Behelfsstraße von kurzer Dauer - Empörte Eigentürmer in Unternschreez erwirken Baustopp

UNTERNSCHREEZ. Es ist wahrscheinlich das Bauprojekt mit dem kürzesten Planverfahren und auch der kürzesten Lebensdauer: In Unternschreez, Gemeinde Haag, sollte eine Behelfsstraße entstehen, doch die Bauarbeiten kamen über das Anfangsstadium nicht hinaus.

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Schon nach wenigen Stunden Planierarbeiten musste das Projekt Behelfstrasse wieder begraben werden. Baustopp. Die Besitzer der Grundstücke, gleich sechs Betroffene sollen es sein, liefen dagegen Sturm.

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Planierarbeiten dauerten nur wenige Stunden

Die rund 400 Meter lange Ausweichtrasse sollte im Zuge des Baus der Ortsumgehung für Unternschreez entstehen. Beschlossen hatte der Rat das Projekt in nichtöffentlicher Sitzung. Kurz nach dem Baubeschluss begannen am 25. Juli, einem Montag, die Planierarbeiten. Sie dauerten aber nur wenige Stunden, denn bereits am späten Nachmittag schlug die letzte Stunde für das Vorhaben. Die Empörung der Grundeigentümer schlug hohe Wellen. Sie waren nicht gefragt worden. Am späten Nachmittag setzten sie den rechtswidrigen Arbeiten ein Ende. Die provisorische Baustraße hatte die Firma Sand-Pross immer gefordert. Deren Lastzüge und Fahrzeuge ihrer Kunden zwängen sich seit Jahren durch die engen Dorfstraßen.

Sand-Pross betreibt eine Deponie am Ortsrand und begründete die Forderung mit dem fast sieben Kilometer langen Umweg, den die Anlieferer von Deponiegut wegen der Arbeiten an der Umgehungsstraße sonst fahren müssten. Der Umweg sei für die Kunden unzumutbar, sie würden abspringen, so die Befürchtung. Letztlich würde der Straßenbau zulasten des Unternehmens gehen.

"Dumm gelaufen"

Doch es kommt anders. Am 18. August war die Zeit für die Behelfsstraße schon wieder abgelaufen. Die Spuren der Planierarbeiten waren schnell verwischt. Die Trasse wurde mit Humus bedeckt und darauf Grün gesät. Über das Geheimprojekt soll schnell wieder Gras wachsen. Die Verantwortlichen schweigen. Haags Bürgermeister Horst Rauh war gestern nicht erreichbar, sein Stellvertreter Stefan Heidenreich (CSU) mochte sich zur Geheimsache Baustraße nicht äußern. Den Schwarzen Peter hat jetzt der Bauleiter des Unternehmens, das die Umgehungsstraße baut. Er veranlasste angeblich die Planierungsarbeiten, noch bevor die Gemeinde die betroffenen Grundeigentümer fragen konnte.

„Dumm gelaufen“, so der Kommentar von Werner Mehl (WG). Reinhold Kilders (SPD) war von Anfang an dagegen, eine Baustraße anzulegen. Er hält es für zumutbar, dass die Lastwagen für zwei Monate einen Umweg über Großweiglareuth/ Bockmühle fahren. Von der Firma Pross, die nun doch Umwege fahren muss, äußerte sich gestern trotz mehrerer Anfragen niemand.

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