„Jedes Land wacht sorgsam darüber, welche Flugkörper sich im Luftraum befinden. Das ist absolut nachvollziehbar.“ Der US-General Walter Piatt hat Verständnis für die Bedenken, die große Teile der deutschen Bevölkerung gegenüber den geplanten Drohnenflügen der Amerikaner zwischen den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels hegen. Die Aufklärungsdrohnen sind laut US-Armee unbewaffnet, sie werden vom Boden aus gelenkt.

Bei einem Gespräch mit unserer Zeitung gab der für die Standorte in Bayern zuständige General aber auch zu bedenken, dass die Nutzung von solchen Drohnen in Krisengebieten auch Leben retten könne – deshalb müsse die US-Armee mit diesen unbemannten Flugobjekten üben. Das geschehe auf den Truppenübungsplätzen. Die Nutzung des Luftkorridors zwischen Grafenwöhr und Hohenfels habe damit nichts zu tun. Dabei gehe es nur um den Transport „von Punkt A nach Punkt B“, um die Flugobjekte vom Typ „Hunter Aerial System“ nicht auf der Straße transportieren zu müssen.

Piatt bestätigte, dass die ursprünglichen Planungen für die Nutzung des Luftkorridors zurzeit auf Eis liegen. Die Amerikaner warten nun auf die Genehmigung der deutschen Behörden. Mit Interesse hat der General zur Kenntnis genommen, dass es einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums gegeben hat.

Piatt betonte, dass die Drohnen sehr sicher seien und dass sie innerhalb der Truppenübungsplätze nur zu Übungszwecken eingesetzt werden. Die Flüge würden natürlich mit der Flugsicherung abgestimmt, damit nichts passiere. Es würden auch keine Aufnahmen während des Fluges über deutschem Hoheitsgebiet gemacht. Er wies mehrfach darauf hin, dass solche Flugobjekte in Krisengebieten wie Afghanistan eingesetzt werden, sie spielen dort oft eine entscheidende Rolle bei Militäreinsätzen. Und das müsse in der Praxis trainiert werden.

Das reguläre Training mit unbemannten Flugkörpern ist eines von vielen Möglichkeiten, über die das multinationale Trainingskommando der 7. US-Armee verfügt. Amerikaner und Partnerstreitkräfte könnten dank der Übungsmöglichkeiten, der Simulationen und der Trainingsressourcen auf dem größten Truppenübungsplatz Europas auf ihre Einsätze in Konfliktregionen vorbereitet werden.

Gegen die geplanten Drohnenflüge über der Oberpfalz ist in Amberg vor einigen Wochen, wie berichtet, eine Bürgerinitiative gegründet worden. In der Region wird befürchtet, dass bei den Drohnenflügen deutsches Territorium gefilmt wird. Die Army hatte im Vorfeld erklärt, dass ein Flug zwischen Grafenwöhr und Hohenfels in einer Höhe zwischen 3300 und 5000 Metern (je nach Wetter) ungefähr 25 Minuten dauert. Die Drohnen fliegen mit 175 Stundenkilometern. Das Geräusch am Boden sei etwa so laut wie ein Rasenmäher. Die Kameras der Drohnen würden nichts in der Oberpfalz aufzeichnen.

Die Genehmigung der Flüge obliege dem Bundesverteidigungsministerium, sagte dem Kurier Rainer Hutka vom Pressestab der Bayerischen Staatskanzlei. „Wir sind überhaupt nicht zuständig, stehen aber in Kontakt mit dem Verteidigungsministerium und der US-Armee, um sicherzustellen, dass eine Gefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen ist“, sagte Hutka dem Kurier.