Zweimal war die 45-jährige Elena L. schon zu dem Prozess angereist, zweimal musste sie unverrichteter Dinge wieder heimfliegen. An diesem Dienstag, dem 16. Verhandlungstag, sagt sie endlich aus und macht kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Angeklagten. Sarkasmus schwingt in ihrer Stimme, als sie von den beiden „Superherren in Bindlach“ spricht: „Es wurde so viel auf mich drauf gedroschen. Herr Krause hat mir ja gezeigt, wie man wirklich Geschäfte macht.“ Aus der Sicht von Elena L. waren die 3,7 Millionen Euro, die zwischen dem April 2012 und dem Oktober 2012 in mehreren Tranchen aus dem Unternehmen NKD auf das Konto einer Beratungsfirma namens Zarando in Zypern flossen, „ihr“ Geld: Für den Transfer an die Zarando wurde nämlich das Provisionskonto der NKD-Tochter Sunfortune verwendet. Zunächst kam das Geld als Zahlung auf Provisionsforderungen aus Bindlach, danach musste Elena L. als zweite Berechtigte neben dem Prokuristen Uwe K. die Rechnungen der Zarando begleichen. Sie sagt, sie habe dies bei jeder Zahlung mit Widerwillen getan: „Ich hatte bei der Zarando-Sache ein ständiges Störgefühl.“