 Uhr alarmiert. "Mehrere Streifen waren schnell zur Stelle“, erläuterte Pressesprecherin Höfer. Das Umfeld sei großräumig abgesperrt, im Umkreis von 100 Metern seien Wohnungen und Geschäfte evakuiert worden. Auch der Rewe-Supermarkt und ein benachbarter Einkaufsmarkt wurden geräumt. Die Justus-Liebig-Straße wurde in dem Bereich für den Straßenverkehr gesperrt.

Da die Polizei vor Ort keine Klärung über die mögliche Gefährlichkeit des Fundstücks herbeiführen konnte, wurde die Technische Sondergruppe des Landeskriminalamtes alarmiert. Die Experten aus München trafen mit dem VW-Bus um 16.52 Uhr ein.

Zunächst wurde die Lage sondiert, dann zog sich einer der Fachleute eine schwere, explosionsgeschützte Schutzausrüstung an. Er musste sich von einem Kollegen helfen lassen. Genau um 17.25 Uhr machte sich der Mann, der aussah wie ein Astronaut und sich ebenso langsam bewegte, mit einem großen Helm und einer Lampe auf der Brust auf den Weg zur Packstation, war aus der Ferne zu beobachten. Die ganzes Szene war in fahles Licht getaucht, wirkte gespenstisch. Um 18.28 Uhr hieß es schließlich – Entwarnung. Die Spurensicherung war am Tatort noch aktiv, wer hinter der vermeintlich gefährlichen Attrappe steckt, war am Donnerstagabend unklar. Die Polizei wird weitere Ermittlungen führen.

Wie Peter Maisel, der Einsatzleiter des Roten Kreuzes mitteilte, waren 40 seiner Kräfte mit 14 Fahrzeugen im Einsatz. Stadtbrandrat Ralph Herrmann bezifferte die Zahl der Feuerwehrleute auf 45, sie hatten zwölf Fahrzeuge dabei. Auch die Polizei war mit starken Kräften vertreten.