Was das Kartellamt sagt
Deutschlands oberste Wettbewerbshüter überwachen die Einhaltung der 12-Uhr-Regel. "Abweichungen werden erfasst und lückenlos aufgezeichnet", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. "Sobald wir die zuständigen Behörden kennen, werden wir die gespeicherten Daten übermitteln." Leider habe das Bundeskartellamt erst aus wenigen Bundesländern die zuständigen Behörden genannt bekommen, monierte der Jurist.
In Sachsen soll die Marktüberwachung zuständig sein, wie der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter ankündigte. "Wir sprechen gerade mit den Kommunen, damit es geahndet werden kann, wenn Schindluder getrieben wird mit dieser Regel", sagte der SPD-Politiker. Zugleich betonte Panter: "Diese 12-Uhr-Regelung rettet uns nicht." Man müsse bei den Energiepreisen an verschiedenen Stellen nachlegen. "Aber wenn die 12-Uhr-Regelung da ist, wenn sie Transparenz und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger geben soll, dann müssen wir auch sorgen, dass es so passiert."
Regel sorgt für Veränderungen
Kartellamtschef Mundt nannte die Zahl der Abweichung "durchaus hoch". Allerdings gebe es unter den Abweichungen viele "Anfangsfehler technischer Natur".
Die Einführung der 12-Uhr-Regel hat nach Darstellung des Bundeskartellamts trotz der zahlreichen Verstöße durchaus Veränderungen bewirkt. Vorher änderten manche Tankstellen bis zu 50 Mal am Tag ihre Preise, im Schnitt waren es 20 pro Tag. Seit Anfang April seien es im Schnitt nur noch fünf Preisbewegungen, hieß es vom Kartellamt.
Die häufigen Preisänderungen waren Verbraucherschützern ein Dorn im Auge, weil dadurch die Wirkung von Preis-Apps abgeschwächt wurde: Guckte man in so eine App und fand eine Tankstelle mit einem niedrigen Preis, so konnte es sein, dass dieser Preis schon wieder gestiegen war, wenn man an der Tankstelle angekommen war.