Das Klima blieb trotz des geöffneten Dachs drückend - und die Fitness ein Faktor. Zverev stand in den drei vorigen Partien bereits mehr als neuneinhalb Stunden auf dem Platz, Sinner mehr als zwei Stunden weniger.
Doch der vier Jahre jüngere Italiener bewegte sich immer schleppender, dehnte immer wieder die Hinterseite des linken Oberschenkels. Nach dem Verlust des Aufschlags zum 2:4 humpelte Sinner zur Bank, schien einen Krampf zu haben. Zverev packte ihm mitfühlend auf den Rücken. Der Hamburger gewann vier Spiele in Serie, ein Netzroller besiegelte den Gewinn des dritten Satzes. Beide Spieler verschwanden längere Zeit auf der Toilette.
Plötzlich bekam auch Zverev Probleme. Nach Ballwechseln holte der 26-Jährige tief Luft, verzog immer wieder das Gesicht, war angeschlagen. Rund 16 Minuten dauerte es, bis Zverev sein erstes Aufschlagspiel von Satz vier durchbrachte. Nach dem Wirbel um den Rauswurf des Zuschauers wirkte Sinner wieder frischer, der Italiener erzwang den Entscheidungssatz.
Es blieb dramatisch. Zverev stolperte, fiel hin, blieb aber unverletzt. Wenig später feierte er nach einem grandiosen Punkt die 3:0-Führung, das Publikum johlte. Doch Sinner blieb hartnäckig. Erst nach mehr als viereinhalb Stunden war der Widerstand gebrochen, Zverev durfte jubeln.