Veldensteiner Forst Es fehlt der Regen

Den stellvertretenden Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Pegnitz hat Sorge wegen der trockenen Witterung. Foto: Frauke Engelbrecht

PEGNITZ. Die Witterung, der fehlende Regen macht Eduard Meyerhuber, stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten Pegnitz, Sorgen. Aber weniger wegen der drohenden Brandgefahr im Veldensteiner Forst, als vielmehr durch die Vermehrung von Schädlingen, wie Borkenkäfer und Kupferstecher.

„Die lange Trockenheit lässt vor allem junge Pflanzen und Neukulturen verdörren beziehungsweise sie wachsen erst gar nicht an“, sagt er. Andere Bäume würden geschwächt, und besonders die Fichten seien vom Borkenkäfer befallen. In Jahren mit normaler Witterung könne sich der Baum durch Harz selbst wehren, der Mensch aber nichts machen. „Manche Bäume halten es besser aus, wenn der Regen fehlt, aber bei sandigem Untergrund wie im Veldensteiner oder Lindenhardter Forst trocknet der Boden schneller aus“, so Meyerhuber. Da sei dann auch die Brandgefahr gegeben.

Warnungen vom Deutschen Wetterdienst

Momentan gelte im Veldensteiner Forst die Gefahrenstufe drei – also ein mittlerer Wert. Das bedeute, möglichst nicht mit Kraftfahrzeugen durch den Wald zu fahren, sagt Meyerhuber. Ab Stufe fünf gelte dann Betretungsverbot, um jegliche Gefahr zu vermeiden. Die Warnungen dafür würden vom Deutschen Wetterdienst über die Medien herausgegeben, Warnschilder an den Waldeingängen gebe es nicht. „Dafür gibt es zu viele Waldeingänge“, so der Forstbetriebsleiter.

WeggeworfeneZigarettenkippen

Potenzielle Gefahr für einen Brand seien der heiße Katalysator eines Fahrzeugs oder achtlos weggeworfene Zigarettenkippen oder die Funkenbildung bei Glasscherben, die sich schnell entzünden können. Von der Regierung würden Luftbeobachter eingesetzt, die bei Rauchsäulen sofort eine Alarmierungskette aktivieren würden. „So von außen ist ein möglicher Brand nicht so schnell zu sehen“, sagt Meyerhuber. Im Ernstfall würden die Hilfskräfte dann zu einer Sammelstelle gelotst, von wo aus dann die Brandbekämpfung organisiert würde.

GPS-Daten an die Leitstellen

„Zur Zeit werden Waldbrandkarten erarbeitet, auf denen die Sammelstellen gekennzeichnet sind“, sagt Meyerhuber. Momentan würden die GPS-Daten an die Leitstellen weiter gegeben werden.

Ist er angespannt angesichts der Warnstufe drei? „Nein“, sagt Meyerhuber, „bei vier oder fünf wäre ich es.“ Einen großen Brand habe er im Veldensteiner Forst bislang noch nicht erlebt, nur zwei kleinere im vergangenen Jahr. Da hätten Wanderer sofort reagiert und einen Notruf abgesetzt.

Besonders Kiefern und Fichten seien potenziell brandgefährdet. „Und bei dem Wind wäre ein Brand jetzt fatal, denn er würde die Flammen schnell weiter treiben“, sagt Meyerhuber.

Jedes Feuer anmelden

Auch Reinhard Sendelbeck, Vorsitzender des Maschinenrings Bayreuth-Pegnitz sieht eine Brandgefahr hauptsächlich von privater Seite aus. „Die Landwirte und Waldbauern wissen, auf was sie achten müssen, was gefährlich ist“, stellt er klar. Jedes Feuer, das sie schüren, müssen sie erst anmelden.

Und deren Dieselfahrzeuge seien das geringere Problem. „Schnell entflammbar sind die Benziner der Privatleute“, sagt Sendelbeck. Immer wieder sieht er Moped- oder Quadfahrer durch den Wald rasen. Und es gibt immer wieder Leute, die am Waldrand grillen oder Zigarettenkippen und Glas aus Unachtsamkeit weg werfen. Durch die Lichtspiegelung komme es dann schnell zu Bränden.

Überhaupt ärgert sich Sendelbeck immer wieder über das Verhalten von Privatpersonen, die ihren Abfall im Wald entsorgen. „Das Neuste sind aber die Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner Gassi gehen lassen und mit dem Auto nebenher fahren“, sagt Sendelbeck kopfschüttelnd.

 

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