Ruhm durch Hit Maschendrahtzaun-Ikone Regina Zindler ist tot

Mit einem einzigen Wort schrieb Regina Zindler 1999 Fernsehgeschichte: Aus ihrem sächsisch ausgesprochenen "Maschendrahtzaun" machte Stefan Raab einen Nummer-eins-Hit. Nun ist die TV-Kultfigur gestorben.

Die Auerbacher Hausfrau Regina Zindler, bekannt geworden durch den "Maschendroatzaun" ist in Folge einer Krebserkrankung verstorben. Foto: picture-alliance / dpa, Thomas Kretschel

Regina Zindler ist tot. Die Sächsin, die 1999 mit einem einzigen Wort zur Kultfigur des deutschen Fernsehens wurde, starb bereits am 5. Mai in ihrer Heimatstadt Zwickau. Sie wurde 78 Jahre alt. Wie Bild berichtet, erlag Zindler einer schweren Krebserkrankung. Aus ihrem Ausspruch "Maschendrahtzaun" hatte Stefan Raab (59) 1999 einen großen Hit gemacht.

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Sie gab Stefan Raab damals ihr Einverständnis, ihre Worte "Maschendrahtzaun" und "Knallerbsenstrauch" in einem Song zu verarbeiten. Doch was daraus werden würde, ahnte die Sächsin Regina Zindler nicht.  Raab verhalf der Sächsin zu zweifelhaftem Ruhm. Und es folgte eine Zeit, da dudelte das Lied „Maschendrahtzaun“ aus jedem Radiosender.  Der Song eroberte Platz eins der deutschen Charts und konnte die Position sechs Wochen behaupten.

Bekannt wurde die Hausfrau Zindler im Jahr 1999 zunächst durch ihren Auftritt in der TV-Gerichtsshow „Richterin Barbara Salesch“. In der Sendung stritt sie mit einem Nachbarn über einen Knallerbsenstrauch, der über ihren Maschendrahtzaun gewachsen sei und diesen beschädigt habe. Vor allem ihre markante sächsische Aussprache machte den Fall einem breiten Publikum bekannt.

Auch wenn sie den Streit vor Gericht verlor, entwickelte sich ihr Fernsehauftritt schnell zu einem medialen Phänomen. Stefan Raab griff die Szene in seiner Sendung „TV total“ auf und produzierte daraus den Song „Maschendrahtzaun“, der sich mehrere Wochen an der Spitze der deutschen Charts hielt.

Der plötzliche Ruhm hatte für Zindler allerdings auch negative Folgen. Ihr Grundstück wurde von Neugierigen belagert. Es kam sogar zu Sachbeschädigungen. „Meinen Briefkasten haben sie in die Luft gesprengt und meine Winterstiefel geklaut“, erzählte Zindler in einem Interview. In einem Fall musste sich Zindler selbst vor Gericht verantworten, nachdem sie einen Mann beschimpft und mit Steinen beworfen haben soll, der sie am Zaun gefilmt hatte.

Zwischendurch plante Zindler eine Karriere im Showbusiness und veröffentlichte das Album „Frieden am Zaun“. Sie zog zeitweise nach Berlin, kehrte jedoch wieder nach Sachsen zurück. 

In einem Interview im Jahr 2014 erklärte sie, mit dem damaligen Medienrummel abgeschlossen zu haben. Auch Stefan Raab gegenüber hegte sie keinen Groll mehr: „Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab damals mein Einverständnis gegeben“, erklärte sie damals „Bild am Sonntag“. An jeder der 750.000 verkauften Platten habe sie zehn Pfennig verdient.

In ihren letzten Lebenswochen wurde sie von ihrem Ehemann zu Hause gepflegt. Wie Bild berichtet, erhielt sie täglich Palliativpflege in ihrer Wohnung. Ihr Mann begleitete sie bis zuletzt und stand ihr während ihrer schweren Krankheit zur Seite.