Möglich wurde das durch den Umstand, dass 70 Jahre nach dem Tod von Strauss der Urheberrechtsschutz für seine Werke auslief, wie die Bibliothek am Montag mitteilte. Der freie Zugang könne die Beschäftigung mit seinem Werk weiter befördern. «In diesem Sinne werden wir die Kollektion im Laufe des Jahres ergänzen», betonte Barbara Wiermann, Leiterin der Musikabteilung.

Nach Angaben der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) enthält die Sammlung unter anderem bislang kaum beachtete autographe Skizzen zu den Opern «Die Ägyptische Helena» und «Die schweigsame Frau», Strauss-Briefe an den Dresdner Generalmusikdirektor Ernst von Schuch sowie Bühnenskizzen und Kostüme zur Uraufführung des «Rosenkavaliers» an der Semperoper.

Dort wird noch heute aus den Originalpartituren von Opern wie «Salome» oder «Elektra» musiziert. Sie offenbaren auch, dass Strauss selbst noch Streichungen und Korrekturen vornahm. Die Kollektion enthält ferner 320 Tonaufnahmen früherer Strauss-Interpretationen.

Richard Strauss pflegte ein enges Verhältnis zu Dresden. Neun seiner 15 Opern wurden in der Elbestadt uraufgeführt. Bei der Staatskapelle Dresden und in der Semperoper wird er als «Hausgott» verehrt.